B2B-Gehaltsreport

Anlagenbauer gehören zu den Topverdienern

| Autor / Redakteur: Robert Horn / Sariana Kunze

Das liebe Geld: In einer großen Online-Umfrage haben wir bei den Maschinenbauern Deutschlands nach Gehalt, Zufriedenheit und Zukunftsaussichten gefragt. Die Ergebnisse präsentieren wir hier.
Das liebe Geld: In einer großen Online-Umfrage haben wir bei den Maschinenbauern Deutschlands nach Gehalt, Zufriedenheit und Zukunftsaussichten gefragt. Die Ergebnisse präsentieren wir hier. (Bild: Fotolia/Lukas Gojda)

Wie gut verdient eigentlich der durchschnittliche Anlagenbauer? Wie steht es mit Karrierechancen, Einstiegsgehältern und Zufriedenheit? Das wollten wir genauer wissen und starteten die große B2B-Gehaltsumfrage auf unserer Website. Mehr als 5000 Beschäftigte aus der gesamten Industrie haben mitgemacht, die Ergebnisse liegen jetzt vor: Die Branche des Anlagen- und Maschinenbaus erreicht dabei Spitzenwerte in vielen Disziplinen.

Der deutsche Anlagen- und Maschinenbau gilt als einer der Grundpfeiler der deutschen Wirtschaft. Mit über einer Million Beschäftigter gehört der Anlagen- und Maschinenbau zu den größten Arbeitgebern in der Industrie, gefolgt von der ITK- und der Elektrobranche. Das Bild, das sich für die Situation des Anlagen- und Maschinenbaus aus der Umfrage ergibt, ist ein durchweg positives. Nicht nur stimmen Gehalt und Sonderleistungen, die Mitarbeiter sind auch noch außerordentlich loyal und wechselunwillig – sofern das Gehalt stimmt.

72.458 Euro, so viel verdient ein Angestellter im deutschen Anlagen- und Maschinenbau im Jahresbrutto mit Zusatzleistungen (ohne: 63.710 Euro) im Durchschnitt. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Gesamtverdienst aller Branchen in der Umfrage lag bei 69.711 Euro Jahresbrutto mit Zusatzleistungen. Der Anlagenbau ist damit ein erfolgreicher Ausreißer nach oben. Ohne Zusatzleistungen liegt das Jahresbrutto im Anlagen- und Maschinenbau in Deutschland bei 63.710 Euro im Durchschnitt. Das bedeutet, dass jeder Arbeitnehmer durchschnittlich 8748 Euro jährliche Zusatzleistungen erhält, ein sehr guter Wert im Gesamtvergleich und zugleich ein positives Zeichen für die Branche.

Nahezu jeder Beschäftigte empfängt Zusatzleistungen

Und: Nahezu jeder Arbeitnehmer, volle 92,9 %, erhalten irgendeine Form der Zusatzleistung. Das ist nicht selbstverständlich. Ganz oben auf dieser Liste stehen die bekannten Drei: Weihnachtsgeld, das 64,8 % der Arbeitnehmer erhalten, Urlaubsgeld, ausgezahlt an 62,8 % der Belegschaften. Auf Platz drei folgt die betriebliche Altersvorsorge, die auf 30,1 % kommt. Weitere Leistungen sind Boni (29,1 %), Sachleistungen wie Mobiltelefone oder Laptops (29,6 %), Firmenwagen (22,5 %) und Gewinnbeteiligung mit erstaunlichen 26,8 %. Der Durchschnitt aller Branchen bringt es hierbei gerade mal auf 10,2 %. Gar keine Zusatzleistungen erhielten etwa 7 % der Arbeitnehmer.

