Energiemanagement

Big Data zieht mit in die Gebäude ein

| Autor / Redakteur: Jonas Fluri / Karin Pfeiffer

Noch sind Big-Data-Modelle im Energiemanagement von Gebäuden vergleichsweise wenig verbreitet.
Noch sind Big-Data-Modelle im Energiemanagement von Gebäuden vergleichsweise wenig verbreitet. (Bild: Siemens)

Betriebskosten senken, Energieeffizienz erhöhen, Nachhaltigkeitsziele erreichen: Die Energiedaten eines Gebäudes sind der Schlüssel dazu - mit Big-Data-Ansätzen und Analyse-Tools.

Muster und Strukturen in der Datenflut finden und diese Potenziale systematisch nutzen – so lässt sich aus Big Data Wert schöpfen. Entscheider vieler Branchen setzen entsprechende Verfahren bereits ein, um auf der Grundlage transparenter und vernetzter Kennzahlen zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Bei der Beurteilung von Energieströmen in Unternehmen und Gebäuden sind Big-Data-Modelle dagegen noch vergleichsweise wenig verbreitet. Eine von Siemens unterstützte Marktumfrage, die der amerikanische Branchenbeobachter GreenBiz 2015 publiziert hat, untermauert das. So sagten nur 44 Prozent der befragten Großunternehmen, die typischerweise mehr als fünfzig Einzelgebäuden verwalten, dass sie bereits Big-Data-Lösungen nutzen. Dabei bieten Energie- und Gebäudemanagementsysteme (Building Energy Management Systems sowie Building Management Systems) reiches Datenmaterial, das sich für eine systematische Nutzung etwa im Facility Management anbietet.

Da die Betriebskosten 71 Prozent der Gesamtkosten eines Gebäudes ausmachen und davon rund 30 Prozent auf Energiekosten entfallen, wird ein ineffizienter Betrieb schnell kostspielig. Allerdings kann nur ein umfassender Auswahlprozess zeigen, welche der auf dem Markt angebotenen Lösungen jeweils am sinnvollsten ist. Die richtige Kombination von Analysetools, Dashboard und Beratungsleistungen sowie Erfahrung in Effizienzprojekten kann einen Return on Investment von bis zu 40 Prozent bringen, verglichen mit 10-15 Prozent bei typischen Geschäftsinvestitionen. Jedoch sollte man von vornherein Irrtümer ausschließen.

Drei häufige Irrtümer zur Einführung von Big Data

Irrtum No.1: Es gibt eine Universallösung. Lösungen müssen an die individuelle Aufgabe, an das Unternehmen, das Gebäude etc. angepasst sein und anhand der konkreten Anforderungen beurteilt werden. 99 Prozent der Teilnehmer an der Greenbiz-Studie nennen da die Senkung der Betriebskosten als vorrangiges Ziel bei der Einführung eines solchen Datenmanagements. 94 Prozent versprechen sich davon eine bessere Energieeffizienz. Weitere Ziele: Individuellen Nachhaltigkeitsziele, jedoch ohne Einschränkungen beim Komfort für die Gebäudenutzer, bessere Verfügbarkeit und Nutzungsdauer der gebäudetechnischen Infrastruktur, Erfüllung gesetzliche und regulatorische Vorgaben. Was sich davon mit Hilfe von Big Data tatsächlich erzielen lässt, hängt sehr stark von der Organisation selbst ab: vom vorhandene Wissen zu Energiethemen und Gebäudesystemen etwa.

Irrtum No. 2: Technik ist das A und O

Technik sei das A und O, ist Irrtum No.2. Fundierte technische Grundlagen und Tools sind wichtig, mindestens ebenso das Begleiten der Prozesse von Experten. Ihre Erfahrung ermöglicht es, unterschiedliche Situationen richtig zu bewerten. Der Nutzen einer Energiemanagementlösung ergibt sich erst mit der sinnvollen Kumulation von Daten und ihrer Interpretation. Oft fehlt es im gebäudetechnischen Umfeld heute noch an spezifischem Expertenwissen, um passende Analysetools auszuwählen und erfolgreich und kosteneffizient zu implementieren. 43 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen gaben an, bei ihrem Energiemanagement künftig gern mit Big-Data-Methoden arbeiten zu wollen, jedoch noch keine Energiemanagementlösung implementiert zu haben. Ein Grund: fehlende Ressourcen für Implementierung und Betreuung der Lösung (67 Prozent).

Irrtum No. 3: Daten sind gleich Informationen

Nicht nur unvollständiges oder fehlerhaftes Datenmaterial kann zu falschen Schlüssen führen, auch zuverlässiges muss ständig überprüft und Schwächen darin bei der Analyse und den abgeleiteten Empfehlungen berücksichtigt werden. Für die zugrundeliegende Datenbasis ihrer Big-Data-Projekte erfassen die meisten Unternehmen Kennzahlen aus Versorgerrechnungen (96 Prozent), Zählern (85 Prozent) und Gebäudeautomationssystemen (54 Prozent). Weitere Datenquellen fließen in geringerem Umfang in die Analysen ein, so etwa Wetter-, Energiemarkt- oder Abfallwirtschaftsdaten. Allerdings sind nur 49 Prozent der Unternehmen mit Quantität und Qualität ihrer erfassten Daten zufrieden, 44 Prozent sind sogar explizit unzufrieden.

Zunächst geht es darum, die erforderlichen Daten zu identifizieren und im zweiten Schritt herauszufinden, wo diese generiert und zusammengetragen werden können. Die gesammelten Daten müssen ein Gesamtbild ergeben und gleichzeitig detailliert genug sein, um Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können - wichtig etwa im Zusammenhang mit der EU Energieeffizienzrichtlinie (EED).

Cloud-basierte Plattform fürs Energiemanagement

Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich ein umfassendes Paket aus Consulting- Leistungen bei Planung und Umsetzung, spezifischem Analyse-Know-how rund um die Daten eines Gebäudes sowie aus entsprechenden Software-Tools. Als Schlüssel zum Erfolg gilt ein Dashboard, eine benutzerfreundliche Visualisierungssoftware zur Darstellung von Datenströmen in verdichteter, meist grafischer Form.

Eine solche Dashboard-Lösung ist die Cloud-basierte Energiemanagementplattform Navigator, powered by Sinalytics, von Siemens. Die anpassbare, skalierbare und benutzerfreundliche Software eignet sich konkret als Plattform für größere Einzelgebäude ebenso wie für Gebäudekomplexe, komplette Liegenschaften, auch für virtuelle Netzwerke aus Hunderten oder sogar Tausenden von Standorten. Sie ermöglicht dort die Überwachung der Gebäudesystemleistung, des Energiebedarfs sowie der Energieversorgung und gewährleistet damit viel Transparenz. Mit ihr lassen sich etwa detaillierte Verläufe, Berichte und Auswertungen, etwa für Energieabrechnung und CO2-Berichterstattung, darstellen, ausgeben und kommunizieren. Nicht von ungefähr hat Verdantix hat 2015 Navigator in die Top 3 der Energiemanagement-Lösungen eingestuft.

* *Jonas Fluri, Siemens Building Technologies

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