Smart Engineering

Eplan, Phoenix Contact und Rittal kooperieren für Schaltschrankplanung

| Redakteur: Sariana Kunze

Links: Beim Türaufbau reicht der optimal klimatisierte Bereich nicht bis zur Schrankwand. Mitte: Beim Seitenwandanbau links liegen alle Komponenten im optimal klimatisierten Bereich. Rechts: Die lüftungstechnischen Sperrräume sind frei von Hindernissen.
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Links: Beim Türaufbau reicht der optimal klimatisierte Bereich nicht bis zur Schrankwand. Mitte: Beim Seitenwandanbau links liegen alle Komponenten im optimal klimatisierten Bereich. Rechts: Die lüftungstechnischen Sperrräume sind frei von Hindernissen. (Eplan)

Mit „Thermal Design Integration“ zeigten Eplan, Phoenix Contact und Rittal auf der SPS IPC Drives neue Möglichkeiten zur normenkonformen Planung energieeffizient klimatisierter Schaltschränke. Mit dem virtuellen Engineering können Fehlplanungen sowie Ausfallzeiten vermieden werden.

Unter dem Begriff „Thermal Design Integration“ präsentieren die Kooperationspartner Eplan, Phoenix Contact und Rittal auf der SPS IPC Drives ein ganzheitliches Konzept – bestehend aus digitalen Produktdaten, softwarebasierten Projektierungshilfen und Klimatisierungslösungen. Es verspricht Anwendern im Schaltschrankbau Verbesserungen in puncto Konzeption, Entwärmung und störungsfreiem Betrieb von Schaltschränken. Planer sollen damit ihren Montageaufbau hinsichtlich der Klimaaspekte verifizieren können und interaktiv die bestmögliche Klimatisierungslösung vorsehen.

Dazu wird die virtuelle 3D-Aufbauplanung im System Eplan Pro Panel um spezielle Funktionen erweitert. Wesentliches Ziel ist es, dem Schaltanlagenplaner Funktionsweise, Leistungsgrenzen und Integrationsmöglichkeiten der einzelnen Klimatisierungsvarianten so zu vermitteln, dass er intuitiv und einfach eine Klimatisierungslösung entwickelt.

Keine Hitzenester mehr

Für die optimale Position der Klimatisierungskomponenten benötigt der Planer einen Überblick, an welchen Positionen im Schaltschrankaufbau sich besonders zu kühlende Komponenten befinden. Es gilt, von vornherein so genannte „Hot Spots“ zu vermeiden. Dazu steht in Eplan Pro Panel ab Herbst 2016 eine neue Funktion zur Verfügung, die verbaute Komponenten gemäß ihrer Verlustleistungsdichte unterschiedlich einfärben soll. Die Verlustleistungsdichte wird auf Basis der maximalen Verlustleistung in Relation zur Größe der verbauten Komponenten ermittelt.

Über die Informationen der Verlustleistung je Komponente hinaus erhält der Planer zudem Aufschluss über die Verteilung der Verlustdichte im gesamten Schrank. Liegt ein Ungleichgewicht in der Verteilung vor, kann er dies durch gezielte Änderungen im Montagelayout korrigieren. Alle dazu erforderlichen Informationen werden als Artikelinformationen über das Eplan Data Portal bereitgestellt – für aktive Komponenten genauso wie beispielsweise für Klemmen. Phoenix Contact stellt dazu die relevanten Gerätedaten wie maximale Verlustleistung, Mindestabstände oder Strömungsrichtungen bei Eigenlüftung für seine Komponenten im Eplan Data Portal zur Verfügung.

Luftführung im Schaltschrank visualisieren

Auch für die verbesserte und störungsfreiere Luftführung im Schaltschrank benötigt der Planer visuelle Hilfen, um den Einbauort der Komponenten – also die exakte Position im Schrank – mit den Einflussgrößen der Klimatisierung abzugleichen. Die lüftungstechnischen Sperrräume und der klimatisierte Bereich werden bei Verwendung von Rittal Klimatisierungslösungen grafisch angezeigt. Lüftungstechnische Sperrräume beispielsweise dürfen nicht mit Komponenten verbaut werden, weil das Klimagerät sonst signifikant in seinem Luftfördervolumen eingeschränkt wird. Dies kann bei entsprechenden klimatischen Bedingungen zu Problemen an den eingebauten Schaltgeräten oder elektronischen Bauteilen führen.

Der optimal klimatisierte Bereich beschreibt den Raum, den ein Klimagerät aufgrund seiner Luftförderleistung zuverlässig klimatisieren kann. Entsprechend visualisiert Eplan Pro Panel die maßgeblichen Geräteparameter. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die Luftgeschwindigkeit über die Entfernung vom Gerät sinkt und somit die Wurfweite des Gerätes begrenzt ist. Durch den Einsatz einer Luftumlenkung kann der Strömungsschatten ausgeblendet werden und die Kühlluft tritt parallel zur Tür in den Schrank ein. Das gerätespezifische Zubehör wird in der Anzeige des optimal klimatisierten Bereiches berücksichtigt. Alle dazu notwendigen Daten und Informationen werden künftig in den Produktdaten der entsprechenden Klimatisierungskomponenten von Rittal hinterlegt und über das Eplan Data Portal bereitgestellt. Durch den Einsatz von Eplan Pro Panel sollen sich in diversen Prüfläufen diese Daten verifizieren lassen.

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