Robotik

Roboter und schwerbehinderten Produktionsmitarbeiter arbeiten zusammen

| Redakteur: Sariana Kunze

Mit dem Roboter Aquias soll die Zusammenarbeit für schwer- und nicht behinderte Produktionsmitarbeiter attraktiv gestalten werden.
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Mit dem Roboter Aquias soll die Zusammenarbeit für schwer- und nicht behinderte Produktionsmitarbeiter attraktiv gestalten werden. (Robert Bosch)

Der Einzug der Roboter in die Produktionshallen deutscher Unternehmen ist bereits in vollem Gange. Doch wie kann die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter so gestaltet werden, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktive Aufgaben erhalten? Auf der Kickoff-Veranstaltung des Projekts Aquias des Fraunhofer IAO zeigte Ansätze, wie die Arbeitsqualität für schwer- und nicht behinderte Produktionsmitarbeiter gesichert werden kann.

Die neue Dimension der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter ist nur wenige Zentimeter groß: Hochgenaue Sensoren der neuesten Generation bremsen den Arm moderner Produktionsassistenten ab, wenn sich ihnen ein Mensch nähert. Das passiert so schnell und zuverlässig, dass der sonst übliche Schutzzaun zum Roboter entfallen kann. Diese Sicherheit macht eine enge "Hand-in-Hand"-Kooperation zwischen Mensch und Roboter möglich. Die Arbeit, die sich Mensch und Roboter zukünftig teilen, können Unternehmen damit völlig neu organisieren.

Der Roboter darf nicht zur Konkurrenz werden

Um breiten Beschäftigtengruppen die Teilhabe an attraktiver Arbeit in der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit zu erschließen, geht das Projekt Aquias einen besonderen Weg: Im ersten der beiden Pilotbereiche wird der mobile Produktionsassistent "APAS Assistant" der Robert Bosch GmbH in der Integrationsfirma ISAK gGmbH eingesetzt. In diesem Unternehmen arbeiten schwerbehinderte Produktionsmitarbeiter mit sehr individuellen Leistungseinschränkungen in der Montage. "Ziel ist, den Roboter so spezifisch auf die Unterstützungsbedarfe der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszurichten, dass diese höherwertige Aufgaben bewältigen können", erklärt David Kremer, der das Projekt auf Seiten des Fraunhofer IAO leitet. Ein Gewinn für die Mitarbeiter wie für das Integrationsunternehmen, das durch den höheren Erlös die Arbeitsplätze für seine schwerbehinderten Mitarbeiter sichern kann.

Im zweiten Pilotbereich testet Robert Bosch mit ihrem mobilen Produktionsassistenten "APAS Assistant" unterschiedliche Formen der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter. So werden Übergänge der Arbeitsorganisation mit den Beteiligten entwickelt und diskutiert. Zielgruppe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Leistungseinschränkungen. Die Erfahrungen aus dem ersten Pilotbereich mit schwerbehinderten Mitarbeitern der Firma ISAK fließen hier ein.

Szenarien zukünftiger Mensch-Roboter-Zusammenarbeit

Die Auftaktveranstaltung des Projekts Aquias fand am 2. und 3. Februar 2016 am Fraunhofer IAO in Stuttgart statt. Teil der Veranstaltung war die Live-Demonstration des "APAS Assistant". Vorgeführt wurde die barrierefreie Kooperation eines Mitarbeiters mit dem Produktionsassistenten an einer Montagezelle. Workshops behandelten Fragestellungen unterschiedlicher Interessengruppen, wie z.B. der Berufsgenossenschaften und der Sozialpartner der beteiligten Unternehmen, sowie erste Zukunftsszenarien der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit im Jahr 2030.

Um die neuen Gestaltungsoptionen der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit möglichst frühzeitig diskutieren zu können, entwickelt das Fraunhofer IAO im Projekt Aquias alternative Szenarien der zukünftigen Arbeitsprozesse. Durch Vergleich dieser Szenarien werden unterschiedliche Formen der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter sichtbar und können diskutiert werden. So ermöglichen die Szenarien Rückschlüsse darauf, wie sich die Arbeitsaufgaben des Menschen verändern, durch neue Aufgaben ergänzt werden oder wegfallen. Diese Veränderungen werden nach arbeitswissenschaftlichen Kriterien bewertet, um die Qualität der neu gestalteten Arbeit aus Sicht des Menschen zu ermitteln. Die Ergebnisse können Unternehmen nutzen, um attraktive Arbeitsaufgaben für die Mensch-Roboter-Zusammenarbeit zu entwickeln.

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