Gedruckte Elektronik

Forscher entwickeln sprechendes Papier

| Redakteur: Katharina Juschkat

Papier, das seine eigene Stimme hat, haben Forscher der TU Chemnitz entwickelt.
Papier, das seine eigene Stimme hat, haben Forscher der TU Chemnitz entwickelt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Forscher der TU Chemnitz haben ein Verfahren entwickelt, um Papier mit gedruckter Elektronik auszustatten, die Ton abspielt, wenn man das Papier umblättert. Jetzt wollen die Forscher das Papier massentauglich herstellen.

Die Lautsprecher der Zukunft werden, wenn es nach dem Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz geht, dünn wie Papier sein und Verpackungen und Fotobücher zum Klingen bringen. In den Labors der Chemnitzer Forscher ist das fast Realität. Erstmals entwickelten sie 2015 das „T-Book“ – einen großformatigen Bildband, der mit gedruckter Elektronik ausgestattet ist. Blättert man eine Seite um, dann beginnt diese durch einen unsichtbar im Inneren des Blatt Papiers befindlichen Lautsprecher zu tönen. „Das T-Book ist ein Meilenstein in der Entwicklung gedruckter Elektronik“, meint Prof. Arved Hübler, unter dessen Leitung dieser Technologietrend seit 17 Jahren vorangetrieben.

Forscher wollen kostengünstige Massenproduktion ermöglichen

Dr. Georg Schmidt (l.) und Student Robert Eland kontrollieren an einer Rolle-zu-Rolle-Druckmaschine im Labor der Professur Printmedientechnik die Qualität eines Probedruckes.
Dr. Georg Schmidt (l.) und Student Robert Eland kontrollieren an einer Rolle-zu-Rolle-Druckmaschine im Labor der Professur Printmedientechnik die Qualität eines Probedruckes. (Bild: TU Chemnitz/Uwe Meinhold)

Die klangvolle Erfindung aus Chemnitz wird bisher in einer halbautomatischen Einzelbogenfertigung hergestellt. Dabei bedrucken die Forscher ganz normales Papier oder Folien mit zwei Schichten eines leitfähigen organischen Polymers als Elektroden. Dazwischen kommt eine piezoelektrische Schicht als aktives Element, was das Papier oder die Folie in Schwingungen versetzt. Die Luftverdrängung erzeugt dann laut und deutlich den Sound. Die beiden Seiten des Lautsprecherpapiers lassen sich farbig bedrucken. Aktuell ist das nur in einzelnen Bögen möglich, weshalb das Verfahren nicht sehr effizient ist.

Deshalb gehen die Forscher des Instituts für Print- und Medientechnik seit diesem Mai einen neuen Weg zur kostengünstigen Massenproduktion. Mir ihrem aktuellen Projekt „Rollengedrucktes Lautsprecherpapier“ wollen sie statt der Bogenherstellung zur Rollenfertigung wechseln. „Damit soll der Herstellungsprozess erheblich effizienter werden, um zukünftig beispielsweise Massenmärkte wie Fotobücher adressieren zu können“, erklärt Projektleiter Georg Schmidt. Außerdem wollen die Forscher das Lautsprecherpapier leistungsfähiger und anmutender gestalten. „Somit wird die Möglichkeit eröffnet, das Potenzial des Lautsprecherpapiers voll auszunutzen und auch auf weitere Anwendungsbereiche – zum Beispiel im Bereich der Sensorik – auszuweiten“, sagt Schmidt.

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