MICA und Sensorik

Mini-PC lässt Sensoren, SPS & Co. miteinander sprechen

| Autor / Redakteur: Karin Pfeiffer / Sariana Kunze

Der Mini-PC MICA führt Sensoren, SPS & Co. in heterogenen Produktionslandschaften zusammen und lässt sie ganz einfach miteinander sprechen.
Der Mini-PC MICA führt Sensoren, SPS & Co. in heterogenen Produktionslandschaften zusammen und lässt sie ganz einfach miteinander sprechen. (CC0 Public Domain, pixabay.com)

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An ein Sprach-Babylon mag so mancher denken, wenn er in heterogene Maschinenlandschaften mit seiner kunterbunten Vielfalt an Sensor-Typen, SPS-Varianten und Protokollen blickt. Doch egal ob die SPS Profibus oder ProfiNet sprechen: MICA holt raus, was die Sensorik alles zu leisten vermag – und noch mehr, meint Produktmanager Dr. Jan Regtmeier:

Dr. Jan Regtmeier, Produktmanager von HARTING, erklärt im Interview mit elektrotechnik, was MICA und Sensorik zu einer unschlagbaren Kombination macht.
Dr. Jan Regtmeier, Produktmanager von HARTING, erklärt im Interview mit elektrotechnik, was MICA und Sensorik zu einer unschlagbaren Kombination macht. (Bild: Weber)

Was hat die Industrie von der MICA, wenn es um ihre Sensorik geht?

Ganz grob skizziert: Mit der MICA lässt sich im Prinzip so viel Sensorik in Anlagen und Prozesse einbinden und ihre Daten verknüpfen, wie man braucht. Und dann kann ich mit den Daten machen, worauf ich Lust habe: Auswerten, Prozesse verbessern oder die Anlage überwachen beispielweise. Und das geht in Bestandsanlagen ebenso wie in neuen. Als offene Plattform ist MICA in jeder Hinsicht so etwas wie ein Enabler, ein Befähiger. Er verschafft der Industrie die Möglichkeit, vieles in ihrer Produktion von dem umzusetzen, was heute als Trendthemen gehandelt wird und ohne entsprechende Sensorik nicht denkbar wäre: vom Retrofit alter Maschinenparks bis hin zum Internet der Dinge.

Eine eingebaute SPS anfassen, ist das nicht eher kritisch?

Allerdings, wer da eingreift, verliert unter Umständen schnell die Garantie auf seine Anlage. Ich muss also zunächst überlegen, wie nahe möchte oder darf ich überhaupt an den Sensor dran?

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Varianten, die beide technisch möglich sind mit der MICA: Entweder ich schließe den Sensor direkt an die MICA oder ich belasse den herkömmlichen Aufbau. Da hängt der Sensor nach wie vor an einer SPS und die MICA sammelt Daten von den verschiedenen SPS ein.

Ganz unterschiedliche Ansätze also, die Daten an der Anlage einzusammeln. Entscheidet sich diese Frage mit den Kosten?

Auch, aber nicht nur. Weitere SPS dazwischenzuschalten ist sicherlich ein Kostenfaktor, den die MICA einsparen helfen kann. Es geht aber vor allem darum, welche zusätzlichen Möglichkeiten an und mit der Anlage ausgeschöpft werden können und sollen. An bestehenden Anlagen habe ich ja oft schon Sensoren. Aus wirtschaftlichen Gründen werde ich die nicht noch mal neu installieren. Ich kann – ohne Eingriff in die Anlage – mit der MICA einfach ein oder zwei zusätzliche Sensoren anschließen, die ich wegen ihrer Funktionalitäten brauche. Egal welchen Ansatz ich verfolge, auf der MICA kann ich die Daten der Sensoren sammeln, auswerten und genau die übers Netzwerk weiterleiten, die verteilt werden dürfen. Mit MICA ist eine horizontale Integration, also die Kommunikation auf der gleichen Hierarchieebene möglich. Anders als wenn ich viele Sensoren über mehrere SPS datentechnisch bündeln müsste.

Top-aktuelle Sensorik in betagte Anlagen – hapert es nicht selbst in modernen Anlagen schon an der Vielfalt von SPS, Sensorik und Protokollen?

Stimmt. Es gibt im Industrieumfeld eine riesengroße Vielfalt an Sensorik. Mit verschiedensten Schnittstellen, Typen, Datenmodellen und Varianten, wo die Daten alle hinfließen könnten oder sollten. Und mit dieser Vielfalt einher geht auch eine enorme Varianz an SPS und Protokollen. Aber genau das ist die Stärke der Offenheit der MICA, sie schafft den Brückenschlag zwischen den unterschiedlichsten Welten und selbst proprietären Systemen.

MICA schnell erklärt

Definition

MICA schnell erklärt

05.11.15 - Robust, handlich und passt überall hin: MICA ist ein Multitalent im Mini-Format, das Maschinen und Anlagen mit der IT-Welt verbindet. Für die einen ist MICA ein Datensammler, der Daten von vielen verschiedenen Sensoren und SPS aufnimmt und für neue Erkenntnisse verfügbar macht. Für andere eine Möglichkeit, jahrzehntealte Maschinen nachzurüsten und mit neuen Funktionalitäten und Industrie 4.0 Kompatibilität aufzuwerten. lesen

Wirklich? Einfach per Steckverbindung mit der alten SPS und Profibus...?

(lacht): Viele sind ja schon netzwerktauglich. Aber ja, auch das würde gehen. Die ganz alten SPS sprechen häufig ja tatsächlich noch so ein Protokoll wie etwa Profibus oder AS/Interface. Da kann ich die MICA als Gateway nutzen, wenn ich nicht per Netzwerkprotokoll auf die SPS komme. Einfach, indem ich der MICA ein Hardware-Modul verpasse, das beispielsweise zur einen Seite hin Profibus spricht. Auf der anderen Seite übersetzt die MICA in die neue Welt – und schafft damit auch den Brückenschlag zwischen Bestandsanlagen mit sehr etablierten Protokollen und der Umsetzung auf etwas Neues. Das könnte OPC UA sein oder etwas, das sich gerade erst entwickelt.

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