Datenträger

Ganzmetall-RFID-Tags trotzen Faserzement und Wash-Down-Reinigung

17.11.2010 | Redakteur: Ines Näther

Die an solchen Faserzementpumpen eingesetzte Technik muss verschmutzungs-, laugen- und wasserresistent sein sowie trotz Belägen lesbar bleiben Bild: Contrinex

Das westfälische Unternehmen Eternit fertigt Fassadentafeln und Dachplatten aus Faserzementplatten. Die dafür eingesetzten Schlauch- und Kreiselpumpen verschmutzen prozessbedingt sehr stark und müssen mit Hochdruckreinigern gesäubert werden. Hier stellen Ganzmetall-RFID-Tags von Contrinex die dauerhafte Identifizierung der Pumpen sicher.

Seit Ludwig Hatschek Ende des 19. Jahrhunderts das Verfahren zur Produktion von Faserzementplatten entwickelte und unter dem Namen Eternit patentieren ließ, wird dieser Baustoff weltweit für Fassadenverkleidungen, Innenausbau und Dachbedeckungen verwendet. Auch bei der Eternit AG im westfälischen Werk Beckum werden Fassadentafeln und Dachplatten aus diesem Material gefertigt.

Dabei wird der Rohstoff, im Wesentlichen ein Gemisch aus Zellulose, Kunststofffasern, Zement und Wasser, mit großen Schlauch- und Kreiselpumpen befördert. Diese verschmutzen prozessbedingt teilweise sehr stark und müssen zur Sicherstellung der Funktion und für Wartungszwecke daher regelmäßig mit Hochdruckreinigern gesäubert werden. Aufgrund der bei der Reinigung auftretenden starken mechanischen Belastung verwendet Eternit statt eines Typenschilds robuste Ganzmetall-RFID-Tags von Contrinex zur dauerhaften und eindeutigen Identifizierung der Pumpen.

Faserzement setzt sich sehr schnell an den Pumpen ab und muss daher regelmäßig im Wash-Down-Verfahren entfernt werden
Faserzement setzt sich sehr schnell an den Pumpen ab und muss daher regelmäßig im Wash-Down-Verfahren entfernt werden

Die rund einhundert im Beckumer Eternit-Werk eingesetzten Stoffpumpen haben unterschiedliche Funktionsweisen, Leistungsdaten und Spezifikationen. Allen gemein ist jedoch, dass sich die Aggregate durch das oben genannte Gemisch und weitere Zusatzstoffe schnell von außen und innen zusetzen. Die früher von Eternit eingesetzten Typenschilder mit der Pumpenbezeichnung und den dazugehörigen technischen Daten waren schon nach kürzester Zeit nicht mehr erkennbar. Zudem lösten sich die Schilder häufig beim Wash-Down-Verfahren, mit dem die Pumpen von den Ablagerungen befreit werden. Da die Pumpen bei der regelmäßigen Wartung demontiert werden müssen, ist eine sichere Identifizierung jedoch zwingend nötig.

Die Anforderungen, die Eternit an eine funktionierende Kennzeichnungslösung stellte, waren hoch: Die Identifikationsmethode an den Ausrüstungen musste verschmutzungs-, laugen- und wasserresistent sein sowie trotz Belägen lesbar bleiben. Fündig wurden die Beckumer bei den Ganzmetall-RFID-Tags von Contrinex. Die Datenträger haben sich schon in diversen rauen Umgebungen als unempfindlich gegen äußere Einflüsse wie Witterung, Öl oder Lauge erwiesen. Bei den verwendeten Pumpen kommen die RFID-Tags vom Typ RTM-0260-000 zum Einsatz. Diese nur 6 mm flachen und im Durchmesser 26 mm großen Datenträger sind mit einer mittigen M5-Senkschraubenbohrung versehen und lassen sich so einfach, fest und bündig mit dem Untergrund verschrauben. Bisher wurden ca. 30 Pumpen mit der RFID-Technik ausgestattet.

In stählerner Rüstung

Die Schreib-/Leseabstände ändern sich in Abhängigkeit vom verwendeten Trägermaterial.
Die Schreib-/Leseabstände ändern sich in Abhängigkeit vom verwendeten Trägermaterial.

Das Gehäuse der Ganzmetall-RFID-Tags, einer Spezialität von Contrinex, besteht aus einer glatten Oberfläche aus V2A-Edelstahl (Werkstoffnummer 1.4301) und ist mit der Schutzart IP68 äußerst robust und schmutzunempfindlich. Obwohl die Komponenten inklusive der aktiven Flächen metallummantelt sind, verfügen sie über vergleichbare Schreib-/Leseabstände wie herkömmliche Kunststoff-Geräte. Möglich wird dies durch die patentierte ConIdent-Technologie. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen sind die Ganzmetall-Datenträger außerdem vollbündig in Metall einbaubar, was die Komponenten zusätzlich vor mechanischer Beschädigung schützt und garantiert, dass die Datenübertragung auch im metallischen Umfeld problemlos abläuft.

Bei Eternit werden die RFID-Datenträger mit den Pumpenspezifikationen mit einem Handschreib-/Lesegerät von Contrinex ausgelesen und erfasst. In einem weiteren Schritt sollen diese zukünftig automatisch in das im Unternehmen eingesetzte ERP-System eingepflegt werden. Diesen zusätzlichen Vorteil des RFID-Verfahrens gegenüber klassischen Typenschildern hat Eternit ebenfalls erkannt: Es müssen keine Werte per Hand eingegeben werden, und Änderungen an den Spezifikationen lassen sich einfach auf den Tag übertragen.

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