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Fünf Mythen rund um Akkus und Batterien

11.09.12 | Redakteur: Ines Näther

Kaum ein Haushalt kommt noch ohne Akkus und Batterien aus. Dennoch wissen die Wenigsten, wie die Energiezellen von unterschiedlicher Form und Größe eigentlich funktionieren oder wie mit ihnen umzugehen ist.
Kaum ein Haushalt kommt noch ohne Akkus und Batterien aus. Dennoch wissen die Wenigsten, wie die Energiezellen von unterschiedlicher Form und Größe eigentlich funktionieren oder wie mit ihnen umzugehen ist. (Duracell)

Batterien können bei falscher Handhabung explodieren, Akkus sollten am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden, und der erste Stromspeicher wurde vor 2000 Jahren erfunden – oder etwa nicht? Duracell räumt mit diesen und anderen gängigen Mythen auf.

Über die Energiezellen wird viel erzählt, doch nicht alles hat wirklich Hand und Fuß. Duracell räumt mit den häufigsten Akku-Mythen auf und verrät Wissenswertes über Akkus und Batterien.

Batterien nicht auf der Heizung aufladen

Auch um "normale" Einwegbatterien etwa für Fernbedienungen und Taschenlampen ranken sich viele Mythen. Einige dieser Batterie-Tipps und Tricks sind aber im wörtlichen Sinn brandgefährlich: Angeblich lassen sich leere Batterien auf der Heizung wieder „fit machen“ und letzte Reserven der Batterie freisetzen. Ein gefährlicher Trick: die Batterien könnten überhitzen! Einwegbatterien sind vorwiegen mit Alkali- und Nickellösungen gefüllt. Wenn die überhitzte Batteriehülle birst, könnten ätzende Stoffe oder giftige sowie entzündbare Gase freitreten.

Explodierende Akkus?

Akkus im Dauereinsatz verursachen bei so manchem ein mulmiges Gefühl. Was passiert, wenn die Zellen „heiß laufen“? Immer wieder gibt es Berichte über explodierende Lithium-Akkus in Mobiltelefonen und Notebooks.

Die gute Nachricht: Dass dies passiert, ist in der Praxis jedoch höchst unwahrscheinlich. Die meisten Akkus verfügen nämlich über eine Temperaturkontrolle, die sie vor Überhitzung und damit auch vor einer Explosion schützt.

Damit es zu einer Explosion kommen könnte, müssten die einzelnen Zellen des Akkus beschädigt sein. Erst dann kann es zu einer chemischen Verbrennung kommen, die durchaus "explosionsartig" ablaufen kann. In den wenigen Fällen, in denen Akkus in Notebooks und Smartphones explodierten, war dies auf Produktionsfehler und Produktfälschungen ohne Brandschutz zurückzuführen.

Keinerlei Explosionsgefahr besteht dagegen bei Batterien und Akkus auf Basis von Alkali-Manganoxid (Alkaline) oder Nickel-Cadmium (NiCd) und Nickel-Metall-Hydrid (NiMH).

Der Memory-Effekt

Kaum ein Haushalt kommt noch ohne Akkus und Batterien aus. Dennoch wissen die Wenigsten, wie die Energiezellen von unterschiedlicher Form und Größe eigentlich funktionieren oder wie mit ihnen umzugehen ist. Zu den sich am hartnäckigsten haltenden Mythen zählt der so genannte Memory-Effekt. Demnach verliert ein Akku einen Teil der Kapazität, wenn er zu früh wieder aufgeladen wird. Das heißt: Kommt ein Akku mit 30 Prozent Restenergie ans Netz, merkt er sich diesen Stand und lässt sich fortan nur noch bis zur 30-Prozent-Marke leeren.

Dies stimmt aus heutiger Sicht nicht. Die Nickel-Metall-Hydrid-Zellen (NiMH), die in den heute üblichen Standardformat-Akkus zum Einsatz kommen, kennen keinen Memory-Effekt. Sie nehmen andere Dinge übel, wie Überhitzung, Überladung und Tiefentladung. Daher sollte man NiMH-Akkus nur mit einem intelligenten Ladegerät aufladen, das den Ladestrom automatisch regelt, und sie niemals vollständig entlädt.

Auch Lithium-Akkus (Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer) für Digitalkameras, Handys und andere Mobilgeräte sind nicht vom Memory-Effekt betroffen. Auch diese sollte man jedoch vor Überladung und Tiefentladung schützen.

Akkus kühl lagern

Kühl gelagerte Akkus leben tatsächlich länger. Jede Energiezelle altert mit jedem Ladezyklus, verliert aber auch einfach mit der Zeit an Leistung. Dabei verkürzt sich die Lebensdauer von Batterien und Akkus besonders bei höheren Temperaturen.

Lagert ein typischer Notebook-Akku (Lithium-Ionen) bei einer Temperatur von 25°C, besitzt er nach einem Jahr etwa noch 80 Prozent seiner Ausgangsleistung. Im laufenden Betrieb erhitzt sich ein Notebook-Akku sogar auf etwa 45°C. Wer sein Notebook vorwiegend zu Hause nutzt, sollte daher besser auf Netzbetrieb umschalten und den Akku kühl lagern.

... aber nicht zu kalt!

Doch wie kühl sollte es sein? Empfehlenswert sind etwa 15°C bis 18°C. Ein Lithium-Ionen-Akku sollte dabei etwa zu 50 bis 70 Prozent geladen sein. Wer seinen Akku für länger einmottet, sollte ihn nach einigen Monaten wieder etwas aufladen und ihn so immer auf mittlerem Niveau halten.

Der oft gehörte Tipp, den Akku in den Kühlschrank zu legen, bringt kaum mehr und ist zudem riskant. Es kann sich schädliches Kondenswasser bilden, wenn der Akku nicht mit einer Plastikbox oder -hülle geschützt wird. Ein trockener Keller ist daher der beste Lagerort.

Minustemperaturen vertragen die Akkuzellen auf keinen Fall, gleich ob Lithium oder NiMH. Sie verlieren an elektrischer Spannung und können ab einem bestimmten Grenzwert keinen Strom mehr abgeben.

Akkus für Fernbedienungen ungeeignet?

Wahr ist auch, dass Akkus Batterien nicht in jedem Geräten vorzuziehen sind. Überall, wo nur selten und kurzzeitig Energie verbraucht wird, machen NiMH-Akkus meist kaum Sinn. Das ist zum Beispiel bei Fernbedienungen und Uhren der Fall, aber auch in Notfall-Geräten wie Rauchmeldern oder Taschenlampen.

Der Grund liegt weniger in der geringeren Spannung. Zwar können Akkus nur 1,2 V, Batterien 1,5 V, liefern. Doch fällt bei Batterien die Spannung schon nach kurzer Zeit auf unter 1,3 V ab, so dass der Spannungsvorteil nur am Beginn besteht.

Problematischer ist, dass NiMH-Akkus sich mit der Zeit selbst entladen, etwa fünf bis zehn Prozent schon am ersten Tag nach dem Laden, danach je nach Temperatur bis zu 50 Prozent in einem Monat. Allerdings gibt es mittlerweile einige spezielle NiMH-Akkus mit deutlich reduzierter Selbstentladung, sogenannte LSD-NiMH.

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