HMI-Studie von Frost & Sullivan

Auto-Sprachsteuerung alla Nightrider werden Alltag

27.01.2012 | Redakteur: Sariana Kunze

Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, werden im Jahr 2017 rund 16 Mio. Autos in Europa über eine einfache sprachbasierte Benutzerschnittstelle (engl. Basic Voice Interface) verfügen, 6,9 Mio. Autos über erweiterte sprachbasierte Benutzerschnittstellen und 1,2 Mio. über Multifunktionsknöpfe.

Im selben Jahr werden in Nordamerika 13,6 Mio. mit einer einfachen sprachbasierten Benutzerschnittstelle ausgestattet sein, 6,8 Mio. Autos mit erweiterten sprachbasierten Benutzerschnittstellen, und 0,9 Mio. mit Multifunktionsknöpfen.

Die Integration verschiedener fahrerfreundlicher und sicherheitsfördernder Benutzerschnittstellen in ein einheitliches System ist ein wachsender Trend. Multimodale HMI-Lösungen sorgen dafür, die zunehmende Komplexität zu reduzieren und dennoch auf den Bedarf der Nutzer nach unterschiedlichen Schnittstellen einzugehen. „Automobilhersteller und Zulieferer arbeiten kontinuierlich an einer Priorisierung der Informationen von Infotainmentsystemen und Smartphones, um so das Risiko einer Fahrerablenkung zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen“, erklärt Frost & Sullivan Research Analyst Krishna Jayaraman. „Vorrangiges Ziel von HMI-Lösungen ist die Vereinfachung der Interaktion des Fahrers mit dem Fahrzeug. Automobilhersteller sind aktiv auf der Suche nach einer optimalem Lösung dieser Herausforderung, indem sie die gleiche Linie von HMI-Lösungen innerhalb ihrer Produktlinien anbieten und so die Ablenkungsgefahr auf ein Minimum reduzieren und den Lernbedarf des Fahrers verkürzen.“

Informationen auf Fahrzeugdisplays verteilen

Die Mehrheit der In-Car-Funktionen macht es erforderlich, dem Fahrer eine erhebliche Menge von Informationen vorzulegen. Dies verstärkt das Risiko einer Fahrerablenkung und dadurch ausgelösten Unfällen. Effizient gesteuerte Informationsflüsse stellen daher eine wichtige Herausforderung dar. „Die Information muss auf die verschiedenen Fahrzeugdisplays verteilt werden, und die Input-Kanäle müssen ergonomisch positioniert werden“, meint Jayaraman. Von entscheidender Wichtigkeit ist hierbei die Entwicklung von einfachen, gut zugänglichen, weniger ablenkenden und kostengünstigen Benutzerschnittstellen. Die Positionierung der Benutzerschnittstelle und die Art der von den Fahrbedingungen abhängigen Informationen sind dabei wichtige Faktoren bei der Entwicklung von effizienten Mensch-Maschine-Schnittstellen.

HMI-Lösungen müssen im Hintergrund bleiben

HMI-Lösungen müssen so strukturiert sein, dass die Hauptaufgabe des Fahrens nicht aus dem Blickwinkel gerät. Durch den Einsatz von redundanten Schnittstellen für eine Anwendung soll eine fehlersichere Umgebung gewährleistet werden, in der auch im Falle eines Ausfalls einer Schnittstelle immer eine andere Option besteht, die die Steuerung übernehmen kann. Wichtige Anforderungen an Bedienungselemente von HMI sind Komfort und Bedienfreundlichkeit. Automobilhersteller müssen daher Lösungen anbieten, die den Nutzern vertraut sind. Damit verkürzt sich die Eingewöhnungszeit und der Lernbedarf, und es vereinfacht den Fahrern die Nutzung von unterschiedlichen Funktionen durch Bedieneinrichtungen, mit denen sie vertraut sind. „Zurzeit werden viele innovative HMI-Lösungen als Zusatzpakete im mittleren und niederen Segment angeboten“, bemerkt Jayaraman abschließend. „Um allerdings das Wachstumspotential maximal auszuschöpfen, wird es nötig sein, innovative HMI-Lösungen in allen Fahrzeugsegmenten als Standardausrüstung anzubieten.“

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