Echtzeit-Ethernet

Tiger-Chip für Profinet ermöglicht neue Applikationen mit höchster Performance

05.05.2011 | Redakteur: Wolfgang Leppert

Tiger-Chip für schnelle und effiziente Industrievernetzung

Die erste Single-Chip-Lösung für das Echtzeit-Ethernetsystem Profinet ist das stolze Ergebnis gemeinsamer Forschungsarbeit des Lemgoer Fraunhofer Kompetenzzentrum Industrial Automation

Die erste Single-Chip-Lösung für das Echtzeit-Ethernetsystem Profinet ist das stolze Ergebnis gemeinsamer Forschungsarbeit des Lemgoer Fraunhofer Kompetenzzentrum Industrial Automation (IOSB-INA) und des Institut Industrial IT (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Unter dem Dach des Lemgoer Centrum Industrial IT (CIIT) entwickelten beide den so genannten Tiger-Chip. Er misst gerade einmal 15 mal 15 Millimeter, enthält jedoch mit 30 Millionen Transistoren einen kompletten Rechner auf einem winzigen Stück Silizium. Der Chip ermöglicht den Austausch von Daten in Bruchteilen von Sekunden. Auftraggeber für das sechs Mio. Euro teure Projekt war federführend Phoenix Contact, ein Entwicklungspartner der Nürnberger Siemens-Konzern. Die Unternehmen werden den Tiger-Chip selbst einsetzen, zugleich ist er fortan am Markt frei verfügbar. Den Support übernimmt KW-Software, ebenfalls unter dem Dach des CIIT beheimatet.

Der Tiger Chip ermöglicht erstmals eine Profinet-Integration in einfache Feldgeräte. Hierdurch werden Informationstechnologien künftig durchgehend in der Feldebene nutzbar. Er ist damit wesentlich flexibler einsetzbar und günstiger als bisherige Ethernet-Lösungen. Große Datenmengen können mit Übertragungszeiten von unter 100 Mikrosekunden übermittelt werden.

Experten prognostizieren dem Chip eine große Zukunft

Der Chip lässt die Vision der beiden Forschungseinrichtungen eines Internet für Maschinen näher rücken. Hier werden Informationen an jedem Ort, zu jeder Zeit und in der jeweils notwendigen Qualität zur Verfügung stehen. Das schafft die Grundlage, um beispielsweise wandlungsfähige und rekonfigurierbare Produktionssysteme zu realisieren, die besser auf geänderte Kundenbedürfnisse und schwankende Nachfrage reagieren können, als das heute möglich ist.

Prof. Dr. Jasperneite, Leiter der beiden Forschungsinstitute, erwartet eine große Nachfrage vor allem in dem Bereich intelligenter technischer Systeme, die beispielsweise in der Automobilproduktion, Energietechnik (z. B. Windanlagen), im Maschinenbau oder in der Verkehrstechnik zum Einsatz kommen. Er ist sich zudem sicher, „der Tiger wird einen wichtigen Beitrag leisten, die Automatisierungswelt weiter mit Informationstechnologien zu durchdringen. Anwendungen mit höchsten Performanceanforderungen können nun realisiert werden.“

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