Elektromobilität von BMW

Der Entwurf steht: Futuristische Schnelllade-Station

| Redakteur: Sariana Kunze

Die BMW Welt zeigt den geplanten Entwurf der Ladestation für Elektroautos.
Die BMW Welt zeigt den geplanten Entwurf der Ladestation für Elektroautos. (BMW Group)

In einem Gemeinschaftsprojekt von ABB, BMW Group, Deutsche Bahn, EIGHT, RWE, der Universität Bamberg, der Universität der Bundeswehr München und der Technischen Universität Dresden entsteht an der BMW Welt in München eine Schnelllade-Station für Elektrofahrzeuge, die Mitte des Jahres eröffnet werden wird.

Eine der Architektur der BMW Welt entsprechend anspruchsvoll gestaltete Ladestation bietet den Nutzern zwei Ladepunkte des sogenannten CombinedCharging System (kurz: CCS oder Combo). Damit entsteht in unmittelbarer Nähe des U-Bahnhofs Olympiapark ein Knotenpunkt zwischen Elektroautos, öffentlichem Nahverkehr und Elektrofahrradverkehr, zwischen Nah- und Fernverkehr. So wird ab Eröffnung der Schnelllade-Achse entlang der A9 von hier aus mit kurzen Ladestopps eine rein elektrische Fahrt bis nach Leipzig möglich sein.

Im Rahmen des Projektes werden neben den technischen Aspekten des Schnellladens auch Nutzerakzeptanz und Nutzerverhalten untersucht sowie ein Reichweitenmonitor als Unterstützung für die Streckenplanung entwickelt. Um den Ausbau der Schnelllade-Infrastruktur deutschlandweit voranzutreiben, werden in einem Wettbewerb tragfähige Geschäftsmodelle für deren Betrieb ausgearbeitet.

Letzte Barrieren vor der BMW-Elektro-Serie beseitigen

Für die BMW Group steht das Jahr 2013 ganz im Zeichen der Elektromobilität. Mit dem BMW i3 wird ab Herbst das erste reine Elektrofahrzeug der BMW Group in Großserie vom Band rollen. Davor gilt es noch letzte Barrieren zu beseitigen. „Obwohl von den meisten Autofahrern kaum Strecken zurückgelegt werden, die den batterieelektrischen Radius von Elektrofahrzeugen überschreiten, stellt die im Vergleich zu Verbrennungsfahrzeugen geringere Reichweite noch eine potenzielle Hürde dar“, weiß Dr. Herbert Grebenc, verantwortlich für den Aufbau von Ladeinfrastruktur bei der BMW Group. „Die Möglichkeit zum schnellen Laden unterwegs begegnet diesen Bedenken und wird die Flexibilität der Nutzer deutlich erhöhen“, sagt Grebenc weiter.

DC-Schnellladestationen von ABB kommen zum Einsatz

ABB wird in diesem Projekt erstmals ihre DC-Schnellladestationen einsetzen, die auf dem neuen ISO 61851-23 / Combo-Standard basieren – als eines der ersten Unternehmen überhaupt in Deutschland. „Damit können wir unsere neu entwickelten DC-Schnellladestationen an einer zentralen Stelle im Stadtgebiet München in der Praxis testen. Außerdem erhalten wir so wertvolle Informationen über das Nutzerverhalten“, freut sich Till Schreiter, Leiter der Division Industrieautomation und Antriebe. „Für ABB ist dies ein wichtiger Schritt, um die Schnellladeinfrastruktur in Deutschland weiter voranzubringen und Vertrauen in die neue Technologie aufzubauen.“

RWE Effizienz wird die CCS-Technologie an das IT-System anbinden, um Elektromobilisten automatisch zu authentifizieren und das Laden für die Kunden somit einfach und komfortabel zu machen. „Als einer der führenden Betreiber von Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Europa freuen wir uns, unser Know-How einzubringen und gemeinsam mit unseren Partnern weitere alltagstaugliche Lösungen für Elektromobilität zu entwickeln“, sagt Torsten Günter, Leiter RWE eMobility Operations bei RWE Effizienz.

Solarladestation Point.One als Schnittstelle zur Elektromobilität

EIGHT wird eine individuelle und am Bedarf der Anwender ausgerichtete Solarladestation für den neuen Ladestandard entwickeln. „Dank unseres patentierten und sehr nachhaltigen Fertigungssystems sowie einer parametrischen Planung kann die Lösung ideal an den Standort und dessen Umgebungsarchitektur angepasst werden“, erklärt Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter der EIGHT. „Die Solarladestation Point.One wird als zukunftsweisende Schnittstelle zwischen Mensch, Fahrzeug und erneuerbaren Energien dienen. Ihr Design und ihre Benutzerfreundlichkeit machen das Potenzial nachhaltiger Mobilität sichtbar und erlebbar, reduzieren Hürden und begeistern Menschen für Elektromobilität.“

„Die Deutsche Bahn setzt in diesem Vorhaben ihre Strategie fort, die unterschiedlichen Verkehrsangebote konsequent miteinander zu verknüpfen und dabei den CO2-Ausstoß weiter abzusenken. In München wird dazu ein modernes Pedelec-Verleihsystem erprobt, das Elektromobilität im Nahraum erlebbar macht und für die Deutsche Bahn einen weiteren Baustein in der gesamten Reisekette darstellt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Knie, Leiter Intermodale Angebote und Geschäftsentwicklung von DB Rent, Frankfurt am Main. Für „e-Call a Bike“ wird eigens ein Fahrradverkehrsmodell für München entwickelt. Darin wird das gesamte Radverkehrsnetz abgebildet und der typische Radverkehr simuliert. Zusätzlich wird ein Verfahren entwickelt, das den Verkehr auf e-Bikes und auf speziellen Routen und unter speziellen Reichweiteannahmen abbildet.

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