10.03.2011 | Autor / Redakteur: Jeff Taylor-Jackson / Reinhard Kluger
Das für die Systementwicklung verantwortliche Team konzentriert sich normalerweise schwerpunktmäßig auf das Entwicklungsprojekt und plant die Entwicklungsfunktionen, die sich später auf die Produktfertigung und -prüfung auswirken. Auch müssen äußere Einflussfaktoren berücksichtigt werden, die auf Kundenanforderungen zurückgehen. Darüber hinaus ermittelt das Team die Kundenbedürfnisse und das für den Betrieb notwendige Personal (u. a. Entwicklungs-, Prüf-, Produktionsund Elektroingenieure). Jede dieser vielfältigen Aufgaben ist entscheidend für den Projekterfolg.
All diese Aktivitäten dürfen nicht unabhängig voneinander erfolgen. Sie müssen vielmehr aufeinander aufbauen und sich gegenseitig unterstützen. Die entsprechende Koordination ist die Aufgabe des Systemingenieurs. Eine von Pinto und Slevin [] durchgeführte Untersuchung legt den Schluss nahe, dass Unternehmen, die diese Technik bei der Projektplanung und im Projektmanagement einsetzen, gleich mehrfach profitieren: von einer genaueren Projektkontrolle, besseren Kundenbeziehungen, kürzeren Entwicklungszeiten, geringeren Kosten, höherer Qualität und Zuverlässigkeit und ganz allgemein von einer höheren Gewinnspanne. (J.K. Pinto und D.P. Slevin„Critical factors in successful project implementation“I .E.E.E Transactions on Engineering Management EM-34 Feb. 1987, Seiten 22 bis 27.) Weitere Vorteile sind eine stärkere Orientierung am Ergebnis, eine bessere Uusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen untereinander und eine höhere Motivation bei der Arbeit.
Wie man sich vorstellen kann, ist es kaum möglich ein Produkt – und sei es auch noch so nützlich – an den Kunden bringen, wenn es sich nicht kostengünstig entwickeln, testen und produzieren lässt. Und jeder Elektroingenieur irrt gewaltig, wenn er glaubt, dass er den Erfolg und die Nachhaltigkeit des Produkts nicht beeinflussen kann. Gerade für die Entwicklungsarbeiten auf der Systemebene sind Elektroingenieure unerlässlich. Wie bereits erwähnt, stehen alle Elemente im Produktionsprozess in einer Wechselwirkung. Dies gilt auch für die Elektrotechnik. Selbst innerhalb dieses nach außen hin scheinenden für sich allein stehenden Bereiches gibt es voneinander abhängige Teilbereiche wie beispielsweise Stromversorgung, Datenverarbeitung und Glasfaserverbindungen.
Der Elektroingenieur sollte bei seiner Arbeit eine Reihe von Anforderungen berücksichtigen, die entweder vom Kunden stammen oder systembedingt sein können. Bereits zu Beginn der Entwicklungsarbeiten müssen sich Ingenieure eine Reihe von Fragen stellen: Wie soll das Produktdesign getestet werden? Wie wird das Endprodukt gefertigt?
Große Unternehmen verfügen wahrscheinlich über eine eigene Prüfabteilung, deren Aufgabe es ist, Lösungen zum Testen der eigenen Produkte bereitzustellen. Dies vereinfacht das Prüfen von Produkten, weil die Zusammenarbeit mit dieser Abteilung etwaige Risiken beim Testen von Produkten reduziert, unabhängig von deren Komplexität. So kann die Prüfabteilung u. a. Vorschläge und Empfehlungen abgeben, beispielsweise zu Temperaturtests, Kurzschlusstests, Durchgangsprüfungen, Lastprüfungen, EMVTests oder Prüfungen der Signalintegrität. Wenn eine solche Abteilung nicht existiert, müssen die Entwickler diese Aspekte selbstständig berücksichtigen. Kommt Automatic Test Equipment (ATE) zum Einsatz, sollten sich die Entwickler überlegen, wie diese Messtechnik mit dem zu prüfenden Design verbunden werden soll. Im Fall einer elektrischen Verkabelung kann möglicherweise ein Prüfstecker sinnvoll sein, der die Prüfung des montierten und angeschlossenen Produkts vereinfacht und einen erneuten Produkttest während der Routinewartung erlaubt. Entwickler müssen stets die Fertigung des Design im Auge behalten: Wie einfach lässt sich das Produkt montieren oder demontieren? Sind Bauteile und Anschlüsse im Geräteinneren leicht zugänglich? Damit die Fertigungseignung eines Designs sichergestellt werden kann, muss jedes Mitglied des Projektteams verstehen, wie man das künftige Produkt fertigt, und: Welche Richtlinien und Einschränkungen gelten für die Produktion. Indem sie sich am Fertigungsprozess beteiligen, können Elektroingenieure ihr Design wunschgemäß realisieren und die fertigungsrelevanten Prozesse beeinflussen.
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