Motor

Forschungsschiff Atair fährt mit LNG-Technologie

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die „ATAIR“, das erste Schiff in der BSH-Flotte mit LNG-Technologie
Die „ATAIR“, das erste Schiff in der BSH-Flotte mit LNG-Technologie (Bild: Wärtisliä)

Das Technologieunternehmen Wärtsilä liefert die Motoren für das Forschungsschiff "Atair". Das mit Flüssiggas-(LNG)-Antrieb betriebene Schiff wird im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland gebaut. Das hat das Unternehmen mitgeteilt.

Die neue 75 m lange „Atair“ wird das 30 Jahre alte Vorgängerschiff gleichen Namens ersetzen und ist das erste deutsche Forschungsschiff, das mit Flüssiggas betrieben wird. Zukünftiger Eigner des derzeit bei der Fassmer-Werft in Deutschland gebauten Schiffes ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Das gesamte Lieferpaket von Wärtsilä für die „Atair“ umfasst zwei 6-Zylinder-Wärtsilä-20DF-Dual-Fuel-Motoren, die sowohl mit LNG als auch konventionellen Flüssigbrennstoffen betrieben werden können, ein 6-Zylinder-Wärtsilä-20-Motor, zwei Abgasreinigungssysteme sowie ein Wärtsilä LNGPac-Gasbunker-, Versorgungs- und Kontrollsystem.

Motoren doppelt elastisch gelagert

Die Motoren werden die TIER-III-Klassifizierung erhalten: Die Dual-Fuel-Motoren erfüllen die Kriterien beim Betrieb mit Gas und dank der Wärtsilä-SCR-Systeme erfüllen alle Motoren die entsprechenden Vorschriften beim Betrieb mit Diesel. Die SCR-Technologie wird benötigt, wenn die Motoren mit konventionellem Schiffsdiesel betrieben werden und z.B. das Schiff seine LNG-Versorgung auf langen Fahrten aufgebraucht hat.

Außerdem werden die Motoren doppelt elastisch gelagert, um zusätzlich die Geräuschentwicklung zu minimieren. Mit dieser speziellen Wärtsilä-Technik erfüllt das Schiff die Voraussetzungen für die Einstufung in Klasse „Silent R“ der Klassifikationsgesellschaft DNVGL. Dies bedeutet, dass Sonargeräte ohne Störungen durch unter Wasser übertragene Motorengeräusche eingesetzt werden können.

Atair erste Schiff mit LNG-Technologie

„Unsere Dual-Fuel-Technologie ist einzigartig bei mittelschnell laufenden Motoren kleiner Bohrung, und auch die Betriebskosten sind aufgrund der langen Serviceintervalle und des wirtschaftlichen Kraftstoffverbrauchs des Wärtsilä-20DF-Motors niedriger, als dies bei schnell laufenden Motoren der Fall ist. Wir können auf eine enge Zusammenarbeit mit der Fassmer-Werft zurückblicken und sind stolz darauf, dass Wärtsilä auch bei diesem wichtigen Projekt als Lieferant für Maschinen und Ausrüstung ausgewählt wurde“, so Lars Anderson, Vice President, Engine Sales, Wärtsilä Marine Solutions.

„Die neue „ATAIR“ wird das erste Schiff mit LNG-Technologie in unserer Flotte sein. Deshalb vertrauen wir auf die Erfahrung und Fachkompetenz von Wärtsilä im Bereich Motoren und LNG-Tankausrüstung. Dank der Dual-Fuel- und SCR-Technologien wird das Schiff unter allen Bedingungen – ob beim Betrieb mit Flüssiggas oder mit Diesel – die TIER-III-Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation erfüllen“, erklärt Kai Twest, Leiter des BSH-Bereichs Schiffe und Geräte.

Wärtsilä wird außerdem die Motoren und SCR-Systeme für drei deutsche Polizeiboote liefern, die ebenfalls in der Fassmer-Werft gebaut werden. Die Wärtsilä-Technik soll Mitte 2018 an die Werft geliefert werden, die Indienststellung des Schiffes ist für Anfang 2020 geplant.

SCR-Technologie für das Tiefseeforschungsschiff „Sonne“

Wärtsilä hat bereits doppelt elastisch gelagerte Hauptmotoren mit SCR-Technologie für das Tiefseeforschungsschiff „Sonne“ geliefert, dessen Eigner ebenfalls die Bundesrepublik Deutschland ist. Das mit großem Erfolg operierende Schiff ist wegen seiner modernen und umweltfreundlichen Ausrüstung bei Wissenschaftlern außerordentlich beliebt und untermauert so den Ruf von Wärtsilä als Anbieter von technologisch hochentwickelten und ökologisch verantwortlichen Produkten und Lösungen. (jup)

Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal konstruktionspraxis.de.

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