Interview mit HMS Indusrial Networks

So lässt sich leicht eine kostengünstige Safety-Lösung realisieren

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Michael Volz, Geschäftsführer, HMS Indusrial Networks: „Unsere Kunden brauchen die sehr umfangreichen Safety-Normen nicht im Detail zu kennen, sie können sich auf HMS verlassen und wir unterstützen sie bis zur erfolgreichen TÜV-Zertifizierung ihres Gerätes.“
Michael Volz, Geschäftsführer, HMS Indusrial Networks: „Unsere Kunden brauchen die sehr umfangreichen Safety-Normen nicht im Detail zu kennen, sie können sich auf HMS verlassen und wir unterstützen sie bis zur erfolgreichen TÜV-Zertifizierung ihres Gerätes.“ (HMS Indusrial Networks)

Firmen zum Thema

Seit geraumer Zeit ist der Trend zu beobachten, Sicherheitstechnik in Standard-Bussysteme zu integrieren. Wachstumstreiber sind die Automobilhersteller, bei vielen soll integrierte Sicherheitstechnik sogar in zwei Jahren für alle Projekte bindend sein. Um den Geräteherstellern dafür eine einfache Möglichkeit zur Ansteuerung sicherer E/A-Signale zu bieten, hat HMS Industrial Networks ein Safety-Modul entwickelt. Wir fragen Geschäftsführer Michael Volz nach den Einzelheiten.

Herr Volz, erklären Sie uns bitte die Vorteile integrierter Sicherheitstechnik an einem konkreten Beispiel.

Eine typische Anwendung für unser Safety-Modul ist eine Schweißsteuerung. Die Sicherheitsfunktion beschränkt sich hierbei im Wesentlichen darauf, den Schweißprozess im Fehlerfall sicher zu unterbrechen. Diese Funktion wird in heutigen Anwendungen typischerweise durch diskret ausgeführte sichere 24-Volt-Signale realisiert. Die Ansteuerung erfolgt über sicher ausgeführte dezentrale E/A-Komponenten. Mit dem diskreten sicheren Steuersignal wird dann über ein Sicherheitsrelais und einen digitalen Eingang der Schweißstrom im Fehlerfall sicher unterbrochen. Die diskrete Lösung ist erprobt und in vielen Roboterzellen erfolgreich im Einsatz. Nachteil ist jedoch, dass die Sicherheitsabschaltung nicht direkt über das Kommunikationsnetzwerk erfolgt, sondern zusätzliche Komponenten (sichere dezentrale E/A, Sicherheitsrelais) und diskrete Verkabelung erforderlich sind.

Diese Nachteile werden durch die integrierte Sicherheitstechnik mit sicheren E/A-Signalen direkt in der Steuerung vermieden. Ziel ist es, dass alle Kommunikationsfunktionen – Prozessdaten in Echtzeit, Qualitätsdaten über TCP/IP-Protokolle und sichere Signale – über die Profinet-Schnittstelle der Schweißsteuerung übertragen werden. Dadurch entfallen die diskrete Verkabelung und die dezentralen sicheren E/A-Komponenten. Durch den Entfall der dezentralen E/A reduziert sich der Engineeringaufwand und last but not least wird die Flexibilität und Durchgängigkeit des Systems deutlich erhöht. Den genannten Vorteilen steht ein höherer Preis der Profinet-Schnittstelle mit integrierter Profisafe-Funktionalität und integrierten sicheren E/A gegenüber. Unter dem Strich lassen sich in einer Roboterzelle so Kosteneinsparungen im Bereich mehrerer hundert Euro erzielen.

Welche Vorteile bieten Sie den Geräteherstellern mit Ihrem Safety-Modul im Vergleich zu einer Eigenentwicklung?

Unser Safety-Modul T100 ist eine standardisierte und kostengünstige Lösung für integrierte Sicherheitstechnik in Automatisierungsgeräten. Anstatt viel Zeit und Geld in eine individuelle Lösung zu investieren, können Gerätehersteller mit dem Embedded Safety-Modul T100 bis zu 80 Prozent Entwicklungskosten sparen und sich ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Außerdem wird der Zertifizierungsprozess mit dem Safety-Modul für die Hersteller deutlich einfacher.

Da das Safety-Modul vom TÜV Rheinland vorzertifiziert ist, muss der Gerätehersteller nicht die gesamte Safety-Lösung zertifizieren, sondern nur, wie er das Safety-Modul in seinem Gerät – zum Beispiel einem Bedienterminal – einsetzt. Für die Gerätezertifizierung beim TÜV genügt also der Nachweis, wie der Gerätehersteller die Vorschriften der vom TÜV vorgegebenen Implementierungsrichtlinien umgesetzt hat.

Wie funktioniert es?

Das Safety-Modul T100 arbeitet über den sogenannten Black-Channel mit unserem Profinet-Kommunikationsmodul zusammen. Es wickelt dabei die gesamte Profinet-Kommunikation ab, das Safety-Modul realisiert die Sicherheitsfunktionen. Dieses erfüllt die Sicherheitsanforderungsstufe SIL3 und den Performance Level PLe. Das Sicherheitskonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland erarbeitet. Wichtig zu erwähnen ist, dass das Safety-Modul als Option nur dann zum Einsatz kommt, wenn auch integrierte Profisafe-Funktionen benötigt werden. Nach unserer Einschätzung sind das derzeit etwa 10 Prozent der Anwendungsfälle.

Wie weit ist die Entwicklung?

Wir haben unser Konzept im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Entwicklung befindet sich nun in der Schlussphase und wir können unsere Pilotkunden noch in diesem Jahr mit funktionsfähigen Safety-Modulen beliefern. Erste Serienanwendungen erwarten wir 2014.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42372761 / Feldkommunikation)