Angebote für Eltern sind rar

In Sachen Kinderbetreuung hat der Anlagenbau dafür dringenden Nachholbedarf: Nur 2 % der Befragten kamen in den Genuss dieser Zusatzleistung durch ihren Arbeitgeber, die Zahl der betrieblichen Kindergärten oder Kindertagesstätten bleibt bei schwachem Aufwärtstrend verschwindend gering. Dabei fordern Digitalisierung und Vernetzung der Prozesse auch flexiblere Arbeitszeitmodelle, gerade im Hinblick auf Betreuungsmöglichkeiten für Eltern. Allerdings kommen auch andere Branchen kaum besser weg. Der Durchschnitt bei der Zusatzleistung Kinderbetreuung liegt gerade mal bei 1,9 %. In Zeiten von streikenden Kita-Mitarbeitern und generell sinkenden Geburtenraten wären Investitionen auf diesem Gebiet sicherlich ein starker Faktor zur Mitarbeiterbindung für Personaler und Entscheider.

Im Vergleich zu anderen Branchen setzt der Anlagenbau insgesamt auf eher traditionelle Zusatzleistungen. Im Gesamtvergleich waren Weihnachts-, Urlaubsgeld und bAV im Anlagenbau deutlich stärker ausgeprägt, die meisten anderen Zusatzleistungen kommen auf geringere Werte. Vor allem leistungsabhängige Boni werden im Gesamtvergleich aller Branchen mit 36,6 % deutlich häufiger gezahlt als im Anlagenbau.

Die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen, also die Berufseinsteiger, bekommen im Anlagen- und Maschinenbau ein durchschnittliches Gehalt von 47.190 Euro (ohne Zusatzleistungen). Bestverdiener im Altersvergleich ist die Gruppe von 50 bis 59 Jahre: Hier liegt das Gehalt bei 76.715 Euro Jahresbrutto, mit Zusatzleistungen sogar bei 87.607 Euro. Eine große Rolle spielt dabei die Bildung: Am besten verdienen im Schnitt Abiturienten (67.407 Euro ohne Zusatzleistung), gefolgt von Fachabiturienten (66.182 Euro). Beschäftigte, die lediglich einen Volks-, Mittel- oder Hauptschulabschluss in der Tasche haben, liegen im Schnitt bei 51.891 Euro und damit am unteren Ende der Verdienstskala.

Mit Weiterbildung zu mehr Gehalt: Ausbildung allein reicht nicht mehr

Besonders die akademische Weiterbildung zahlt sich aus: Beschäftigte, die nur eine Ausbildung in der Tasche haben, verdienen mit durchschnittlich 61.559 Euro 17,5 % weniger als ihre Kollegen mit Studium oder Weiterbildung (74.590 Euro). Dass eine Ausbildung allein heutzutage kaum noch ausreicht, zeigt die Umfrage ebenfalls: Nahezu 70 % der Befragten genossen Aus- und Weiterbildung, nur 31,7 % verließen sich alleine auf eine Ausbildung.

Neun von zehn Beschäftigten (86 %) im Anlagen- und Maschinenbau haben in den letzten fünf Jahren eine Gehaltserhöhung erhalten, gut die Hälfte der Befragten (50,8 %) aus einer Tariferhöhung. Im allgemeinen Branchenvergleich steht der Anlagenbau damit sehr gut da: Insgesamt lagen die Gehaltserhöhungen der Umfrage bei 80,3 %, wobei nur 39,3 % eine tarifliche Erhöhung erhielten. Jeder dritte Anlagenbauer (32,8 %) bekam aufgrund von zusätzlichen Aufgaben mehr Geld, gerade mal 16,5 % aufgrund einer Beförderung.

Zudem schaut der Anlagenbauer positiver in Richtung Gehaltsentwicklung in den nächsten fünf Jahren als andere Industriezweige: Mehr als die Hälfte der Befragten (64,2 %) erwarten eine Erhöhung ihres Entgelts. Im Gesamtergebnis der Umfrage ergibt sich ein deutlich pessimistischeres Bild: Dort glauben nur 56,6 % an eine Gehaltserhöhung und 40 % rechnen mit Stillstand. Positiv ist, dass gerade mal 1 % der Befragten mit einer Senkung rechnet.

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