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Framos Imaging Solutions 30 Jahre Bildverarbeitung aus Leidenschaft

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Als Promotor der europäischen Bildverarbeitungsindustrie sah und sieht sich das Familienunternehmen Framos, das sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Gegründet mit der Idee, High-Tech-Produkte zu verkaufen, bietet es heute weltweit Bildverarbeitungskomponenten, Entwicklungsdienstleistungen und ganze Lösungen an. Dabei stehen Innovation und Vielfältigkeit im Vordergrund, denn das Unternehmen möchte gerne „im Fahrersitz“ der Branche sitzen.

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Bernd Franz und Dr. Andreas Franz, beide Geschäftsführer, Framos: „Wir sind ständiger Treiber von Veränderungen.“
Bernd Franz und Dr. Andreas Franz, beide Geschäftsführer, Framos: „Wir sind ständiger Treiber von Veränderungen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Man schreibt das Jahr 1981, in dem eine Erfindung die Musikwelt begeistert: die ersten CD-Spieler kommen auf den Markt. Im gleichen Jahr gründete Bernd Franz die Framos GmbH mit der Idee, neuartige, innovative Produkte in Europa anzubieten. Zudem wollte er mit der Gründung des Familienunternehmens „etwas für’s Leben schaffen“. Diese familiäre Atmosphäre überträgt er bis heute als Geschäftsführer in sein gesamtes Team. Rund 50 Mitarbeiter, wovon 30 am Hauptstandort in Pullach beschäftigt sind, erarbeiten in Europa 25 bis 30 Mio. Euro Umsatz.

„Wir denken langfristig, fernab jeder Quartalslogik und sind deshalb in der Lage, an Themen zu arbeiten, die länger dauern. So hat es fast zehn Jahre gedauert, bis der Bildverarbeitungsmarkt interessant wurde. Ein großer Konzern hätte bestimmt längst die Lust verloren“, beschreibt er den Pioniergeist des Unternehmens. Bernd Franz wagte sich mit dem Thema Bildsensorik nämlich schon 1982 in die industrielle Bildverarbeitung. Grundstein war die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sony, die mit einem 100 MHz 8 Bit A/D Wandler beginnt. „Viele technische Entwicklungen kamen aus Deutschland und wurden in den 80er Jahren preislich und qualitativ in Japan optimiert. Erst in den 90er Jahren entwickelte sich ein, heute sehr erfolgreicher, deutscher Mittelstand in der Bildverarbeitung“, erinnert sich Bernd Franz. Dabei war es ihm immer wichtig, sich auch für kleinere Unternehmen und neue Ideen zu engagieren. „Viele unserer Großkunden kamen schon als Studenten auf uns zu. Wir haben ein besonderes Augenmerk auf innovative, auch kleine Startups. Damit wollen wir den Innovationsgrad in Europa hoch halten.“

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Um die Traditionen des Familienunternehmens in Zukunft weiter zu leben und seine Bedeutung als Player der Branche noch weiter auszubauen, hat Framos den Generationswechsel an der Firmenspitze im letzten Jahr vollzogen. Bisher erfolgreich, wie beide Geschäftsführer übereinstimmend meinen. So hat Dr. Andreas Franz, nach einer erfolgreichen Karriere außerhalb von Framos und einer sechsmonatigen Testphase im Unternehmen, das Angebot seines Vaters angenommen, als CEO zukünftig die Geschicke der Firma zu lenken.

Dr. Franz, ein Generationswechsel gilt als große Herausforderung für ein Familienunternehmen, aber Sie haben das gut gemeistert?

? Ein Generationenwechsel hat ja zwei Ebenen. Der rechtliche ist Wandel ist vollzogen. Der Wechsel von einer Generation zur nächsten erfolgt im Fluss, indem mich mein Vater berät und mir den Rücken stärkt. Wichtig war für mich und unsere Mitarbeiter sein klares Commitment, mir die Firmenleitung zu übertragen. Genau die Werte, nämlich Tatkraft, Gedankenfreiheit, Zusammenarbeit und Familiensinn, die uns in den vergangenen 30 Jahren groß machten, haben hier nun den Weg für einen reibungslosen Übergang frei gemacht.

Für das 30-jährige Jubiläum haben Sie die Framos „Goes Crazy Logos“ kreiert, die Ihre wesentlichen Werte repräsentieren sollen. Welche zum Beispiel?

? Dazu gehört zuerst die Leidenschaft für die Bildverarbeitung, die uns extrem am Herzen liegt. Denn es ist wirklich faszinierend, was quer durch alle Branchen damit möglich ist. Wir wollen dabei durch Qualität überzeugen, sowohl mit unseren Produkten als auch mit unseren Dienstleistungen, wozu Liefertreue, -geschwindigkeit und –flexibilität gehört. Langjährig zufriedene Kunden sind unser Ziel, was wir mit dem Service-Exzellenz-Logo deutlich machen. Als ständiger Treiber von Veränderungen versuchen wir die Branche immer wieder zu wandeln, indem wir etwa innovative Firmen fördern. Dabei sehen wir die Innovation als essentielle Triebfeder für den Erfolg der europäischen Bildverarbeitungsbranche.

