Ausbildung

So macht Harting Azubis und junge Leute fit für die digitale Welt

| Redakteur: Sariana Kunze

Die duale Studentin Adina Brandt, Maschinenbau, und der duale Student Pascal Haßebrock, Mechatronik, lernen im Ausbildungszentrum von Harting spielerisch den Umgang mit der Harting Mica.
Die duale Studentin Adina Brandt, Maschinenbau, und der duale Student Pascal Haßebrock, Mechatronik, lernen im Ausbildungszentrum von Harting spielerisch den Umgang mit der Harting Mica. (Bild: Harting)

Die Digitalisierung stellt neue Anforderungen an das Personal-Recruiting der Unternehmen. Aus- und Weiterbildung, Schulung und Qualifikation der Mitarbeiter müssen teils umgebaut oder gar neu strukturiert werden. Auch die Harting Technologiegruppe hat ihre Ausbildungsangebote, -inhalte und -projekte sowie das Personalmarketing fit für die digitale Welt gemacht.

Im Ausbildungszentrum Harting, in dem unter einem Dach die Azubis aller Fachrichtungen ausgebildet werden, steht Jacob Knierim an einer kleinen Demonstrationsanlage, die die Besucher anzieht. Die Anlage wird intern Ausbildungseinheit Industrie 4.0 genannt. „Schüler können sich mit ihrem Smartphone auf diese Maschine einwählen und dann Blechdosen individuell mit zwei Schokoladentäfelchen bestücken. Dabei haben sie die Auswahl aus fünf Sorten. Das ist ein Aha-Erlebnis“, erklärt Jacob Knierim, Ausbilder für Mechatronik. Derzeit ist es möglich, den Deckel der Blechdose mit dem Harting-Logo zu prägen. In der zweiten Ausbaustufe soll dann der Deckel zusätzlich durch einen Laser individuell beschriftet werden können. Doch auch die dritte Ausbaustufe hat Ausbilder Jacob Knierim mit seinen Azubis und Dualen Studenten im Blick: das Mischen und Abfüllen von unterschiedlichen Flüssigkeiten nach Kundenwunsch. Darüber hinaus hat die Ausbildungseinheit Industrie 4.0 die Funktion, dass Auszubildende und Duale Studenten losgelöst von der realen Produktion Änderungs-, Instandhaltungs- und Optimierungsaufgaben durchführen können.

Mica im Schienenverkehr testen

Ein paar Meter weiter rollt eine Modelleisenbahn der DB-Baureihe 218 (Maßstab 1:64) über Gleise, die mit programmierten Tags unterlegt sind. Die Daten werden von einer Antenne unter der E-Lok aufgenommen und von einer Mica (Modular Industry Computing Architecture) ausgewertet, die auf dem Dach der Lok installiert ist und so das richtige Tempo des Zuges bestimmt. Die von Harting entwickelte Mica ist eine modulare Plattform aus offener Hard- und Software, die mit dem Hermes Award 2016 ausgezeichnet wurde und bei unterschiedlichen Pilotprojekten in der eigenen Fertigung eingesetzt wird. Auch der Zug auf den Schienen kann von Smart Devices individuell gesteuert werden.

Regelmäßig kommen Gruppen in das Ausbildungszentrum und werden mit den Möglichkeiten von Technik sowie den Chancen der Digitalisierung bekannt gemacht, können die vielseitigen Ausbildungsberufe kennenlernen und die beruflichen Perspektiven. Rund 1.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet Harting jährlich – durch Einladungen auf die Hannover Messe, mit betrieblichen Praktika, altersgerechten Wettbewerben, auf Berufsausbildungsmessen, Berufsfelderkundungstagen und anderen Veranstaltungen in Schulen – die Gelegenheit, das Unternehmen, die Vielfalt von Technik und technologischen Innovationen in allen Bereichen zu erfahren und sich zu informieren. Bei den Veranstaltungen können die Schülerinnen und Schüler Tests und Versuche durchführen und so technische Zusammenhänge erkennen sowie verstehen. Bei den Angeboten werden unterschiedliche Zielgruppen und Bildungsniveaus berücksichtigt. Mit der Initiative Input gibt Harting beispielsweise Hauptschülern aus schwierigen Milieus oder mit individuellen Lern- und Motivationsproblemen – in Kooperation mit Lehrern und Eltern – die Möglichkeit einer besonderen Förderung und Betreuung. Dabei erreichen mehr als zwei Drittel der Input-Teilnehmer das Etappenziel, können in eine duale Ausbildung vermittelt werden und ihren beruflichen Weg bei Harting oder anderen Unternehmen der Region beginnen. Das Projekt Kitec ist für die Kleinsten konzipiert. Jungen und Mädchen Espelkamper Grundschulen fertigen aus vorgegebenen Materialien kleine technische Bauwerke, bewerben sich damit um den Harting-Forscherpreis und haben auf spielerische und kindgerechte Weise erste Einblicke in die Welt der Technik. Kitec kann zugleich dazu beitragen, mittel- und langfristig auch mehr Mädchen als bislang für gewerblich-technische Berufe und Tätigkeiten zu gewinnen. Erste Resultate zeigen: 2016 waren von den insgesamt 56 Auszubildenden in technischen Berufen schon elf weiblich. So hoch war die Quote in keinem Jahr zuvor. Harting möchte an diesen Trend anknüpfen und die Quote weiter steigern. Mithelfen kann auch Bingo, die Berufsoffensive für Ingenieurinnen und Ingenieure in Ostwestfalen-Lippe. Sie ist seit rund eineinhalb Jahrzehnten fester Bestandteil der Maßnahmen zur Berufsorientierung. Jugendliche Berufsanfänger werden über Arbeitsgebiete, Aufstiegswege, Beschäftigungsverhältnisse und den Zugang zu technischen Berufen informiert.

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