Pneumatische Pumpentechnik

So werden in der Mainzer Fußball-Arena die Abwässer entsorgt

02.08.12 | Redakteur: Ines Näther

Der elektrische Schaltschrank und die pneumatische Steuerung regeln die bedarfsgerechte Abwasserentsorgung in der Coface Arena in Mainz.
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Der elektrische Schaltschrank und die pneumatische Steuerung regeln die bedarfsgerechte Abwasserentsorgung in der Coface Arena in Mainz. (Bilder: Distrelec Schuricht)

Mit der Coface Arena verfügt der FSV Mainz 05 über eine der modernsten Fußballarenen der Bundesliga. Doch nicht alles davon ist sichtbar: Im Untergrund des Stadions sorgt ein pneumatisches Pumpensystem zuverlässig und diskret für den Abtransport der stark schwankenden Abwassermengen. Elektronische Bauteile aus dem Katalog des Bremer Elektronikexperten Distrelec sorgen in der Steuerung der Anlage dafür, dass in Mainz nicht nur der Ball in Bewegung bleibt.

Wenn bei den Heimspielen bis zu 34.000 begeisterte Fans dem Team 1. FSV Mainz 05 zujubeln, geht es in der Coface Arena richtig rund. Aber nicht nur auf dem Spielfeld und den Tribünen des Bundesligisten geht es dann hoch her, auch im Untergrund der im Juli 2011 eingeweihten Coface Arena werden bei den Heimspielen der Rheinhessen Höchstleistungen erbracht. Genau wie auf dem Spielfeld kommt es dabei auf perfektes Zusammenspiel und eine ausgefeilte Technik an. Nein, die Rede ist nicht mehr vom Fußball – es geht um die Entsorgung des Abwassers, das immer dann schlagartig in großen Mengen fließt, wenn die Mainzer vor heimischer Kulisse spielen.

Beim Spiel wird das Abwassersystem der Arena regelrecht geflutet

Unter der Woche ist in der riesigen Arena nicht viel los. Entsprechend wenig Abwasser entsteht dort – lediglich nach dem Trainingsbetrieb fallen überschaubare Mengen an. Diese Situation ändert sich schlagartig jedes zweite Wochenende: Dann bevölkert die Einwohnerzahl einer mittleren Kleinstadt die Bundesliga-Arena – mit dramatischen Auswirkungen auf die Abwassermenge. Die sanitären Anlagen und die Stadiongastronomie fluten das Abwassersystem der Arena im wahrsten Sinn des Wortes.

Spezielles Verfahren: Abwasser per Druckleitungen pneumatisch fördern

Da die nächste Kanal-Anschlussstelle einige hundert Meter von der Sportstätte entfernt ist, müssen die Abwässer von der Arena ins städtische Kanalnetz gepumpt werden. Dies geschieht mit Hilfe modernster Pumpentechnik der auf pneumatische Abwasser-Förderanlagen spezialisierten Firma Oekermann mit Sitz in Bielefeld. In einem von Oekermann entwickelten Verfahren wird das Abwasser nicht mit herkömmlichen hydraulischen Pumpwerken, sondern über Druckleitungen pneumatisch gefördert. Die typischen Nachteile der konventionellen Abwässerförderung können durch diese Technik vermieden werden – und diese sind ganz anders beschaffen, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Weniger Abwässer fördern ist schwieriger

„Probleme in Abwassersystemen wie dem der Coface-Arena entstehen nicht während der Heimspiele, in denen die volle Kapazität der Förderanlagen gefragt ist“, erläutert Rolf Oekermann, Seniorchef und Gründer des Unternehmens. Schwierig seien vielmehr die Zeiten, in denen keine Abwässer anfallen.

Dann beginnen die biologischen Inhaltsstoffe im Abwasser zu faulen, es bilden sich Schwefel-Wasserstoff-Verbindungen und Faulgase. Neben der offensichtlichen Geruchsbelästigung führen die aggressiven Gase auch zu Korrosionsschäden an den Beton- und Eisenteilen im Kanalnetz und an der Kläranlage. Angefaultes oder verfaultes Abwasser kann zudem nicht biologisch abgebaut werden.

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