Studie von ConMoto Consulting

70 Mrd. Euro gehen durch Instandhaltung flöten

22.06.2011 | Redakteur: Sariana Kunze

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Eine aktuelle Studie bestätigt: Unternehmen verschwenden Milliarden durch ineffizientes Instandhaltungsmanagement.

Hochgerechnet auf die direkten Instandhaltungskosten in europäischen Produktionsstätten von über 450 Mrd. Euro ergibt sich ein Einsparungspotenzial von rund 70 Mrd. Euro per anno. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 14 Mrd. zu viel für Instandhaltungsleistungen ausgegeben. Dies belegt die ConMoto-Studie „Wertorientierte Instandhaltung - die strategische Dimension des Schraubenschlüssels“.

Betrachtet man von allen Anlagengütern in Europa nur das in Produktionsanlagen und Maschinen gebundene Betriebsvermögen, so ergibt sich für 2008 ein Wert von rund 9,7 Billionen Euro. Allein ein Deutschland betrug der Anlagenwiederbeschaffungswert ca. 1,9 Billionen Euro. Rechnet man mit einer branchenübergreifenden Instandhaltungskostenrate von 4,8 Prozent so summiert sich in den europäischen Produktionsstätten die direkten Instandhaltungskosten jährlich auf über 450 Mrd. Euro. Davon sind rund zwei Drittel, also ca. 300 Mrd. Euro, durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen beeinflussbar. Die Studie bestätigt eindrucksvoll, dass schnelle und nachhaltige Erfolge realisierbar sind. Eine der um 23 Prozent gesenkt. Hochgerechnet auf die beeinflussbaren direkten Instandhaltungskosten von jährlich 300 Mrd. Euro würden sich in Europa ein Einsparpotenzial von ca. 70 Mrd. Euro ergeben. Allein in Deutschland werden demnach jedes Jahr 14 Mrd. zu viel für Instandhaltungsleistungen ausgegebenen. Hierbei sind die gleichzeitig drastisch reduzierten Produktionsausfallkosten noch nicht einmal berücksichtigt.

Stärken und Schwächen der Instandhaltung

Die Studie dokumentiert systematisch die Stärken und Schwächen im Instandhaltungsmanagement von 83 europäischen Unternehmen und Betriebsstätten. Der Untersuchungsumfang der Studie erstreckt sich auf die folgenden Industriebereiche:

  • Prozessindustrie (Chemie-, Stahl-, Pharma-, Lebensmittel-, Textilindustrie etc.) mit insgesamt 47 Betrieben bzw. 57 Prozent der Gesamtheit;
  • Automotive und Maschinenbau (Automobil-, Automobilzulieferindustrie, Maschinenbau) mit insgesamt 19 Betrieben bzw. 23 Prozent der Gesamtheit;
  • Sonstige Industrien (Halbleiterindustrie, Luftfahrtindustrie, Medizintechnik etc.) mit insgesamt 17 Betrieben bzw. 20 Prozent der Gesamtheit.

Es wird deutlich, dass viele Unternehmen derzeit noch weit von einem erstklassigen Instandhaltungsmanagement entfernt sind. Legte man Schulnoten an, so befänden sich die untersuchten Unternehmen bezüglich ihrer Instandhaltungssysteme nur zwischen den Noten „mangelhaft“ und „befriedigend“. So liegt der Industrie-Durchschnitt gerade einmal bei 46 Prozent. Einen erheblichen Nachholbedarf weist das Schlusslicht der Studie aus der Chemieindustrie mit einer Instandhaltungsreife von lediglich 32 Prozent auf. Selbst das beste Unternehmen, ein Automobilzulieferer, hat mit 60 Prozent noch deutlich „Luft nach oben“. Im Gesamtvergleich schneidet überraschenderweise gerade die investitionsintensive und sicherheitsintensive und Maschinenbau“ liegt mit durchschnittlich 51 Prozent noch im unteren Mittelfeld des Stufenmodells (siehe Abbildung).

Die Potenziale zeigen, dass der Bereich Instandhaltung mehr als das „notwendige Übel“ auf rein operativer Ebene ist, als das er vielerorts noch immer gesehen wird. Die Güte des Instandhaltungs- und Asset Managements entscheidet maßgeblich über das Kosten- und Effizienzniveau von Unternehmen. Entscheidungsträger, die dies erkennen und dieser Bedeutung offensiv Rechnung tragen, werden gegenüber den andern klar im Vorteil sein.

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