E-Mobility-Kongress Erster Bayerischer E-Mobilitätstag fand in Würzburg statt
Wie Wirtschaft, Kommunen und Verbände Elektromobilität künftig nutzen wollen, diskutierten sie auf dem Ersten Bayerischen Elektromobiltätstag. Vorrangiges Ziel ist, Elektromobilität bezahlbar zu machen und neue Konzepte auszuprobieren, die über die reine Fahrzeugentwicklung hinausgehen.
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„Bezahlbarkeit ist wichtiger als die Innovation an sich“, so das Ergebnis einer ADAC-Studie zum Thema Elektromobilität. Was H.J. Michael Herbst, Vorstandsmitglied des ADAC Nordbayern, damit auf den Punkt bringt, das hörten Teilnehmer beim Kongress der ersten Bayerischen Mobilitätstage in Würzburg öfter. Dennoch gilt der Elektromotor als eine der aussichtsreichsten Antriebsformen der Zukunft.
Elektromobilität zum Anfassen
Am 15. November trafen sich Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden, von Kommunen und regionalen Versorgern im Vogel Convention Center, um das Thema Elektromobilität zu diskutieren und zu veranschaulichen. Neben schnellen Schlitten, wie dem Tesla-Roadster, gab es Serienfahrzeuge, wie den Mitsubishi i-MiEV, elektrisch angetriebene Motorräder und einen Life-Style-Zweiradroller sowie weitere Elektrofahrzeuge zum Anfassen und zum Testen.
Daimler engagiert sich in Infrastruktur
Emissionfreie Elektromobilität ist erklärtes Ziel der Daimler AG in Stuttgart. „Analysen zeigen, dass eine signifikante Reduzierung des Energieverbrauchs sowie der Treibhausgasemissionen nur mit reinen Elektrofahrzeugen möglich ist“, erläutert Matthias Wolfsteiner, bei Daimler zuständig für Strategic Energy Projects & Market Development. Autoseitig sei der Weg bereitet, wie man auf der von Matthias Wolfsteiner gezeigten Roadmap sehen kann. Und: Daimler konzentriere sich nicht nur auf den Bau von Autos: „Wir werden uns auch beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur engagieren.“
Ziel ist ein tragfägiges Geschäftsmodell
Infrastruktur ist Thema auch für Kommunen, wie Bad Neustadt in Franken. Die Saale-Stadt, die erste Modellstadt für Elektromobilität in Bayern, hat schon Erfahrungen mit dem Thema. Bürgermeister Bruno Altrichter: „Unser Ziel ist es, aus den Modellerfahrungen und den neuen Anwendungen ein Geschäftsmodell zu entwickeln.“ Konkret heißt das, aus den Modellerfahrungen der Kommune Bad Neustadt, wie Funktionsfähigkeit und Akzeptanz, zusammen mit Neuen Anwendungen, zum Beispiel Elektromobile, Ladetechnologie, Ladestruktur, Energiemanagement und Abrechnung, ein marktfähiges, wirtschaftliches, adaptierbares und kompatibles Geschäftsmodell entstehen zu lassen. Sein Fazit: „Die Überlegungen zu einer Modellstadt Elektromobilität müssen über die reine Fahrzeuganwendung hinausgehen und sich mit den übergeordenten Rahmenbedingungen für ein intelligentes Energiemangementsystems im Sinne eines Smart-Grids beschäftigen.“
Preis Vordenker Elektromobilität 2010 verliehen
Neue Technologien bedürfen Vordenker. Und so verliehen die Veranstalter der ersten bayerischen E-Mobilitätstage den Preis „Vordenker Elektromobilität 2010“ an Frank M. Rinderknecht. Er begründete die Innovationsschmiede Rinspeed, ein Ideenpool für außergewöhnliche Kreationen. Auf dem Genfer Autosalon präsentierte Rinderknecht jüngst den UC, was für Urban Commuter steht. Ein E-Flitzer, der mehr ist als ein Wagen, nämlich Teil eines umfassenden und ausgeklügelten Mobilitätssystems. Oder, wie es in der Laudatio hieß: Mit dem UC und seinem dazugegörigen Mobilitätskonzept hat sich Frank Rinderknecht als ein Vordenker erwiesen, der die Auszeichnung mehr als verdient hat.
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