Bain Studie

Weg vom Öl - hin zur Elektromobilität

06.04.2011 | Redakteur: Sariana Kunze

(Quelle: RWE)

Firmen zum Thema

Der Wechsel zur Elektromobilität stellt eine Veränderung mit großen Auswirkungen für die Wertschöpfungskette der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer dar. Bain & Company identifiziert sechs Quantensprünge des Systemwechsels.

Quantensprung 1

Durch den elektrischen Antrieb sind Automobilhersteller und Autofahrer nicht mehr nur von einer einzigen Energiequelle, dem Erdöl, abhängig. Diese Technologie unterstützt also einen Systemwechsel in der Energiepolitik. Die USA etwa wenden jährlich 260 Mrd. US-Dollar dafür auf, kostbares Erdöl zu importieren, von dem etwa 70 Prozent in der sehr durstigen Pkw-Flotte verbraucht werden. Stellt man dem gegenüber, dass 70 Prozent der US-Autos täglich meist auf Kurzstrecken bewegt werden, ist es bereits mit dem heutigen Stand der E-Antriebs- und Batterietechnologie problemlos möglich, den größten Teil dieser Strecken mit Strom aus dem Netz zu fahren. Für die USA rechnet es sich daher volkswirtschaftlich, 40 Mrd. US-Dollar an Steuergeldern in diese neue Technologie zu investieren.

„Simuliert man ein solches Szenario für deutsche Verhältnisse, so könnten rund 70 Prozent der jährlich etwa 550 Mrd. gefahrenen Pkw-Kilometer elektrisch zurückgelegt werden“, sagt Dr. Gregor Matthies, Partner bei Bain & Company und Leiter der europäischen Automobilpraxisgruppe. Volkswirtschaftlich wäre das ein enormer Schritt, denn Deutschland müsste rund 40 Prozent weniger Erdöl importieren, was einem Wert von gut 20 Mrd. Euro nach heutigen Preisen entspräche. Der Mehrbedarf an Strom von etwa zehn Prozent würde in seiner Erzeugung etwa 1,5 bis 2,5 Mrd. Euro kosten und könnte zur Hälfte aus dem bestehenden Netz kommen, denn Elektroautos laden meist nachts, wenn ohnehin Überkapazitäten vorhanden sind. Die restlichen fünf Prozent des zusätzlichen Strombedarfs könnte bereits heute mit erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden.

Quantensprung 2

Der Elektroantrieb ist deutlich effizienter als ein Benzin- oder Dieselmotor. Beim Verbrennungsmotor werden nur maximal 30 Prozent des Energieinhalts im Tank in Bewegungsenergie umgewandelt, beim Elektroantrieb sind es 80 Prozent. Ein Fortschritt in der Energieeffizienz, der dazu führt, dass die Energiekosten pro gefahrenen Kilometer drastisch sinken können. „Mit einem Elektroauto kann der Besitzer bis zu 60 Prozent seiner Energiekosten gegenüber dem heutigen Stand sparen“, so Automobil-Experte Matthies.

Quantensprung 3

Das E-Auto besitzt gerade in der Stadt eine deutlich bessere Fahrdynamik, die höchstens mit der eines Sportwagens vergleichbar ist. Das volle Drehmoment steht zu 100 Prozent und von Anfang an zur Verfügung und die Beschleunigung erfolgt ohne Schaltunterbrechungen. Darüber hinaus verursacht das E-Auto keine lokalen Emissionen. Für den Fahrer bedeutet das, seine Haltung zum Umweltschutz zu zeigen und einen aktiven Beitrag hierfür zu leisten. „Die wachsende Bevölkerung in den globalen urbanen Zentren sucht nach individueller Mobilität, die nicht durch umweltverschmutzende Schadstoffe belastet ist. Ein zehn oder 20 Prozent effizienteres Dieselfahrzeug reicht diesen Kunden nicht; sie wollen den 100-prozentigen Systemwechsel“, sagt Bain-Partner Matthies.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 374197 / Elektromotoren)