Das heißt, Sie sehen schon mal über den Tellerrand hinaus?

? Ja natürlich. Für uns war der Tellerrand immer der Sensor. Und jetzt schauen wir über die ganze Kamera hinweg, bis hin zu Interfacetechnologie, FPGAs und eigene Software-Algorithmen. Inzwischen arbeiten wir auch mit Lasertechnik, Ultraschall und anderer Sensorik, beschäftigen uns mit komplexer Hard- und Software bis hin zur Entwicklung von neuronalen Netzen. Dazu gehört natürlich eine gute Portion Pioniergeist, immer etwas vorauszudenken – und das dann durchzuhalten. Dies sollte aber immer im respektvollen Umgang mit der Meinung anderer erfolgen.

Aber sind die Kosten solch eines Pioniergeists nicht oft zu hoch?

? Ja, das ist eine schwierige Gratwanderung. Klar, ein Mittelständler wie wir ist deswegen oft nicht so profitabel wie ein Großkonzern. Dies ist aber wiederum unsere große Innovationsstärke, die uns auszeichnet. Wir leisten uns die Kreativität, genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Dabei bleiben wir objektiv und nutzen auch die Kompetenz von Konkurrenten, um unsere Kunden stets optimal zu betreuen.

Zu Ihrem Know-how gehört auch das Imaging Forum, eines der größten Kongresse rund um die Bildverarbeitung in Europa. Welchen Nutzen bietet das den Teilnehmern?

? Um erfolgreich zu sein ist Expertenwissen unabdingbar. Deshalb initiierte mein Vater vor über 20 Jahren dieses Austauschforum und unterstützte damit maßgeblich die Entwicklung der europäischen Bildverarbeitungsindustrie. Der noch heute stattfindende Kamerastammtisch und spezifische Schulungsprogramme verstärken den Effekt des Know-how-Aufbaus noch. Gegenwärtig überarbeiten wir unser Forums-Format, bei dem es ausschließlich um die Weiterentwicklung von Technologien gehen soll und keinesfalls um Produktwerbung.

Wie sehen Sie sich heute positioniert und was ist Ihr Leistungsspektrum?

? Framos bietet das gesamte Bildverarbeitungsspektrum an, also Komponenten, Entwicklungsdienstleistungen und ganze Lösungen. Das ist unser großer Differenzierungsfaktor. Es gibt in Deutschland und in Europa keinen anderen Player, der vom Sensor bis zur applikationsspezifischen Lösung alles anbietet. Wir verkaufen nicht einfach ein Portfolio, sondern versuchen ein maßgeschneidertes, preislich attraktives Paket zu schnüren, damit sich der Kunde auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann. Zu unseren Stärken zählt also, dass wir den gesamten Prozess für den Kunden managen können.

Welche Geschäftsfelder sind für Sie am bedeutsamsten?

? Wichtig für uns ist derzeit das Sensorik- und darauf aufbauend das Kamerageschäft. Immer bedeutender wird die Entwicklungsunterstützung. Der Trend geht ganz klar dahin, applikationsspezifische Lösungen anzubieten. Hier kristallisieren sich die Themen Speziallogistik, Medizintechnik und Verkehr besonders heraus. Technologisch geht unser Fokus, getrieben durch die Consumer-Branche, immer mehr in Richtung 3D, wo wir verschiedene Techniken nutzen können. Zudem kümmern wir uns um schwierige Lichtsituationen, Stichwort High-Dynamic-Range.

Wie wird sich die Zukunft der Bildverarbeitung verändern?

? Diese faszinierende Branche wird sich ständig weiter entwickeln und wir stehen erst am Anfang. Wir haben ja zum Beispiel gerade erst angefangen zu verstehen, dass wir mit Maschinen sehen können – interessant auch bei Themen wie Überalterung der Gesellschaft, wo Serviceroboter helfen werden. Das heißt, wir erwarten viel mehr Applikationsfelder sowie viele sehr spannende Schnittmengen auch zu anderen Bereichen, zum Beispiel der Nanotechnologie. Wir werden immer mehr versuchen, das, was wir gelernt haben oder was in der Natur passiert, nachzubilden und zu perfektionieren. Und dementsprechend glauben wir, dass der Markt immer größer wird. Das wiederum wird auch den Wettbewerb verändern. Eine Konsolidierung hat bereits angefangen und es wird immer größere Spieler geben. Dabei hält Framos jedoch immer an seinem Fokus fest: Innovation, Kundenorientierung und qualitatives Wachstum.

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