Burn-Out

Diagnose Burn-Out: Was steckt wirklich dahinter?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Psych. Rüdiger Maas, Dr. med. Christoph von Winterfeldt / Sariana Kunze

Dipl.-Psych. Rüdiger Maas ist Geschäftsführer bei der Maas Beratungsgesellschaft.
Dipl.-Psych. Rüdiger Maas ist Geschäftsführer bei der Maas Beratungsgesellschaft. (Maas Beratung)

Firmen zum Thema

Nicht-ärztliche Dienstleistungen und Selbstmedikation liegen bei den Deutschen im Trend. Auch bei Privat-Patienten, denn diese Zielgruppe ist bei niedergelassenen Ärzten besonders beliebt. Wer mit einem Burn-Out Symptom zu einem Arzt geht und privat versichert ist, wird besonders häufig als Diagnose Problematiken mit dem Herz- sowie Kreislaufsystem erhalten.

Zwar existiert seit den 1980er Jahren ein umfassendes Behandlungsangebot im Bereich Burn-Out in Deutschland, doch gerade Selbständige sowie leitende Berufstätige nehmen dieses Angebot sehr selten wahr. Arbeitnehmer, Personen in den unteren Lohngruppen sowie psychotherapeutische Distributoren greifen deutlich häufiger auf dieses Angebot zurück. Ist dies auf den Begriff Burn-Out zurückzuführen?

Noch bis in die 70er Jahre hinein wurde Burn-Out mit der Wortgebung Erschöpfung betitelt. Auch heute wird noch häufig von einem Erschöpfungssyndrom gesprochen. Burn-Out stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt ausgebrannt. Damit lässt sich verbinden, dass es sich um eine verbrauchte Kapazität handelt, welche sich auf die geistige und körperliche Leistung übertragen lässt. Die Energiereserven sind in diesem Bereich schlicht aufgebraucht. Der Betroffene fühlt sich leer, kraftlos, müde und ausgepowert.

Die Batterien beim Arzt wieder aufladen

Auch beschriebene Symptome wie Missempfinden, Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen sowie weitere subjektiv empfundene Zustände werden dahingehend eingesetzt, um eine ärztliche Behandlung erforderlich zu machen. Weiterhin wird ein breites Spektrum an bildlichen Metaphern eingesetzt, um dem Patienten aufzuzeigen, wie wichtig die ärztlichen Behandlungsmaßnahmen sind. So werden, zum Beispiel über einen leer gefahrenen Tank, ein zu Ende gebrannter Ofen, eine leere Batterie oder auch ein leer geschöpfter Wassereimer dafür verwendet, dem Patienten optisch klar zu machen, in welchem Zustand er sich befände. Durch diese Versinnbildlichung kann dem Betroffenen klar gemacht werden, dass er tatsächlich an einem Burn-Out leide und der empfohlene Weg des Arztes dazu genutzt werden kann, um die „Batterien“ des Körper und Geistes wieder aufzuladen.

Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine tatsächliche medizinische Diagnose. Der Arzt zeigt dem Betroffenen lediglich über diese Bilder auf, was vorliegen könnte. Dabei identifiziert sich der Patient mit diesen Bildern und fühlt sich bestätigt. Dabei spielt es für den Patienten keine Rolle, ob diese Sinnbilder eine wirkliche Diagnose darstellen, sofern er der Meinung ist, dass die angebotenen Behandlungswege ihm nutzen können.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 34016200 / Strategie & Unternehmensführung)