ZVEI

Automatisierungstechnik weiter auf Kurs - trotz Sommerloch

22.11.2011 | Redakteur: Sariana Kunze

v.l. Dr.-Ing. Reinhard Hüppe, Leiter Industrie und Geschäftsführer Automation im ZVEI, Roland Bent, Mitglied des ZVEI-Vorstands Automation und Geschäftsführer Phoenix Contact, Günter Baumüller, Mitglied des ZVEI-Vorstands Automation und Vorsitzender des Aufsichtsrats Baumüller und F. Rainer Bechtold, Kommunikation und Marketing im ZVEI auf der ZVEI-Pressekonferenz anlässlich der SPS/IPC/DRIVES 2011.

Zur Eröffnung der SPS/IPC/DRIVES 2011 gab Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, ein Umsatzplus von 19 Prozent und einen gewachsenen Auftragseingang von 18 Prozent gegenüber Vorjahr bei deutschen Unternehmen bekannt.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung sagt Bent, die Tendenz sei gleichbleibend bis leicht ruhiger. Die Automatisierungsbranche in Deutschland bleibe über dem Niveau von 2010 und nach wie vor auf dem Wachstumspfad. „Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren, in denen konjunkturbedingt kein ‚Sommerloch‘ zu finden war, ist es 2011 wieder spürbar aufgetreten. Für 2012 erwarten wir dennoch insgesamt ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.“

Exportquote der deutschen Automation liegt bei 81 Prozent

Positiv entwickelt habe sich der Export. Das Volumen von 21 Mrd. Euro für den Zeitraum Januar bis August 2011 entspricht einem Anstrieg um gut 15 Prozent. Die Exportquote der deutschen Automationsindustrie beträgt damit 81 Prozent. Die Entwicklung der Ausfuhren belegt die starke Rolle der Region Europa mit einem Anteil von 58 Prozent und Südost Asien mit 20 Prozent. „Beide Regionen setzten den Trend. Ungeachtet aller Wechselkursschwankungen zeigt sich auch, dass das Geschäft mit den USA weiter läuft“, betonte Bent. Die Importe sind in den ersten acht Monaten um ebenfalls gut 15 Prozent auf 10,3 Mrd. Euro gewachsen.

Jobmaschine Automation

Angesichts der derzeit fast 247.000 Arbeitsplätze in der elektrischen Automation in Deutschland sprach Bent von der Jobmaschine Automation. Günter Baumüller, im Vorstand des Fachbereichs für Antriebe zuständig, berichtete von einem unerwarteten Nachfrageboom im Standardgeschäft mit Industriemotoren und Frequenzumrichtern. „Fehlende Ingenieure, Fachpersonal und Zulieferengpässe begrenzten teilweise das sonst noch höher ausgefallene Wachstum“, sagte Baumüller.

Energieeffizient erst in 30 Jahren?

Baumüller wies auf die wachsenden Energieeffizienz-Anforderungen hin. Rund zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf elektromotorisch angetriebene Maschinen. Daraus ergibt sich nach Schätzung des ZVEI für Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen ein jährliches Einsparpotenzial von insgesamt 38 Mrd. Kilowattstunden pro Jahr. „Bei der üblichen Modernisierungs- bzw. Austauschrate der Industriemotoren von drei bis vier Prozent pro Jahr würde es 25 bis 30 Jahre dauern, bis in Deutschland der komplette Bestand an Industrieantrieben modernisiert ist“, erklärt Baumüller. „Das geht der Politik zu langsam. Sie will die zeitliche Umsetzung massiv beeinflussen.“ Mit der Europäischen Motorenverordnung, die Mitte 2011 in Kraft trat, hat sie den ersten, entscheidenden Schritt getan. Die neue Verordnung stellt verbindliche Anforderungen an das Eco-Design von Elektromotoren und Antriebe. Demnach dürfen seit Juni 2011 nur noch Motore der Energieeffizeinzklasse IE2 in Verkehr gebracht werden, und ab 2015 verschärfen sich die Vorgaben schrittweise auf IE3.

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