Ausbildung

Schüler für Industrie 4.0 nicht bereit?

| Redakteur: Robert Weber

Tablet oder Tafel? Deutschlands Schüler liegen mit ihrer digitalen Kompetenz nur im Mittelfeld.
Tablet oder Tafel? Deutschlands Schüler liegen mit ihrer digitalen Kompetenz nur im Mittelfeld. (Bild: labormikro unter CC BY-SA 2.0-Lizenz, Flickr.com)

Maschinenbau, Elektrotechnik und IT wachsen in der Produktion der Gegenwart und Zukunft stärker zusammen. Die Schlagworte heißen Industrie 4.0, Industrial Internet oder Internet of Things. Alle Ansätze haben eines gemein: Sie brauchen qualifizierte Mitarbeiter. Eine Bildungsstudie stellt ausgerechnet deutschen Schülern nun nur ein befriedigendes Zeugnis im Umgang mit digitalen Welten aus.

Dr. Eberhart Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG, brachte es im Handelsblatt-Interview schon vor einigen Wochen auf den Punkt: „Bei Industrie 4.0 muss auch die Industrie die Bildung selbst in die Hand nehmen.“ Eine neue Bildungsstudie gibt ihm Recht. Die International Computer and Information Literacy Study untersuchte zum ersten Mal die digitale Kompetenz von Achtklässlern unter anderem bei der Recherche, dem Austausch und dem Verbreiten von Informationen über den Computer. Das Ergebnis: Deutschlands Schülerinnen und Schüler landen nur im Mittelfeld. Auch Ausreißer nach oben kommen nur sehr selten aus Deutschland, heißt es in der Studie. Die Gewinner kommen aus Tschechien, Kanada und Australien. Doch die Industrie der Zukunft braucht Mitarbeiter mit digitalem Wissen. „Die Studie hat zutreffend Defizite aufgedeckt. Es gibt viel zu tun!“, heißt es beim ZVEI. Auch die Bildungspolitik ist gefordert, denn in Deutschland teilen sich 11 Schüler einen, zumeist veralteten PC. In Norwegen teilen sich 2,4 Schüler einen digitalen Arbeitsplatz. Auch bei Tablets mangelt es. Nur 6,5 % der deutschen Schüler gehen in eine Klasse mit einem Tablet. In der EU sind es 15,1 %. Das Fazit der Forscher: „Die weit verbreitete Annahme, dass Kinder und Jugendliche durch das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt automatisch zu kompetenten Nutzern digitaler Medien werden, trifft nicht zu“, zitieren Medien. Für den Verband BITKOM ist deshalb klar: „Wir brauchen eine Digitale Agenda für die Schule und ein Pflichtfach Informatik.“ BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: „Wir dürfen niemanden als Digital-Analphabeten zurücklassen.“ Ein Auftrag auch an die Politik. Wer Industrie 4.0 für den Industriestandort fordert und finanziell fördert, muss auch in den Schulen Geld investieren.

Und das sagt das Netz:

Die Platzierungen (Alle Länder liegen im Notenschema befriedigend, ab 576 Punkte bekommen die Schüler die Note gut)

• Tschechien 553 Punkte

• Kanada (Ost) 547 Punkte

• Australien 542 Punkte

• Dänemark 542 Punkte

• Polen 537 Punkte

• Norwegen 537 Punkte

• Südkorea 536 Punkte

• Niederlande 535 Punkte

• Kanada (Rest) 528 Punkte

• Schweiz 526 Punkte

• EU 525 Punkte

• Deutschland 523 Punkte

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