Micropelt

Weltweit erste Thermoelektrik-Chipfertigung in Halle eröffnet

01.07.2011 | Redakteur: Ines Näther

Die Freiburger Firma Micropelt hat in Halle/Saale die erste automatisierte Großserienfertigung für Thermoelektrik-Chips eröffnet. Investoren unterstützen die Produktion mit einem Investitionsvolumen von 15 Mio. Euro

Die weltweit erste automatisierte Großserienfertigung für Thermoelektrik-Chips hat Micropelt jetzt in Halle/Saale eröffnet. Auf 400 Quadratmetern Produktionsfläche mit maßgeschneidertem Reinraum stellt das Unternehmen auf Silizium-Wafern thermoelektrische Dünnschichten her und verarbeitet diese zu stecknadelkopfgroßen Mikrokühlern, Sensoren und Thermogeneratoren.

Mit weltweit unübertroffener Leistungsdichte erzeugen die rund 10 mm2 großen Thermogenerator-Chips elektrische Energie aus frei verfügbarer Abwärme. Rund 15 Mio. Euro werden investiert, um die bereits errungene technische Weltmarktführung in einen entsprechenden Markterfolg umzusetzen.

„Der Schritt in die Volumenfertigung ist für uns ein wichtiger Meilenstein.“ so Fritz Volkert, Geschäftsführer von Micropelt. „Zudem legen wir hier einen wichtigen Grundstein für die Wende in der Energie- und Ressourcennutzung von Privathaushalten, öffentlichen Institutionen und Unternehmen.“ Volkert zielt damit auf den neuen Markt der von Thermogeneratoren mit Strom versorgten Funksensorik und Mikroaktorik. Micropelt ist davon überzeugt, dass Prozesse und Anlagen schon bald mit preiswerten drahtlosen Sensornetzen bestückt und damit lückenlos überwacht werden können. Betrieb und Instandhaltung sollen dann auf Basis von momentanen Istwerten geführt werden. Das führe einerseits zu gesteigerter Prozesseffizienz, andererseits zu punktgenauer Wartung mit geringstmöglichem Risiko und minimalem Teile-, Personal- und Kostenaufwand.

Thermogeneratoren: So grün kann Fortschritt sein

„Heutige Funksensoren sparen zwar viel Geld, indem die aufwändige Verkabelung vermieden wird. Die Lebenszykluskosten dieser Geräte werden aber oftmals von der erforderlichen Batteriewartung dominiert. Dieser Zusatzaufwand schmälert bisher das Einsatzspektrum ganz erheblich.“ erläutert Burkhard Habbe, Leiter Geschäftsentwicklung bei Micropelt. Wladimir Punt, Leiter Vertrieb und Marketing, liefert dazu die passende Micropelt-Lösung: „Unsere Thermogeneratoren und Thermoharvester liefern in vielen Fällen mehr Energie, als der herkömmlichen Batterie entnommen wird. Allerdings benötigt der Harvester keinerlei Wartung und bezieht obendrein seine Primärenergie völlig kostenlos. So grün kann Fortschritt sein.“ Micropelt entwickelt und produziert derzeit auf Pilotanlagen in Freiburg. In Halle bereitet ein Team aus Produktionsfachleuten aller relevanten Disziplinen den Serienstart vor. Sobald die Fabrik die volle Kapazität erreicht hat, peilt Micropelt in Halle ein Fertigungsvolumen von jährlich fünf bis zehn Mio. Chips an.

Venture Capital legt Grundstein für positive Unternehmensentwicklung

„Eine neue Technologie zum Produkt zu entwickeln und dann zur Marktreife zu bringen, ist trotz aller Erfahrung und sorgfältiger Prüfung ein hohes Wagnis,“ sagt Hubertus Leonhardt, Aufsichtsratsvorsitzender von Micropelt sowie Geschäftsführer und Partner der Tübinger SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, die sich seit dem Management- und Team-Buyout im Jahr 2006 bei Micropelt als Leitinvestor engagiert. „Einmal mehr zeigt sich hier die Bedeutung von Wagniskapital, wenn es darum geht, neue Wege zu beschreiten. Von den Potenzialen, die wir 2006 gesehen haben, konnten wir Dank enger Zusammenarbeit mit Micropelt die nachhaltigsten zur Marktreife bringen – darauf können wir und unsere Finanzpartner wirklich stolz sein.“ Investoren bei Micropelt sind neben der SHS die Manager GbR, die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg, die KfW-Bankengruppe, die L-Bank Staatsbank für Baden-Württemberg sowie die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt RKFI und RKF II gemanagt von Goodvent. Für die Investition in die Thermoelektrik-Chipfertigung baut Micropelt darüber hinaus auf die Unterstützung eines Konsortiums insbesondere regionaler Finanzinstitute, wie der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, der MBG Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt, der Saalesparkasse und der Evosciences Leasing.

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