Home > Motion & Drives > Komplettantriebe

Safety

Anforderungen für Antriebe und deren Beeinflussung durch die neue europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EU

 

08.02.2010 | Autor: Thomas Steffens

 

Wenn Sicherheitsfunktionen gleich im Antrieb integriert sind, wirkt sich das unmittelbar auf die Kosten einer Anlage oder Maschine aus. Die Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) ist häufig schon Standard. Weitere Funktionen sind Safe Operating Stop und Safe Stop.


Zum Realisieren von Sicherheitsfunktionen ist die gesamte Sicherheitskette zu betrachten.
Zum Realisieren von Sicherheitsfunktionen ist die gesamte Sicherheitskette zu betrachten.
In den letzten Jahren hat es bedeutende Entwicklungen für Antriebsanwendungen innerhalb der Industrie gegeben. Diese Entwicklungen fordern mehr als je zuvor von Antrieben die Übernahme von sicherheitsrelevanten Funktionen. Dabei müssen Antriebe vor allem im Hinblick auf die Erfüllung der Norm EN 61800-5-2 bestimmte Anforderungen erfüllen. Und und so wirkt sich die neue Europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EG auf Antriebe mit integrierten Sicherheitsfunktionen aus: Gemäß den harmonisierten Sicherheitsstandards der neuen europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG muss für die Realisierung von Sicherheitsfunktionen in Maschinenanwendungen immer die gesamte Sicherheitskette betrachtet werden. Eine typische Sicherheitskette besteht aus Sensor, Logik und Aktorik.
Eine Sicherheitskette kann somit aus einem Lichtgitter als Sensor, einer sicheren SPS als Logik und einem Antrieb mit integrierter Sicherheit als Aktorik, als Teil der Sicherheitsfunktion welches die gefährliche Bewegung eines Roboter verhindert, bestehen. (Dabei zu beachten: Die ”Sicherheitskette” umfasst alle für die Sicherheitsfunktion verantwortlichen Teile). Anstatt diese Sicherheitsfunktionalität durch Verwendung elektromechanischer Komponenten zur Unterbrechung der Energieversorgung zum Motor zu realisieren bieten immer mehr Antriebe diese Funktionalität als zertifizierte integrierte elektronische Lösung an. Diese elektronisch realisierte Abschaltung bietet selbstredend verschiedene Vorteile, wie kurze Reaktionszeiten, weniger Verschleiß durch Wegfall mechanischer Komponenten sowie kleinere Abmaße der Realisierung. Dies alles wirkt sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit und die Kosten einer Anlage aus.

Der Standard definiert die Anforderungen

Der harmonisierte anzuwendende Produktstandard für Antriebe mit integrierter Sicherheit ist die EN 61800-5-2. Dieser Standard definiert die Anforderungen der Funktionalen Sicherheit für Antriebe und nennt die in der Industrie üblichen verwendeten Sicherheitsfunktionen. Die wichtigste und am häufigsten angewendete Sicherheitsfunktion ist „Safe Torque Off“ (STO). Bei dieser Sicherheitsfunktion wird der angeschlossene Motor momentenfrei geschaltet. Dies wird erreicht durch die sichere Abschaltung der PWM Signale, z. B. durch die sichere Unterbrechung der Energie zur Ansteuerung der IGBT, um den Motor momentenfrei zu schalten. Zu beachten: Hier wird der Motor momentenfrei geschaltet, so dass dieser aufgrund der Massenträgheit weiterlaufen und austrudeln kann. Im Falle, dass äußere Kräfte anliegen kann es sogar zu einer Beschleunigung kommen. Dies muss bei der Gefährdungsanalyse berücksichtigt werden und gegebenenfalls sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich wie z.B. Bremsen.

Ergänzendes zum Thema
Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EU im Fokus
  • Teil 1: Anforderungen für Antriebe und deren Beeinflussung durch die neue europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EU
  • Teil 2: Überwachungsfunktionen für Geschwindigkeit und Position
  • Teil 3: Die Konformtität zur Maschinenrichtlinie richtig erklären
Teil 1: Anforderungen für Antriebe und deren Beeinflussung durch die neue europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EU...
BildergalerieKlicken Sie auf ein Bild um die Bildergalerie zu öffnen (4 Bilder)
Zeitlicher Verlauf der Sicherheitsfunktion Safe Stop 1 (SS1). Entspricht der Stop Kategorie 1 der EN 60204-1Safe Torque Off (STO) ist die häufigste angewendete Sicherheistfunktion. Der angeschlossene Motor wird momentenfrei geschaltetBei der Sicherheitsfunktion Safe Operating Stop (SOS) muss man ein spezifiziertes Positionsfenster während des Stillstandes überwachen
1  |  2 weiter
Redakteur: Reinhard Kluger
Themenverwandte Beiträge
Safety: Überwachungsfunktionen im Komplettantrieb für Geschwindigkeit und Position
Wichtig in der Praxis sind Überwachungsfunktionen für Geschwindigkeit und Position. Und: Neben zahlreichen in der Norm gelisteten Sicherheitsfunktionen kann der Anwender auch selbst welche spezifizieren. Dabei muss der sichere Zustand eindeutig definiert sein. weiter
Antriebe mit Safety-Integrated-Funktion : Sicherheit als Zusatznutzen
Antriebe mit Safety-Integrated-Funktion : Sicherheit als Zusatznutzen
Wo auf engem Raum und mit vorhandenem Personal immer mehr Leistung gefordert wird, da müssen Maschinen nicht nur sehr performant und zuverlässig sein, sondern auch extrem kompakt und sicher. Modular ausbaubare Antriebe erleichtern das Auslegen solcher Antriebe, indem Sicherheitsfunktionen einfach „dazugebucht“ werden können. Dann, wenn zum Beispiel Produktionsänderungen zusätzlichen Schutz von Mensch und Maschine verlangen. weiter
Sicherheitstechnik: Die Konformität zur Maschinenrichtlinie richtig erklären
Sicherheitstechnik: Die Konformität zur Maschinenrichtlinie richtig erklären
Was ist bei integrierter Sicherheitsechnik hinsichtlich der Maschinenrichtliche zu beachten? Beim Beantworten solcher Fragen helfen benannte Stellen dem Konstrukteur weiter, wie der TÜV Rheinland. Er kann das Prüfzeichen FS bescheinigen, ein Prüfzeichen, das weltweit als Nachweis für „Funktionale Sicherheit“ anerkannt ist. weiter
Kommentare zu diesem Artikel
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie einen Kommentar schreiben wollen.
zum Login


Artikel Bewertung
Newsletter
Newsletter
Whitepaper und Webcasts zum Thema
Whitepaper
Saving Potentials through Type 2 safety light curtains
Light curtains and light grids are active, opto-electronic protective devices that reliably protect persons at machines.
Whitepaper
Protective Field Monitoring with the Laser Scanner LS4
Possibilities of a protective field switch at the laser scanner in practice.
Firma zum Artikel
Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei