Elektromobilität

Den Rückstand bei Elektroautos überwinden

25.02.2010 | Redakteur: Reinhard Kluger

Dietmar Harthoff (r.), EFI, übergibt Bundeskanzelerin Merkel das Gutachten 2010 zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit.

Noch fährt die Entwicklung von Elektroautos in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hinterher. Das sieht die Expertenkommission Forschung und Innovation in ihrem jüngsten Gutachten. Die zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten besser koordiniert werden.

Elektromobilität bietet die Chance, eine starke Reduktion der CO2-Emissionen zu erreichen und die mittelfristige Sicherung der Energieversorgung für den Transportsektor deutlich zu verbessern. Die Strategie für die Entwicklung der Elektromobilität muss dabei in ein übergeordnetes, multimodales Konzept für die zukünftigen Verkehrs- und Transportsysteme eingebunden werden. Deutschland ist derzeit in der besonders wichtigen Schlüsseltechnologie der Fahrzeugbatterien und auch im Bereich der fahrzeugbezogenen Leistungselektronik schlecht aufgestellt. Die technische Entwicklung ist von Wissenschaft und Wirtschaft nicht korrekt eingeschätzt worden. Hier sind große Anstrengungen erforderlich, um den Anschluss an die technisch führenden Nationen zu finden. Zu dieser Bilanz kommt Dietmar Harthoff, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

Konzentration der Anstrengungen

Zwar haben die Bundesregierung und die Länder im Bereich der Elektromobilität bereits etliche Maßnahmen ergriffen. Für die Jahre 2009 und 2010 stehen auf Bundesebene 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Derzeit gibt es 17 Modellregionen und Flottenversuche für die Elektromobilität und weitere sind in Planung. Nach Ansicht der Expertenkommission sind die Fördervorhaben, die FuEAktivitäten sowie die Maßnahmen zur Markteinführung allerdings derzeit nicht ausreichend zwischen der Bundesebene, den Ländern, der Europäischen Union sowie der Industrie

abgestimmt. Für die Generierung eines Leitmarktes für Elektromobilität bedarf es einer Konzentration der Anstrengungen, etwa durch die zügige und radikale Umstellung des Nahverkehrs hinreichend großer Ballungszentren auf den Elektroverkehr. Dies setzt ein Umdenken bei den Autokäufern voraus, welches durch staatliche Markteinführungsprogramme unterstützt werden muss, um schnell die hohen Stückzahlen zu realisieren, die zu einer

deutlichen Kostenreduktion führen.

National beschränkte Initiativen allein werden nach Ansicht der Expertenkommission nicht ausreichen.

Die Expertenkommission spricht sich daher für folgende Maßnahmen aus: Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität ist ein erster wichtiger Schritt, um die deutsche Position zu stärken. Jetzt bedarf es einer deutlich verbesserten Koordination und einer strafferen Führung der öffentlichen Aktivitäten im Bereich Elektromobilität, um zügig entscheidende Fortschritte zu erreichen.

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