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Schnelle Marktakzeptanz erwartet

Der 32-Bit-Markt verzeichnet die größten Wachstumschancen

 

06.04.2009 | Autor: Reinhard Kluger

 

Die kommende Generation von Windows Embedded stützt sich auf den Kernel von Windows 7, das wird den Anwendern völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Weitere Szenarien werden Parallelverarbeitung, Vernetzung und lose Kopplung von Systemen auf wachsenden Skalen sein.


Dr. Frank Prengel, Microsoft: „Das Echtzeit-Betriebssystem Windows Embedded CE 6.0 steht zu großen Teilen in Form von Sourcecode zur Verfügung, der inspiziert und frei verändert werden darf, ohne dass die Änderungen offengelegt werden müssen. Das versetzt Hersteller in die Lage, Modifikationen vornehmen und das darin enthaltene Know-How gleichzeitig vor dem Wettbewerb schützen zu können.“
Dr. Frank Prengel, Microsoft: „Das Echtzeit-Betriebssystem Windows Embedded CE 6.0 steht zu großen Teilen in Form von Sourcecode zur Verfügung, der inspiziert und frei verändert werden darf, ohne dass die Änderungen offengelegt werden müssen. Das versetzt Hersteller in die Lage, Modifikationen vornehmen und das darin enthaltene Know-How gleichzeitig vor dem Wettbewerb schützen zu können.“
Mit Windows Embedded werden verteilte, skalierbare Anwendungen vom Web bis zum Sensor möglich sein. So sieht Dr. Frank Prengel, Technical Evangelist, Microsoft Deutschland, die Zukunft von Windows Embedded.

Herr Dr. Prengel, Windows Embedded ist eine Programm-Familie, die auch der Automatisierer nutzt. Wie steht es um Windows Embedded? Wie hat es sich am Markt durchgesetzt, welche Umsatzzahlen können Sie nennen?

Microsoft konzentriert sich mit seinen Embedded-Produkten heute bewusst auf den 32-Bit-Markt, da hier gegenwärtig und in der nahen Zukunft die größten Wachstumschancen zu verzeichnen sind. Wir sehen deshalb hier auch steigende Akzeptanz unserer Betriebssysteme und folglich wachsende Umsätze sowie zunehmende Marktanteile, besonders auch in Schlüsselbereichen wie POS-Systemen und Navigationsgeräten, für die wir speziell vorbereitete Produktversionen für die schnelle Markteinführung anbieten. Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr auch unser Microsoft Embedded Systems Development Center (MESDC) in Aachen eröffnet und werden in den nächsten drei Jahren bis zu 300 Mio. USD in die Produktentwicklung investieren.

Wie geht es denn mit Windows Embedded weiter? Gibt es künftig ein Vista-Embedded?

Wir haben in den vergangenen Monaten drei neue Produktversionen erfolgreich am Markt eingeführt, unter anderem Windows Embedded Standard 2009, welches wie schon sein Vorgänger Windows XP Embedded auf dem Kernel von Windows XP basiert. Unsere Kunden haben uns signalisiert, dass dies gegenwärtig ihren Anforderungen entgegenkommt und kein dringender Bedarf nach einer speziellen Embedded-Version von Windows Vista besteht. (Die Desktop-Version von Windows Vista steht übrigens im Rahmen der Lizenzform Windows Embedded Enterprise für Embedded-OEMs zur Verfügung.) Bei der Entwicklung der nächsten Version von Windows Embedded Standard werden wir uns auf den Kernel von Windows 7 stützen, welches gegenwärtig von Millionen interessierten Benutzern einem Betatest unterzogen wird. Die Resonanz ist sehr positiv. Dieses Produkt wird den Geräteherstellern nach der Fertigstellung im kommenden Jahr also viele neue Möglichkeiten eröffnen, und wir erwarten auch hier eine schnelle Marktakzeptanz.

Bei all den vielen Bezeichnungen, die sehr kompliziert klingen, sei eine Frage erlaubt: Blickt da der Anwender noch durch?

In der Tat fällt die Orientierung in unserer Produktpalette heute manchem nicht ganz leicht. Bedingt ist dies unter anderem durch historisch gewachsene Produktbezeichnungen, welche nicht immer die Zugehörigkeit zu einer Produktfamilie erkennen lassen. Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr begonnen, unsere Nomenklatur zu vereinheitlichen. Alle Embedded-Betriebssysteme beginnen künftig mit dem „Familiennamen“ Windows Embedded und können in zwei Hauptkategorien unterteilt werden. Zum einen ist da die Palette der Embedded-Plattformen, also universell einsetzbarer, komponentenbasierter Betriebssysteme, wozu künftig Windows Embedded Compact (das heutige Windows Embedded CE), Windows Embedded Standard sowie Windows Embedded Enterprise gehören. Auf der anderen Seite haben wir „vertikale“ Lösungen für Schlüsselkategorien von Geräten oder Industrien – hier finden wir heute Windows Embedded POSReady (für POS-Systemhersteller) und Windows Embedded NavReady (für Hersteller portabler Navigationssysteme). Weitere Produkte werden, abhängig vom Marktbedarf, angedacht.

Wie geht es in der Zukunft weiter? Was kommt? Was können wir noch erwarten?

Der Trend geht einerseits in Richtung 32- und 64-Bit-Hardware, hier sind wir heute und künftig gut aufgestellt. Andererseits werden Szenarien immer wichtiger, in denen es um Parallelverarbeitung, Vernetzung und lose Kopplung von Systemen auf wachsenden Skalen geht – bis hin zu einem dienstorientierten Ansatz, den wir schon aus anderen IT-Bereichen kennen, und den Microsoft mit der Implementierung des „Device Profile for Web Services“ (DPWS) in seinen Produkten unterstützt. Auf globaler Skala wird in den kommenden Jahren das Thema „Cloud Computing“ an Bedeutung gewinnen. Auch hiervon werden vernetzte Embedded-Systeme berührt sein, und Microsofts Cloud-Computing-Plattform Windows Azure und das zugehörige Framework werden Geräte mit Windows Embedded als gleichberechtigte Bestandteile einbinden können. Das wird verteilte, skalierbare Anwendungen vom Web bis hin zum Sensor ermöglichen.

Microsoft geht das Thema Open Source aktiv an. Was heißt das für den Automatisierer? Was hat Microsoft Embedded an Open Source zu bieten, was andere nicht haben?

Zum einen ist Windows natürlich, und das schließt auch Windows Embedded ein, eine gute Plattform für alle Arten von Open-Source-Software, die die Hersteller selbst entwickeln oder erwerben und einsetzen möchten. Besonders zu erwähnen ist hier aber unser Echtzeit-Betriebssystem Windows Embedded CE 6.0, welches zu großen Teilen in Form von Sourcecode zur Verfügung steht (darunter der komplette Betriebssystemkernel). Dieser Code unterliegt einer sogenannten „Shared Source“-Lizenz, was bedeutet, dass er inspiziert und frei verändert werden darf, ohne dass die Änderungen offengelegt werden müssen. Das versetzt Hersteller in die Lage, Modifikationen vornehmen und das darin enthaltene Know-How gleichzeitig vor dem Wettbewerb schützen zu können. Bei vielen alternativen Open-Source-Lizenzen ist das aufgrund der Offenlegungspflicht nicht möglich. Auf diese Weise garantiert Microsoft seinen Kunden Flexibilität und gleichzeitig einen Wettbewerbsvorteil durch Schutz des intellektuellen Kapitals.
Redakteur: Reinhard Kluger
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