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Energieführung

Werkstoffe für Energieführungssysteme auf dem Prüfstand

 

09.02.2010 | Redakteur: Ines Näther

 

Für die Funktionalität von Automatisierungstechnik spielen Werkstoff und Materialbeschaffenheit von Maschinenbauteilen eine wesentliche Rolle. Ebenso differenziert wie die Anwendungsbereiche sind die Betriebsbedingungen, denen sie Stand halten müssen.


Der richtige Mix für alle Fälle: Energieführungsketten aus Stahl oder Kunststoff sowie als Hybridausführungen mit einer Kunststoff-Aluminium-Kombination bieten die jeweils richtige Antwort auf die Fragestellung des Einsatzzwecks
Der richtige Mix für alle Fälle: Energieführungsketten aus Stahl oder Kunststoff sowie als Hybridausführungen mit einer Kunststoff-Aluminium-Kombination bieten die jeweils richtige Antwort auf die Fragestellung des Einsatzzwecks
Herstellern von Energieführungssystemen stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage nach der Ausrichtung des eigenen Portfolios: Spezialisierung oder Vielfalt?
Ausführung und Wahl eines Fahrrads orientieren sich am Zweck des Fortbewegens: Das Citybike ist für normale Alltagstouren, das Mountainbike hingegen offroad das Mittel der Wahl; im Radrennsport gibt es keine Alternative zum Rennrad; den Passagiertransport ermöglicht ein Fahrradtaxi, Indoor-Bewegung ein Ergometer oder Spinbike. Was haben Fahrräder und Energieführungssysteme gemein? Sie ermöglichen Bewegung, und es gilt, die richtige Antwort auf die Fragestellung des Einsatzzwecks zu finden.
Dieser geht bei Energieführungssystemen an Maschinen und Anlagen mit differenzierten Betriebsbedingungen einher. Daher gibt es bei der Wahl des Werkstoffs keine applikationsgerechte Universallösung, denn keiner kann alles.
Und doch sind Pro und Kontra von Materialien eine fortwährende, fast ideologisch geführte Diskussion. Die Wahl für neue Maschinen ebenso wie die Substitution von Materialien in bestehenden Anlagen ist oft eine subjektive Argumentation des Anbieters; sie wird untermauert mit technischen Details, materialspezifischen Eigenschaften und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Das Primärziel aus Sicht des Anwenders aber ist die bestmögliche Lösung für die entsprechende Applikation.

Entscheidende Details

Vor gut 50 Jahren waren die Möglichkeiten hierfür noch nicht so facettenreich. Wenig später stellten Kunststoffketten für viele Anwendungen eine technisch geeignete Alternative zu Stahl dar; nicht selten resultierten daraus schnellere, leichtere oder preisgünstigere Systeme. Mit Energieführungen aus modernen Hochleistungs-Kunststoffen lassen sich auch heute noch Applikationen optimieren oder sogar neue Anwendungsbereiche erschließen. In punkto Materialeigenschaften wurden in den letzten Jahren einschlägige Fortschritte gemacht.
Maßarbeit: Für vielschichtige Betriebsbedingungen wie enormes Gewicht, unterschiedlichste Leitungsdurchmesser, Strahlungswärme von über 70°C am Außenmantel der Leistungsleitungen, engster Bauraum und Radioaktivität sind Lösungen gefragt, die sämtlichen Anforderungen bis ins kleinste Detail gerecht werden Dennoch gibt es Einsatzgebiete, die für Kunststoffe weiterhin unerreichbar bleiben werden. Zum einen aus Kostengründen: Werkstoff-Sonderlösungen und High-Tech-Materialen, die sich etwa in der Formel 1 bewähren, sind in der Serienfertigung von Maschinen und Anlagen schlichtweg unwirtschaftlich. Zum anderen aufgrund des chemischen Aufbaus. Bei bestimmten Betriebsbedingungen wie übermäßigen mechanischen Belastungen, großen freitragenden Kettenlängen und hohem Leitungsgewicht, extremer Hitze, radioaktiver oder dauerhafter UV-Strahlung stoßen selbst Hochleistungskunststoffe an ihre Grenzen; dann ist Stahl fraglos die erste Wahl. So wären hygroskopische Kunststoffketten über Walzstraßen von Stahlwerken beispielsweise kein dauerhaft leistungsfähiges Material, das nicht nur durch die Hitze, sondern insbesondere durch die Dämpfe und Feuchtigkeit bei der Nachbearbeitung der Brammen beeinträchtigt würde.
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