Im Zeitplan

Fertig Motors produziert Servomotoren für Beckhoff

| Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Angelaufen: Fertig Motors produziert in Marktheidenfeld seit dem 1. Januar Servomotoren für Beckhoff. (Beckhoff)
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Angelaufen: Fertig Motors produziert in Marktheidenfeld seit dem 1. Januar Servomotoren für Beckhoff. (Beckhoff)

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Antriebstechnik Die neuen Servomotoren AM8000 von Beckhoff kommen aus Marktheidenfeld: Das mit der Beckhoff-Gruppe in einem Joint Venture verbundene Unternehmen hat die Serienproduktion aufgenommen. Künftig ist die fränkische Kleinstadt auch Kompetenzzentrum für kundenspezifische Motorentwicklungen.

Alles läuft wunderbar nach Plan im fränkischen Marktheidenfeld. Dort, wo der Automatisierer Beckhoff aus Ostwestfalen seine neuen Servomotoren fertigt. Die Fertig Motors GmbH hat ihre Arbeit aufgenommen. „Wie auf der SPS/IPC/Drives 2010 versprochen, läuft die Produktion seit dem 1. Januar 2012“, verkündet Michael Pfister, dass der angekündigte Zeitplan im grünen Bereich ist. Begonnen hat man mit kleinen Losgrößen, vereinzelt für Bemusterungsaufträge.

Seit März laufen jetzt größere Stückzahlen, erklärt der Produktmanager Antriebstechnik bei Beckhoff Automation in Verl: „Die ersten Kunden setzen unsere neuen Motoren bereits serienmäßig ein, entsprechend können wir im großen Stil beginnen.“

Ausgelegt ist der Betrieb auf eine Fläche von tausend Quadratmetern, beschäftigt sind derzeit 25 Mitarbeiter und das Plansoll für das laufende Jahr 2012 ist ebenfalls definiert: 10 000 Einheiten will man hier produzieren. „Das werden wir auch schaffen“, ist Michael Pfister zuversichtlich.

Automatisierte Fertigungfür Motoren

Dass man sich für den Standort Marktheidenfeld entschieden habe, liege nicht nur daran, weil der Mitinhaber und Geschäftsführer Erwin Fertig hier seine antriebstechnischen Wurzeln hat, sondern auch, weil Beckhoff ausschließlich in Deutschland produziert. Mit all den Vorteilen, den ein solcher Standort bietet: schnelle Verfügbarkeit von Vorprodukten und gut ausgebildetes Personal. Und als weiteres Argument zählt: Die Kosten für Servomotoren Made in Germany setzen sich anteilig aus 70 Prozent Materialaufwand und lediglich aus 30 Prozent an Löhnen und Gehältern zusammen. „Also sind die Lohnkosten nicht so der entscheidende Faktor wie vielleicht bei anderen Produkten“, sagt Michael Pfister.

Einkabel-Lösung als Besonderheit

Zwar ist die Fertigung in Marktheidenfeld noch nicht voll ausgelastet, aber die Frage, ob hier künftig alle Beckhoff-Motoren hergestellt werden sollen, verneint Michael Pfister vehement: „Die Motoren der eingeführten Serien AM3000 und AM3500 werden weiter wie gewohnt zugekauft, in Marktheidenfeld ist die Fertigung der Servomotoren AM8000 und AM8800.Wir werden hier auch Motoren für andere Unternehmen bauen, auch schon deshalb, um die Fertigung auszulasten und um wettbewerbsfähig zu sein“, räumt der Produktmanager ein: „Derzeit laufen schon die ersten Projekte,“ fügt er hinzu.

Neue Motorentypen sind wie geschaffen für neue Fertigungen. Bei Beckhoff ist das der Servomotor AM8000, ausgelegt für eine 50 Prozent längere Lebensdauer als die meist auf dem Markt erhältlichen Servomotoren, wie Michael Pfister betont: „ Für unsere Kunden ist das sehr interessant, denn damit hält der Motor so lange, wie üblicherweise die Standzeiten für Maschinen berechnet sind.“ Die Kugellager sind für 30 000 Betriebsstunden ausgelegt.

Und nicht nur das: Besonderes Alleinstellungsmerkmal dieser Servomotoren ist die One Cable Technologie. Ein übliches Schleppketten-taugliches Standardkabel, wie der Beckhoff-Manager anmerkt, keine teure Hybridausführung. Die Technik dahinter funktioniert wie folgt: Über zwei vorhandene Adern erfolgt die digitale Kommunikation der Feedback- und Temperatursignale. „Erforderlich ist somit nur ein Motoranschlusskabel für Feedback und Kommunikation“, bilanziert Michael Pfister. Damit lassen sich die Kosten für Material und Montage deutlich reduzieren. Neben der Einkabel-Lösung hebt sich der neue Servomotor mit weiteren Features ab. Neue Werkstoffe und das Einzelzahnwicklungsverfahren, das einen besonders hohen Kupferfüllfaktor ermöglicht, verbessern die Leistungsdichte deutlich. „Das sieht man an den Kennlinien, die bei unseren Motoren sehr gerade ausfallen“, beschreibt der Antriebsfachmann den Effekt: „Dank der hohen Polzahl ist es uns gelungen, einen energiesparenden Motor fertigen zu können, denn es war uns wichtig, mit der eingesetzten Energie möglichst viel Leistung zu erzielen.“ Und: Auf den ersten Blick zwar nicht zu erkennen, aber der AM8000 ist modular aufgebaut. „So können wir jegliche Kundenwünsche mechanischer Art realisieren“, zeigt Michael Pfister den Nutzen für den Maschinenbauer auf. Man könne so fast alle Wünsche hinsichtlich der Flanschgeometrie erfüllen. „Das ist uns ganz wichtig und erklärtes Ziel unserer Entwicklung“, betont er.

Weiterhin sind dann auch kundenspezifische Motorentwicklungen kein Problem, Marktheidenfeld ist das Beckhoff-Kompetenzzentrum für anwenderspezifische Motorenentwicklungen.

Einsetzbar ist der AM8000 vielfältig für die unterschiedlichsten Branchen. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bedarf es jedoch gesonderter Ausführungen. Hier sind rückstandsfreie Edelstahlmotoren gefragt, solche, die die strengen FDA-Anforderungen erfüllen wie der AM8800. Ausgestattet in Schutzart IP 67, optional ist sogar IP 69K möglich, damit kann dieser Motor sogar mit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden.

Die Baureihen AM8000 und AM8800 werden erweitert

Auf der Hannover Messe 2012 wird Beckhoff die Baureihe AM8000 abrunden. Geplant ist eine kleinere Version für 0,5 Nm Stillstandsdrehmoment. Mit der Baureihe AM807x werde man den Bereich nach oben abdecken. Hier sind Motoren für 25 bis 70 Nm geplant. Und auch die Baureihe der Edelstahlmotoren werde, so Pfister, um eine komplette Baugröße ergänzt, abgestuft bis zu 16,7 Nm Stillstandsdrehmoment.

Mit dem Realisieren weiterer Versionen sind die Basisausführungen der Baureihe AM8000 und AM8800 eigentlich abgeschlossen, sodass man zur SPS-Messe in Nürnberg von Beckhoff durchaus etwas Neues in Sachen elektrische Antriebe erwarten darf. Ohne Details zu verraten, steht für den Beckhoff-Manager aber schon heute fest: „Gebaut werden die Motoren auf jeden Fall in Marktheidenfeld. Die Kernkompetenz bleibt hier im Haus.“

Hannover Messe, Halle 9, Stand F06

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