Nachgefragt: 2 Experten zu elektrischer Antriebstechnik

Potenziale der Antriebstechnik ausschöpfen: Klare Sicht auf Smart Drive

| Autor: Karin Pfeiffer

Noch hapert es an Standards und gemeinsamen Strukturen, war ein Schwerpunkt der Experten im ersten Teil von Nachgefragt.
Noch hapert es an Standards und gemeinsamen Strukturen, war ein Schwerpunkt der Experten im ersten Teil von Nachgefragt. (Bild: © everythingpossible/Fotolia.com)

Die elektrische Antriebstechnik hat hierzulande einen guten Stand, da sind sich die Experten offenbar einig. Doch noch hat sie ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Dabei gilt sie als wichtiger Baustein bei vielen Automatisierungslösungen – und für die Smart Factory.

Die deutsche Antriebstechnik gilt ganz generell international als Innovationstreiber. Woraus speist sich die Innovationsführerschaft? Lassen sich bestimmte Erfolgsmuster erkennen oder eher Probleme?

Claus Wieder arbeitet als Leiter Marktmanagement bei SEW und gilt als Experte für Antriebstechnik.
Claus Wieder arbeitet als Leiter Marktmanagement bei SEW und gilt als Experte für Antriebstechnik. (Bild: SEW)

Claus Wieder: Die erfolgreiche Position der deutschen Antriebstechnik wird dadurch geprägt, dass nicht nur die einzelne Komponente betrachtet, sondern das gesamte Antriebssystem mit Getriebe, Motor, Antriebselektronik und Steuerungstechnik als applikationsgerechte Lösung angeboten wird. Diese Antriebskomponenten werden durch eine qualifizierte Beratung und vermehrt durch Softwarebausteine für Projektierung und Betrieb ergänzt.
Die elektrische Antriebstechnik ist ein wichtiger Baustein bei vielen Automatisierungslösungen im industriellen Bereich. Die Antriebsanwendungen im Bereich der Fördertechnik ziehen sich durch alle Branchen. Hervorzuheben sind hier Anwendungen in der Intralogistik, die zum Beispiel in Lager- und Logistikzentren stetige Zuwachsraten erbringen. Diese innovative Antriebstechnik ermöglicht es den Anlagen- und Maschinenbauern, exzellente Lösungen für alle Industriebereiche zu erstellen und diese weltweit zum Einsatz zu bringen.

Michael Scalet arbeitet als Branchenmanager Antriebstechnik bei Kübler.
Michael Scalet arbeitet als Branchenmanager Antriebstechnik bei Kübler. (Bild: Kübler)

Michael Scalet: Die elektrische Antriebstechnik befindet sich in Deutschland derzeit in einer sehr guten Situation und das das zum Beispiel aufgrund der Windindustrie oder auch dem Maschinen- und Anlagenbau. Als Innovationstreiber initiiert die Antriebstechnik seit langem die entscheidenden Optimierungsschritte für viele verschiedene Industrien und Applikationen.
Die Maschinenproduktivität stetig zu verbessern und gleichzeitig die Qualität der gefertigten Produkten zu steigern, das sind die Erfolgsfaktoren, um die globale Wettbewerbsfähigkeit auf dem derzeit hohen Niveau zu halten. Hinzu kommt, dass Maschinen immer strengen Sicherheitsnormen entsprechen müssen, immer energieeffizienter arbeiten und ihre Wertschöpfung über den gesamten Produktlebenszyklus gesteigert werden muss.
Die Antriebstechnik ist bei Kübler dabei eine der wichtigsten Kernbranchen, in der wir mit unseren Produkten, Lösungen und Dienstleistungen begeistern. Durch eine enge und persönliche Zusammenarbeit entstehen Lösungen, die einen hohen Kundennutzen bieten. Die Fähigkeit, auf Sonderlösungen flexibel zu reagieren, ist auch vor allem beim Trend zu lagerlosen Drehgebern für Asynchron- /Getriebemotoren eine wichtige Voraussetzung, um für unseren Kunden den entscheidenden Mehrwert zu generieren.

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