Robotertechnik

TRADR-Robotertechnik hilft Einsatzkräften nach Erdbeben in Amatrice

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das TRADR-Team steuerte die Roboter im Erdbebengebiet unter extremen Bedingungen teilweise ohne Sichtkontakt.
Das TRADR-Team steuerte die Roboter im Erdbebengebiet unter extremen Bedingungen teilweise ohne Sichtkontakt. (Bild: Fraunhofer IAIS)

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Nach dem Erdbeben in Amatrice liefert das Forschungsprojekt „TRADR” Robotertechnik und 3D-Bilder von Einsturz gefährdeten Gebäuden und unterstützt so die italienische Feuerwehr bei der weiteren Planung des Einsatzes. Mit drei Flug- und zwei Bodenrobotern erstellten die Forscher Bilder vom Inneren der Gebäude.

Im Nachgang zu dem schweren Erdbeben in Amatrice, Italien, kamen Technologien und Know-how aus dem EU-Forschungsprojekt „TRADR” –Long-Term Human-Robot Teaming for Robot Assisted Disaster Response – zum Einsatz: Italienische Rettungskräfte baten das Team, darunter Mitarbeiter des Fraunhofer IAIS aus Sankt Augustin, Innenaufnahmen von zwei vom Einsturz bedrohten Kirchen – der San Francesco Basilika und der Sant Agostino Kirche – zu liefern. Damit soll zusätzliche Zerstörung verhindert und der weitere Einsatz geplant werden. Drei Flugroboter und zwei Bodenroboter waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort einsatzbereit: In enger Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern, unter extremen Bedingungen und hohem Zeitdruck konnten schließlich 140 GB an Bild- und Sensordaten zu 3D-Modellen der Gebäude verarbeitet werden. Der Einsatz zeigt, wie europäische Zusammenarbeit wirkungsvoll funktionieren kann.

„Wir standen unter großem Stress” – ohne Sichtkontakt und unter Zeitdruck Roboter steuern

„Cognitive Robotics” können dazu genutzt werden, um intelligente Roboter in Katastrophenfällen in unübersichtlichen Gefahrenzonen einzusetzen. Die Roboter unterstützen die Rettungskräfte, indem sie als stellvertretende Werkzeuge für Menschen eingesetzt werden. In diesem Einsatzszenario steuerten die Rettungskräfte die Roboter teilweise ohne Sichtkontakt fern und kooperierten miteinander. Zwei der Flugroboter lieferten Bilder, mit deren Hilfe der Operator Anweisungen für die Flugrichtung des dritten Roboters geben konnte. Die Roboter fanden so ihren Weg durch enge Fenster oder einen zerstörten Dachstuhl in die Gebäude. Die anschließend aus Innen- und Außenaufnahmen sowie Lasersensordaten entwickelten 3D-Modelle zeigen der italienischen Feuerwehr Vigili del Fuoco, wo die Wände abgestützt werden müssen, damit weitere Einstürze verhindert werden können.

„Das gesamte TRADR-Team musste innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit sein. Wir standen unter großem Stress, aber die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern und den Rettungskräften vor Ort verlief reibungslos”, berichtet Prof. Hartmut Surmann, der für das Fraunhofer IAIS zusammen mit seinem Kollegen Erik Zimmermann verantwortlich für die TRADR-Integration und das technische Setup ist und die Flugroboter steuerte. Dass der Einsatz so erfolgreich verlief, sieht er unter anderem dem eingespielten Team geschuldet, das in zahlreichen Übungseinsätzen den Ernstfall geprobt hat. Die 12 Partnerorganisationen aus 6 EU-Ländern entwickeln in dem Projekt Technologien für gemischte Mensch-Roboter-Teams, die in Katastrophenszenarien zum Einsatz kommen sollen. Das Projekt ist von der Europäischen Union gefördert und steht unter der Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

„Der Einsatz zeigt eindrücklich, wie wirkungsvoll die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg funktionieren kann. TRADR ist ein europäisches Projekt und kann für die Feuerwehr unter realen Bedingungen wertvolle Beiträge zur Durchführung von Rettungsmissionen leisten, indem Roboter effektiv Informationen beschaffen”, erklärt Erik Zimmermann. (kj)

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

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