Leoni

2009 gilt als schlechtestes Ergebnis in der Firmengeschichte

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Belastung durch Restrukturierung

Der Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) war Anfang 2009 sehr stark vom konjunkturellen Abschwung beeinträchtigt. Im weiteren Jahresverlauf erholte sich das Geschäft kontinuierlich, so dass im vierten Quartal erstmals wieder ein Umsatz deutlich über dem Wert der vergleichbaren Vorjahresperiode erzielt werden konnte. Ursächlich für die Belebung war neben einer allgemeinen Nachfrageerholung auch der Anlauf neuer Projekte mit Kunden aus der internationalen Automobilindustrie. Staatliche Abwrackprämien hatten eine geringeren Effekt für Leoni.

Der WSD-Außenumsatz belief sich im Gesamtjahr 2009 auf 1.224,6 Mio. Euro; dies entspricht einem Minus von rund 19 Prozent nach 1.510,5 Mio. Euro Vorjahr. Einzig die Region China konnte eine Steigerung der Erlöse aufweisen. Die größte Umsatzanteile im Segment entfielen auf die Automobilhersteller PSA, Mercedes-Benz und BMW. Erste nennenswerte Umsätze konnte mit der Produktion von mechatronischen Komponenten verbucht werden, die einen Ausbau der Wertschöpfungstiefe bewirken. Das EBIT belief sich auf -78,5 Mio. Euro (2008: 23,4 Mio. Euro), wobei hier Sondereffekte von mehr als 50 Mio. Euro enthalten sind. Bereinigt konnte auch im WSD-Segment im zweiten Halbjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden; im Gesamtjahr lag der Wert bei -26,8 Mio. Euro (2008: 42,7 Mio. Euro).

Leoni verfolgte im Geschäftsjahr 2009 insbesondere das Ziel, die Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit zu sichern sowie Finanzaufwendungen und -erträge zu optimieren. So konnte im Brichtszeitraum trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein Liquiditätsabfluss vermieden werden: Das Unternehmen hat seine anspruchsvolle Planung, einen ausgeglichenen Free Cashflow vor Dividende, Akquisition und Aktienverkauf zu erwirtschaften, mit einem Wert von 2,1 Mio. Euro (2008: -13,9 Mio. Euro) realisiert.

Es ist ebenfalls gelungen, die Nettofinanzierungsverschulung zum Jahresende um 37,9 Mio. Euro auf 495,4 Mio. Euro zu verringern. Zu dieser Entwicklung trug auch der Verkauf eigener Aktien bei, die Leoni im Oktober 2009 über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren bei internationalen Investoren zu einem Preis von 14,50 Euro je Aktie platzieren konnte. Der Erlös der knapp 2,9 Mio. Papiere wirkte sich auch positiv auf das Eigenkapital aus, dessen Quote zum Stichtag 31.12. bei 21 Prozent lag.

Prognose für 2010

Im Jahr 2010 wird Leoni zur Strategie des ertragsorientierten Wachstums zurückkehren und seine Marktposition ausbauen. Gestützt von der allgemein erwarteten konjunkturellen Erholung sowie dem Anlauf zusätzlicher Projekte, insbesondere im Automobilbereich, plant das Unternehmen, seinen Umsatz um ca. zehn Prozent auf rund 2,4 Mrd. Euro zur steigern und damit den Marktdurchschnitt zu übertreffen. Leoni prognostiziert ein EBIT von mindestens 50 Mio. Euro und einen leicht positiven Jahresüberschuss. Für das Jahr 2011 solten im Falle einer fortgesetzten Erholung der Märkte eine Umsatzsteigerung von ebenfalls rund zehn Prozent sowie eine erhebliche Verbesserung der Ertragslage möglich sein.

(ID:341576)