Interview mit HMS

Wie ein erfolgreicher Umstieg von Profibus auf Profinet funktioniert

22.02.2011 | Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Näther

Michael Volz, Geschäftsführer, HMS Industrial Networks: „Wir bei HMS werden unserem Motto treu bleiben und unsere Kunden mit fertigen und zertifizierten Produkten den problemlosen Zugang zu allen relevanten industriellen Netzwerken zu ermöglichen. Unsere Kunden können sich so auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und sich so Wettbewerbsvorteile am Markt sichern.“

Aktuelle Marktstudien zeigen, dass sich der Trendwechsel von den klassischen Feldbussen zu den Industrial-Ethernet-Systemen viel langsamer vollzieht als erwartet. Die Folge: Profibus und Profinet werden zukünftig – je nach Anforderungen der Applikation – parallel eingesetzt. HMS-Geschäftsführer Michael Volz erklärt, warum es für Gerätehersteller, Anlagenbetreiber und Systemintegratoren jetzt wichtig ist, sich mit der neuen Technologie zu beschäftigen.

Herr Volz, Sie bieten bereits Umsteigerseminare von Profibus auf Profinet an. Wird diese Technologie inzwischen tatsächlich so stark nachgefragt, dass es einen entsprechenden Bedarf gibt?

Mit fast einer Mio. neu installierter Geräte im Jahr 2010 verzeichnet Profinet ein beachtliches Wachstum von etwa 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum wurden zusätzlich rund vier Millionen neue Profibus-Geräte, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, installiert. Anhand dieser auf Angaben der Profibus-Nutzerorganisation basierenden Zahlen wird deutlich, dass die neuen Industrial-Ethernet-Systeme ihren Weg in die Industrie gefunden haben ohne dabei die klassischen Feldbusse wie Profibus, DeviceNet, CANopen zu verdrängen. Anwender können heute je nach Komplexität der Automatisierungsaufgabe zwischen den etablierten Feldbussen und den neuen Industrial-Ethernet-Systemen auswählen.

Ergänzendes zum Thema
 

Seminar -Umstieg von Profibus auf Profinet

Warum ist es für die Gerätehersteller, Anlagenbetreiber und Systemintegratoren gerade jetzt wichtig, sich mit der neuen Technologie zu beschäftigen?

Vorreiter beim Einsatz von Industrial-Ethernet ist die Automobilindustrie, deren erklärtes Ziel es ist Steuerungsdaten, IT-Informationen und sicherheitsrelevante Signale über ein einziges Kabel zu übertragen, um so die größtmöglichen Kosteneinsparungseffekte in den Produktionsanlagen zu erzielen. Derartige große Innovationsschritte passieren nicht von gleich auf nachher. Sorgfältige Planung und fundiertes Fachwissen über die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Industrial-Ethernet-Systeme sind zwingende Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz. Wer jetzt nicht in den Know-how-Aufbau investiert, läuft Gefahr wichtige Trends zu verpassen.

Welche Vorteile bietet Ihrer Meinung nach der Einsatz von Profinet in den Maschinen und Anlagen?

Mit Profinet steht den Anwendern ein leistungsfähiges, skalierbares Kommunikationssystem zur Verfügung, das Anforderungen einer modernen Fertigungsautomatisierung hinsichtlich Performance, Funktionalität, Diagnose und Zuverlässigkeit erfüllt und dabei noch genügend Leistungsreserven für zukünftige Anlagenerweiterungen bietet. Profinet überträgt Echtzeitdaten, IT-Informationen und sicherheitsgerichtete Signale über ein gemeinsames Medium und hilft so die Anzahl unterschiedlicher Netzwerke in einer Anlage zu reduzieren. Standard- und sicherheitsgerichtete Steuerungsfunktionen können in einer zentralen Steuerung zusammengefasst werden. Das spart Kosten und senkt die Engineering-Aufwendungen. Darüber hinaus kann Profinet mit den neuen Profienergy-Funktionen auch aktive Beiträge zum Energiemanagement einer Anlage leisten und so helfen den Energieverbrauch in Produktionspausen zu reduzieren.

Warum greifen die Anwender bei einer Neuanlage aber immer noch nicht sofort auf Ethernet zurück?

Der Einsatz von Industrial-Ethernet erfordert deutlich mehr Know-how als mit den klassischen Feldbussen und das Angebot an Feldgeräten ist längst noch nicht so groß wie bei den Feldbussen. Darüber hinaus werden viele Maschinen als Serienmaschinen konzipiert und in Stückzahl gefertigt. Hier gilt vor allem: „Never change a running system“.

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