Automatica 2012

Automatisierte Batteriefertigung macht Elektromobilität bezahlbar

04.05.12 | Redakteur: Sariana Kunze

Elektromobilität bezahlbar machen - mit Automatisierung.
Elektromobilität bezahlbar machen - mit Automatisierung. (RWE)

Die Automatica greift ein Kernthema der Elektromobilität auf – die Batterieproduktion: Gemeinsam mit dem VDMA Fachverband Productronic und dem WZL der RWTH Aachen organisiert die Messe die Sonderschau „Batteriefertigung und Automatisierungstechnik“.

Zwanzig führende Unternehmen aus der Automatisierungsindustrie und dem Batterie-Maschinenbau nutzen die Plattform, um die kostengünstige Produktion von Batterien live zu zeigen.

Elektrische Energiespeicher, vor allem Hochleistungsakkus, spielen beim Thema Elektromobilität die Schlüsselrolle, weil sie Leistung, Zuverlässigkeit und Preis des Systems maßgeblich bestimmen. Das gilt für reine Batterie-Mobile genauso wie für Hybridautos. Dr. Eric Maiser, Managing Director von VDMA Productronic und Leiter des Industriekreises Batterieproduktion im VDMA Forum E-Motive betont den Beitrag der Batterie-Fertigungstechnik für den Markterfolg: „Elektroautos fahren macht Spaß, das Innenleben des 400 PS Elektro-Rennboliden, das wir auf der Sonderschau zeigen, lässt das erahnen. Die bisherigen Innovationen in der Batterietechnik haben akzeptable Reichweiten für reine Elektroautos und Spritkostensenkung beim Hybrideinsatz gebracht. Was wir jetzt brauchen ist Innovation in der Produktion, um die Kosten zu senken – das fordert den Maschinenbau.“

Stationärer Speicherbedarf beschränkt sich nicht auf Elektromobilität allein

Laut der Studie „Zukunftsfeld Elektromobilität – Chancen und Herausforderungen für den Maschinenbau“ von VDMA und Roland Berger werden im Jahre 2020 rund 40 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge einen Hybrid- oder vollelektrischen Antrieb haben. Durch neue Fabriken für Batterien wird ein stattliches neues Geschäftspotential für neue Maschinen entstehen – mit einem Volumen von 4,8 Mio. Euro im Jahr 2020. Maiser schätzt:„Jenseits der Elektromobilität gibt es sicher nochmals einen ähnlich hohen Maschinenbedarf für die Fertigung stationärer Speicher bei erneuerbaren Energien. Trotz asiatischer Vormachtstellung bei der Produktion von Consumer-Batterien besteht bei Hochleistungsakkus eine gute Chance für deutsche Maschinenbauer, mit ihrem Know-How aus anderen Branchen wie der Photovoltaik zu punkten.“ Thilo Brodtmann, Geschäftsführer von VDMA Robotik + Automation ergänzt: „Besonders im Automatisierungsbereich gibt es noch viel Nachholbedarf für Batteriefabriken weltweit. Das haben wir bei der Automatica aufgegriffen, das ist auch für Asiaten interessant“.

Die Sonderschau findet in Halle A2 statt. Firmen wie Reis Robotics, Siemens Industrial Automation Systems, Bosch Rexroth, Schunk, Manz Tübingen oder ISRA Vision zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die in der Produktionsautomatisierung stecken. Die gesamte Prozesskette wird abgebildet, inklusive kritischer Prozessschritte wie Mischen und Beschichten der Chemie sowie Formierung der Zellen. Zusätzlich können Besucher mit Unterstützung von Experten in der „virtuellen Fabrik“ des WZL der RWTH Aachen eine Batterieproduktion interaktiv zusammenstellen und sogar Kostenszenarien entwerfen. Flankierend präsentieren die RWTH Aachen und engagierte Firmen der Sonderschau auf dem Vortragsforum des VDMA Landesverbandes Nordrhein-Westfalen in Halle B1 Aktuelles zu Fertigungstechnologien und Automatisierungskompetenz rund um die Batterieproduktion. Eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Automatica-Forums in Halle B1 mit dem Titel "Batteriefertigung in Deutschland – wie hilft die Automatisierung?" wertet das Programm in punkto Batteriekompetenz nochmals auf.

Serienproduktion von Batterien muss marktfähig werden

Hersteller und Maschinenbauer müssen den Spagat zwischen marktfähigen Serienprodukten und Weiterentwicklung der Produktionstechnik schaffen. Prof. Dr. Achim Kampker, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, bringt den Beitrag der deutschen Forschungslandschaft für die Wettbewerbsfähigkeit der Batterieproduktion ins Spiel: „Kommerzielle Fabriken für neuartige Lithium-Ionen-Hochleistungsakkus beginnen sich gerade erst zu etablieren. Pilotlinien, die derzeit in Zusammenarbeit von Herstellern, Maschinenbauern und angewandter Forschung in Deutschland entstehen, schaffen die notwendige Qualifizierung von Prozessentwicklungen unter realistischen Produktionsbedingungen ohne sofort konkurrenzfähig produzieren zu müssen. Im Rahmen der Sonderschau demonstrieren wir das deutsche Kompetenznetzwerk aus Industrie und Forschung dem internationalen Fachpublikum der Automatica.“

Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer der Reis Group und Vorstandsvorsitzender von VDMA Robotik + Automation, freut sich: „Wir finden es hervorragend, dass die Messe München die Schlüsselthemen Batteriefertigung und Automatisierungstechnik zu einem Sonderthema der Automatica 2012 gemacht hat. Die Automatisierungspotentiale für die gesamte Prozesskette zu zeigen ist der Clou bei der Sonderschau – von der Materialfertigung über die Zelle bis zu Modul und Batteriepack. Mit den übergreifenden Themen Messen, Prüfen, Sicherheit, Steuerung, Gebäudetechnik sowie Fabrikplanung bilden wir den Gesamtkontext für den Aufbau einer kompletten Fabrik. Das ist bisher auf einer Messe so noch nicht gezeigt worden“.

Maiser ergänzt: „Nach den Sonderschauen auf der productronica und der Automatica ist die Weiterentwicklung des Themas in die eigenständige Messeplattform Electrical Energy Storage (ees) www.ees-munich.comvom 13. bis 16. November 2012 ein logischer Schritt der Messe München, den VDMA Productronic unterstützt.“

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