Embedded-Computing-Markt 2009

Die drei maßgeblichen Entwicklungsrichtungen im Embedded-Markt

18.02.2009 | Autor / Redakteur: Norbert Hauser* / Holger Heller

Ein Semi-Custom-Design des CompactPCI-Boards Kontron CP306 kommt in der industriellen Bildverarbeitung bei Krones zum Einsatz

Dieses Jahr wird den Embedded-Markt in dreierlei Hinsicht verändern: Die höhere Integration der zunehmend kleineren Prozessoren und Chipsätze ermöglicht immer kleinere Formfaktoren. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden das Outsourcing bei OEMs verstärken. Und zur Beurteilung eines Lieferanten wird dessen finanzielle Stärke an Bedeutung gewinnen.

Eines ist sicher: Keiner kann derzeit die wirtschaftlichen Entwicklungen vorhersagen. Sicher ist nur, dass alle die wirtschaftlichen Veränderungen der globalen Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. In welcher Form bleibt dabei offen. Für den Embedded-Markt ist davon auszugehen, dass aufgrund des Kostendrucks viele Unternehmen, die bisher die Hardwarelösungen im eigenen Hause umgesetzt haben, vermehrt an Embedded-Computer-Hersteller outsourcen werden. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich für OEMs insbesondere dann, wenn die Kernkompetenz des Unternehmens nicht in der Baugruppe selbst, sondern in der Applikation liegt.

Hinzu kommt der technologische Aspekt der immer komplexer und integrierter werdenden Prozessortechnik: Mussten bei einem 386er-System noch 132 Pins von der CPU geroutet werden, so sind bei Quadcore-Prozessoren der jüngsten Generation für den LGA-775-Sockel ganze 775 Leiterbahnen zu bewerkstelligen – fehlerfrei und validiert. Bei In-House-Designs wird dabei das Rad immer neu erfunden, da stets die gleiche Arbeit gemacht werden muss. Embedded-Anbieter hingegen können diese Arbeiten zentralisieren und sie für die diversen Standard-Module, -Boards und -Systeme verwenden als auch für kundenspezifische Boarddesigns der jeweiligen Prozessoren.

Bild 1: Märklins Central Station 60213 wurde von Kontron als Full-Custom-Design entwickelt und wird von Kontron gefertigt
Bild 1: Märklins Central Station 60213 wurde von Kontron als Full-Custom-Design entwickelt und wird von Kontron gefertigt

Neben der höheren Komplexität trägt auch die Miniaturisierung dazu bei, dass mehr individuelle Designs gefordert werden. Dies ergibt sich alleine durch den geringeren Platz: Immer wenn ein System kleiner wird, wird die Positionierung der jeweiligen Schnittstellen deutlich mehr durch die äußere Form bestimmt. Und diese variiert vergleichsweise stärker als bei größeren Designs. Insofern kann man bei kleineren Designs weniger auf Standardbaugruppen zurückgreifen als bei größeren Designs.

In Krisenzeiten Lieferanten sorgfältig auswählen

Geht man davon aus, dass bisherige InHouse-Projekte im Wesentlichen durch große Stückzahlen geprägt waren, so kommt nicht jedes Unternehmen als Partner für Outsourcingprojekte in Betracht. Erst recht in einer wirtschaftlich schwierigen Situation sollte der Lieferant nicht zuletzt aus Gründen der Investitionssicherheit hinsichtlich seiner Eigenkapitalquote und Liquidität verstärkt geprüft werden, um so die Investition langfristig zu sichern.

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