ZVEI

Elektroindustrie hält sich wacker

08.09.2011 | Redakteur: Sariana Kunze

Dr. Andreas Gontermann ist Chefvolkswirt des ZVEIs Bild: ZVEI

Die deutsche Elektroindustrie zeigt sich weiterhin in robuster konjunktureller Verfassung. Die Auftragseingänge in der mit 830 Tsd. Beschäftigten zweitgrößten deutschen Industriebranche sind im Juli d.J. wieder gestiegen und übertrafen ihr Vorjahresniveau um zwei Prozent.

Kumuliert von Januar bis Juli 2011 belief sich das Auftragsplus auf 14 Prozent gegenüber Vorjahr. Umsatz und (um Preiseffekte bereinigte) Produktion lagen im Juli sechs bzw. stattliche 14 Prozent höher als vor einem Jahr. „Nach der Sagnation der Erlöse im Vormonat setzt die Branche jetzt ihren Wachstumskurs gemäßigter fort“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Im Gesamtzeitraum zwischen Januar und Juli 2011 beliefen sich Umsatz- und Produktionszuwachs auf zehn und 15 Prozent gegenüber Vorjahr.

„Sorgen bereitet unserer Industrie zunehmend der massive Anstieg der Preise auf dem von China dominierten Markt für Seltene Erden, die für zahlreiche Produkte der Elektroindustrie wie Elektromotoren, Batterien, Leuchtmittel, Medizinapparate, Solarzellen und Unterhaltungselektronik benötigt werden“, betonte Dr. Gontermann. So sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren etwa die Preise von Lanthan um das 27-fache, von Neodym um das 18-fache, von Samarium um das 38-fache oder von Teribum um das 12-fache gestiegen. „Auch wenn die Metalle mitunter nur in kleinen Mengen zum Einsatz kommen, schlagen derartige drastische Preissteigerungen spürbar auf die Herstellungskosten der Elektrounternehmen durch“, sagt Dr. Gontermann. Knapp die Hälfte der Kosten in der Elektroindustrie entfällt heute auf den Bezug von Material und Rohstoffen. Die Aufhebung von Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden bleibt ein ganz zentrales Anliegen der Branche.

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie ist auch im August unter dem Eindruck des schwächelnden weltwirtschaftlichen Umfeldes erneut etwas zurückgegangen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind dabei gegenüber Juli leicht nach unten korrigiert worden. Allerdings befinden sich beide Klimakomponenten nach wie vor im expansiven Bereich. „Was die Einschätzung der aktuellen Lage anbelangt, so übertrifft die Zahl der Unternehmen mit positiven Beurteilungen diejenigen mit negativen Bewertungen um das Fünffache“, sagt Dr. Gontermann. Gleichzeitig gehen 86 Prozent der Elektrofirmen von (weiter) anziehenden oder stabilen Geschäften im nächsten halben Jahr aus.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 383240) | Archiv: Vogel Business Media