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Matrix Vision

25 Jahre mehr sehen, schnell analysieren, besser entscheiden

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Ein gutes Beispiel sind die intelligenten Kameras: Heute sind sie in vieltausendfacher Anwendung und aus der Qualitätssicherung, Medizin, Sicherheitsüberwachung oder Verkehrskontrolle nicht mehr wegzudenken. Doch bis vor wenigen Jahren waren diese digitalen Augen, die einen Computer eingebaut haben, kaum bekannt. Matrix Vision nimmt nach eigenen Angaben für sich in Anspruch, eine der ersten intelligenten Kameras auf den Markt gebracht zu haben. Immer wieder hatte sich Werner Armingeon mit dieser Idee beschäftigt. „Hätte ich intensiver an der Idee arbeiten können, wären wir schon deutlich früher auf dem Markt gewesen“, so der Entwicklungschef im Rückblick.

Wesentlich an diesen, auch Smart-Kameras genannten Systemen ist, dass sie Bilder nicht nur aufnehmen, sondern diese auch selbst interpretieren können. Sie haben sozusagen einen PC an Bord, der anwendungsspezifische Informationen aus aufgenommenen Bildern herausfiltern und verarbeiten können. So kann beispielsweise bei einer Anwendung in der Qualitätskontrolle die Kamera eigenständig entscheiden, ob ein Teil gut oder schlecht ist.

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Dass Werner Armingeon 1999 auf die Idee kam, Intelligenz in die Kamera zu integrieren, wird schnell verständlich, wenn man weiß, dass die beiden Ingenieure sich schon immer mit Technologien beschäftigt haben, von denen heute viele in der Bildverarbeitung aufgegangen sind. Erstaunlich bleibt hingegen, dass es das Paar stets schaffte, weder unter die Räder des schnellen Wandels der Technik zu geraten noch unter die des Zeitgeistes und des Marketings.

Erste Geschäfte mit Atari-Computer

Denn über etliche große Firmennamen und Erfindungen der Datenverarbeitungsbranche zogen bekanntlich Technik- und Marketingtrends hinweg. Bekanntes Beispiel: Atari. In den Anfangsjahren der Rechnersysteme waren Produkte dieser Firma bei Early Adopters wie Universitäten besonders gefragt.

Auch Thullner und Armingeon machten damit ihre ersten Geschäfte und entwickelten – weil Atari selbst sich nicht darum kümmerte und Mac- und PC-Anwender schon länger sehen konnten – einen Grafikcontroller für einen 19-Zoll-Bildschirm für Atari-Computer. 1989 stellten die beiden diese Weltneuheit nach lediglich sechs Wochen Entwicklungszeit auf der CeBit in Hannover vor. Zum ersten Mal hatte damals das Zusammenspiel geklappt, das bis heute so tragfähig wie erfolgreich ist: das Marktgespür von Thullner und der Entwicklergeist von Armingeon. „Gut verkauft“ hätten sie damals als Weltmarktführer, erzählt Gerhard Thullner rückblickend.

Als Atari von den PCs überholt wurde, hatten sich die beiden Ingenieure bereits zu neuen Ufern aufgemacht. Kurz hatten sie zwar noch überlegt, ihr Wissen um Grafikcontroller in den boomenden PC-Markt einzubringen. „Aber da gab es schon etablierte Firmen. Da hätten wir gar nicht mithalten können“, berichtet Thullner von der Entscheidung.

Framegrabber für industrielle Anwendungen

Das Gespann konzentrierte sich von nun an auf Framegrabber für industrielle Anwendungen. Die elektronische Komponente wird zum Digitalisieren analoger Videosignale verwendet. Damit waren sie endgültig in der noch jungen Branche der Bildverarbeitung angekommen. Noch heute gehören diese Produkte zum Angebot. Durch die Digitalisierung der Kameratechnik verliert diese Technik jedoch an Bedeutung. „Die Technologie ist in die Kamera gewandert“, so Armingeon.

Auch am Markt für Bildverarbeitung findet ein ständiger Umbruch statt, den die drei Spezialisten stets genau beobachten. Sie kennen die Untiefen des Massenmarktes sehr gut. Ihn wollen sie nicht bedienen. Doch sollten sich für den Kunden Vorteile ergeben, werden Komponenten aus dem Massenmarkt auch in den Lösungen für die Industrie eingesetzt.

Am vorderen Idealpunkt der Technologiewelle

„Wir sind technologisch getrieben und übernehmen immer wieder eine Vorreiterrolle“, fasst Werner Armingeon die Erfahrung von fünfundzwanzig Jahren Firmengeschichte zusammen. Aber sobald ein Produkt in extrem großen Stückzahlen produziert wird, sind wir als Entwicklerfirma weg.“ Und Gerhard Thullner ergänzt: „Wir reiten immer am vorderen Idealpunkt der Technologiewelle.“

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