Faszination Robotik 100 Meter Technik, die Leben retten kann

Von Sandro Kipar 2 min Lesedauer

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In unserer Rubrik „Faszination Robotik“ präsentieren wir Ihnen einmal im Monat außergewöhnliche Roboter. Heute: Eine Roboterschlange, die auf Kommando wachsen oder schrumpfen kann.

Die Roboterschlange wurde als Studentenprojekt entwickelt. In der Zukunft soll sie in der Inspektion oder in der Katastrophenhilfe eingesetzt werden. (Bild:  ETH Zürich / Roboa / Artan Hajrullahu)
Die Roboterschlange wurde als Studentenprojekt entwickelt. In der Zukunft soll sie in der Inspektion oder in der Katastrophenhilfe eingesetzt werden.
(Bild: ETH Zürich / Roboa / Artan Hajrullahu)

In industriellen und gefährlichen Umgebungen stoßen traditionelle Werkzeuge und Techniken häufig an ihre Grenzen. Genau hier setzt Roboa an, ein schlangenförmiger Roboter, der am Autonomous Systems Lab der ETH Zürich entwickelt wurde. Mit seiner Fähigkeit, sich in extrem engen und unstrukturierten Räumen zu bewegen, will das Team rund um Roboa eine Revolution in der Inspektion und Rettungstechnik anstoßen.

Technologie der nächsten Generation

Roboa basiert auf einem einzigartigen Konzept: Er wächst, indem er sich pneumatisch verlängert. Dieses Prinzip soll es ihm ermöglichen, sich auf eine Länge von bis zu 100 Metern auszudehnen. Sein Durchmesser von fünf bis zehn Zentimetern erlaubt es ihm in Räume vorzudringen, die weder für Menschen noch für herkömmliche Maschinen zugänglich sind. Dank seiner weichen Konstruktion wird sowohl die Umgebung geschützt als auch das Risiko von Schäden minimiert.

Die Sensorik von Roboa umfasst Kameras, Mikrofone und Time-of-Flight-Sensoren. So ausgestattet kann er präzise Umgebungsdaten erfassen. Für die direkte Interaktion ist der Roboter mit Lautsprechern und Mikrofonen ausgestattet, was insbesondere bei Rettungseinsätzen von Vorteil ist. Darüber hinaus kann Roboa Flüssigkeiten transportieren, sei es Wasser zur Versorgung von Opfern oder Reinigungsmittel für industrielle Anwendungen.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

In der Katastrophenhilfe könne der Roboter Trümmer durchsuchen, Opfer lokalisieren und diese mit wichtigen Ressourcen versorgen. In industriellen Anwendungen biete Roboa eine effiziente Lösung für Inspektionen von Rohrleitungen, Schächten oder anderen schwer zugänglichen Strukturen. Dies sei günstiger im Vergleich zu herkömmlichen Methoden.

Die Bedienung von Roboa erfolgt über eine benutzerfreundliche Oberfläche, die Echtzeitdaten liefert. Dadurch können Einsatzkräfte oder Wartungsteams präzise und effizient arbeiten, so die Erfinder. Die modulare Bauweise des Roboters ermöglicht außerdem eine Anpassung an spezifische Anforderungen.

Ursprünglich als Studentenprojekt an der ETH Zürich entwickelt, wird Roboa heute mit Unterstützung eines Pioneer Fellowships weiterentwickelt und marktreif gemacht. Dabei handelt es sich um ein Programm, das speziell darauf abzielt, Unternehmertum und die Kommerzialisierung innovativer Forschungsergebnisse zu fördern. Es richtet sich an Einzelpersonen oder kleine Teams, die an der ETH studieren oder forschen und eine vielversprechende Geschäftsidee basierend auf ihrer Forschung entwickeln möchten.

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