CAD/E-CAD

2 unter einem Hut: mechatronische Stückliste im Sondermaschinenbau

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Unterschiedliche Strukturen vereinheitlicht

Die Vision dahinter: Eine gemeinsame mechatronische Stückliste der zwei Konstruktionswelten „Mechanik“ und „Elektrik“. Die Herausforderung dabei: die unterschiedlichen Strukturen von CAD-System und Elektro-CAE unter einen Hut zu bringen. Gemeinsamer Nenner in beiden Programmen ist jetzt das Betriebsmittelkennzeichen. Zum einheitlichen Klassifizieren und Erfassen der technischen Merkmale setzt man auf eCl@ss, den branchenübergreifenden Klassifizierungs- und Produktbeschreibungsstandard. Die bislang vorhandenen unterschiedlichen Strukturen in der Mechanik und in der Elektrik ließen sich so harmonisieren. Jetzt gibt es gemeinsame Merkmale, um Eplan an die Mechanik anzupassen.

Ein Prozess, der sich nicht von heute auf morgen umsetzen ließ, der die Flexibilität aller beteiligten Abteilungen forderte. Zugleich ein Prozess, den das Eplan Consulting im Team mit allen Beteiligten bei Witzenmann moderierte. Dabei galt es, alle Entwicklungsschritte zu überdenken, alle Prozessabläufe in Frage zu stellen und neu zu gestalten. Gemeinsam legte man fest, wie der Stromlaufplan zu strukturieren ist, damit auch der Mechanik-Konstrukteur etwas damit anfangen kann. Wie bereits erwähnt – der gemeinsame Nenner ist jetzt das Betriebsmittelkennzeichen. Anhand dessen entwickelte man Vorgaben, wie der Stromlaufplan zu gestalten ist, damit er sich mit dem ECTR zusammenführen lässt. Eplan wurde an die mechanischen Gegebenheiten angepasst. Alles in allem ein hartes Stück Arbeit, bis dann die erste virtuelle Maschine stand. Wie toll das in der Praxis funktioniert, schildert Timo Conzelmann: „Ein Pneumatikzylinder führte bislang im Engineering zu drei „Baustellen“. Dank der vereinheitlichten Betriebsmittelkennzeichnung ist dieser Pneumatikzylinder nun identisch in drei Welten vorhanden.“

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Vereinfachte Prozesse bringen den Nutzen

Beim Bau seiner Schaltschränke setzt Witzenmann auf Dienstleister. Conzelmann: „Die Zusammenarbeit ist dank Eplan Pro Panel mit unseren Dienstleistern einfach und zuverlässig.“ Die selbst entwickelten Skripte, optimal zugeschnitten auf die firmeneigenen Bedürfnisse, vereinfachen wesentlich die Freigabeprozesse. „Zusammengerechnet ermöglichen diese Aspekte Einsparungen bis zu 20 Prozent der Schaltschrank-Kosten, bilanziert Jürgen Rausch. „Wir stellen dem Zulieferer nicht nur die 3D-Zeichnungen zur Verfügung, sondern auch die Bohrbilder für die Bearbeitungszentren“, sagt Timo Conzelmann. „Das funktioniert sehr zuverlässig, die Zulieferer sind in schlanker Prozesskette an uns angeschlossen und dank hervorragender Datenqualität kommt es nicht zu Verlusten durch Rückfragen oder Fehler.“ Weiteren Zusatznutzen hebt Jürgen Rausch hervor: „Weil Eplan die Dokumente als PDF ausgibt, haben wir jetzt weltweiten Zugriff auf die Dokumentation einer Maschine. Die intelligente PDF-Erstellung – in unserem Fall in den Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch – ist einfach toll.“

Konfiguration anstatt kompletter Neuentwicklung

Der realisierten Vision der mechatronischen Stückliste folgt schon die nächste Aufgabe: Wiederverwendbares Engineering. Aus einmal erstellten Engineering-Modulen sollen neue Maschinen durch Konfiguration generiert werden. „Um aus Teilprojekten vorhandener Maschinen eine neue konfigurieren zu können, untergliedern wir das Hauptprojekt in Unterprojekte, um dann ganz einfach Standard-Module hinzufügen oder auch wieder entfernen zu können. So werden wir schneller und günstiger“, blickt Timo Conzelmann in die Zukunft der Elektrokonstruktion. „Wenn beispielsweise eine Schweißmaschine mit einer Säge ausgerüstet werden soll, dann können wir das Modul „Säge“ einfach per Klick hinzufügen. Wir müssen nicht jedes Mal neu konstruieren.“

Bei aller Virtualität einer Maschine, ganz ohne leichte Änderungen beim Aufbauen und Installieren der Maschine kommt aber auch Witzenmann nicht aus. Es seien hauptsächlich die Kabelwege, die man vor Ort hier und da noch anders planen müsse. Dem Routing der Kabel gelte künftig das besondere Augenmerk.

* Thomas Michels, Leiter Produktmanagement bei Eplan Software & Service, Monheim am Rhein

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