Quest Studie

Kein gemeinsamer Kurs bei weltweiter Industrieproduktion

| Redakteur: Sariana Kunze

Die komplette Industrieproduktion hat es noch nicht über das Vorkrisenniveau geschafft.
Die komplette Industrieproduktion hat es noch nicht über das Vorkrisenniveau geschafft. (Quest)

Ein neuer Report des Quest Trend Magazin stellt die weltweite Industrieproduktion im ersten Halbjahr 2014 in den Zusammenhang der strukturellen Veränderungen, die in den letzten 15 Jahren seit 2000 entstanden sind. Dabei zeigt die Industrieproduktion in den Industrieländern Deutschland, den 28 EU Ländern, den USA und Japan im ersten Halbjahr ein uneinheitliches Bild.

Die Industrieproduktion in den Industrieländern In Deutschland hatte die Industrieproduktion das Vorkrisenniveau bereits 2011 leicht überschritten, fiel dann aber 2012 und 2013 wieder zurück und hat im ersten Halbjahr 2014 das Vorkrisenniveau erneut überschritten. In den USA hat die Industrieproduktion das Vorkrisenniveau erstmals und deutlich im ersten Halbjahr überschritten. Noch deutlich unter ihrem Vorkrisenniveau liegen Japan und die 28 EU-Länder als Ganzes. Damit ist der Prozess der Krisenüberwindung zwar in vollem Gange, aber immer noch offen.

Krisenzyklus soll sich halbiert haben

Diese Situation im sechsten Jahr seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 bedeutet ein Novum in den Industrieländern. Es sind strukturelle Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion der Industrieländer eingetreten, die im Jahr 2000 begonnen haben. Ein weiterer Report im Quest Trend Magazin identifiziert diese Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion von 2000 bis 2013. Zwei dieser strukturellen Veränderungen besagen, dass sich die Dauer zwischen zwei Wirtschaftskrisen, also der Krisenzyklus, von früher zehn auf fünf Jahre halbiert hat und dass sich die Dauer der Krisen von früher ein bis zwei Jahre, dann seit 2000 auf drei bis vier und schließlich seit 2008 auf fünf oder mehr Jahre verlängert hat.

Krisengebeutelt oder nicht?

Diese strukturellen Veränderungen drücken der aktuellen Situation ihren Stempel auf. Es braucht jetzt fünf bzw. sechs Jahre (oder länger), das Vorkrisenniveau zu überschreiten. Und der Prozess der Krisenüberwindung erhält einen uneinheitlichen Charakter: die USA brauchen fünf Jahre zur Krisenüberwindung, die EU als Ganzes hat dies auch im sechsten Jahr nicht geschafft, Deutschland war schon 2011 über Vorkrisenniveau, fiel dann zurück und liegt jetzt wieder darüber. Japan, die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft, liegt immer noch deutlich unter seinem Vorkrisenniveau. Auch die Industrieproduktion in den BRIC- wie auch MIST-Ländern zeigt im ersten Halbjahr einen uneinheitlichen Charakter, in dem dynamisches Wachstum (China, Türkei, Indonesien), geringes, zähes Wachstum (Russland, Indien, Mexiko) und Stagnation bzw. Rückgang (Brasilien, Südkorea) miteinander verflochten sind.Der Report im Quest Trend Magazin beurteilt diese uneinheitliche Lage als das wesentliche Merkmal im ersten Halbjahr 2014. Diese Art der Entwicklung wie in Deutschland, Wachstum bis nahe an das Vorkrisenniveau oder darüber, dann wieder Rückschlag, erneutes Wachstum und wieder Rückgang - diesen Entwicklungstyp sieht der Report als kennzeichnend für das Jahr 2014 an.

Der Report deutet an, dass die deutlich angestiegenen Handelsbeschränkungen (Warnung der WTO) und die Zunahme der politischen Spannungen, aktuell sichtbar an der Ukraine-Krise, die uneinheitliche Entwicklung weiter verstärken werden.

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