Generationenwechsel bei Pilz

Im Gespräch: „Das Herz für das Unternehmen mitbringen“

| Autor: Sariana Kunze

Ende 2017 wird sich Renate Pilz (Mitte), Vorsitzende der Geschäftsführung, aus dem operativen Geschäft verabschieden und die Leitung des Familienunternehmens Pilz komplett in die Hände von Tochter Susanne Kunschert (links) und Sohn Thomas Pilz (rechts) übergeben.
Ende 2017 wird sich Renate Pilz (Mitte), Vorsitzende der Geschäftsführung, aus dem operativen Geschäft verabschieden und die Leitung des Familienunternehmens Pilz komplett in die Hände von Tochter Susanne Kunschert (links) und Sohn Thomas Pilz (rechts) übergeben. (Bild: S.Kunze/elektrotechnik)

Das Familienunternehmen Pilz konnte im Geschäftsjahr 2016 erneut ein gutes Wachstum vorweisen. Im Jahr 2017 steht nun eine große Veränderung in der Geschäftsführung an. Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung, wird Ende 2017 nach über 42 Jahren die Führung des Unternehmens in die Hände ihrer Kinder legen. Elektrotechnik hat mit der Familie Pilz über Herausforderungen und Chancen für die Zukunft gesprochen.

Mit 306 Mio. Euro Umsatz war 2016 für Pilz ein weiteres Wachstumsjahr. Auch das Geschäftsjahr 2017 zeichnet sich nach aktuellem Stand gut ab, während andere Unternehmen mit den volatilen Märkten zu kämpfen haben. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Renate Pilz,Susanne Kunschert,Thomas Pilz unisono: Unsere Mitarbeiter.

Susanne Kunschert: Unsere Mitarbeiter, unsere Unternehmenswerte und das Leitbild meines Vaters Peter Pilz 'Wir wollen unsere Kunden durch unsere Leistungen überzeugen und nur beste Produkte und überdurchschnittliche Dienstleistungen anbieten. Ideenreiches Marketing und angewandte Technik aus zuverlässiger Produktion soll unseren Kundenstamm festigen und ständig erweitern' liegen uns am Herzen. Wir haben bei Pilz eine gelebte Unternehmenskultur, die unseren Mitarbeitern Freude bei der Arbeit bereitet und so innovative Ideen hervorbringt. In 2016 konnten wir 142 neue Stellen schaffen und beschäftigen nun 2.172 Mitarbeiter. Auch für 2017 planen wir einen weiteren Stellenaufbau. Der Mensch steht für uns im Mittelpunkt.

Frau Pilz, was ist es für ein Gefühl, bald nach so vielen Jahren die Rolle als erfolgreiche Vorsitzende der Geschäftsführung eines internationalen Unternehmens abzulegen?

Renate Pilz: Es erfüllt mich mit ganz großer Dankbarkeit – es war eine schöne Zeit und Pilz bleibt auch weiterhin ein Familienunternehmen. Mit gut Mitte 70 habe ich mich entschlossen, mich Ende 2017 aus meiner aktiven Rolle in der Geschäftsführung zu verabschieden und Pilz in die Hände meiner Tochter und meines Sohnes zu übergeben. Meine Kinder haben sich aus eigenen Stücken entschlossen, diese Verantwortung zu übernehmen. Sie werden mit viel Freude, Sachverstand und Emotionalität die Geschäfte weiterführen. Denn Ausbildung und Erfahrung sind das eine, doch man muss auch das Herz für das Unternehmen mitbringen. Der jetzige Generationenwechsel hat eigentlich schon vor gut zehn Jahren mit dem Eintritt meiner beiden Kinder in das Unternehmen begonnen. Ich kann die Geschäfte gelassen an sie übergeben, da sie seit vielen Jahren erfolgreich die komplette Verantwortung für ihre Bereiche tragen. Den Geschäftsbereich Markt, für den ich verantwortlich bin, übergebe ich 2018 an meine Tochter Susanne Kunschert. Sie wird aber auch weiterhin die Bereiche Finance, Human Resources sowie die Stabsstellen Organisational Development und Innovation Management leiten. Mein Sohn Thomas Pilz bleibt für die Bereiche IT, Purchasing, Advanced Development, Product Development, Quality Management, Production, Production Technology und die Stabsstelle Standards Group zuständig.

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Können Sie loslassen?

Renate Pilz: Wie schon Theresa von Avila sagte „Solo Dios basta“ (Gott allein genügt). Ich habe mich immer über das Leben und nicht über die Firma definiert – obwohl Pilz immer ein wichtiger Teil in meinem Leben bleibt.

Susanne Kunschert: Meine Mutter war schon immer ein Vorbild im Loslassen und Im-Sich-Wandeln. Das ist ihre große Stärke und deshalb lässt sie jetzt auch fröhlichen Herzens und mit großer Dankbarkeit los.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Renate Pilz: Ich habe noch keine ganz konkreten Vorstellungen, was ich dann mache. Ich bin offen für Neues. Ich werde mein Leben weiterführen und alles andere wird sich entwickeln.

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