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Ingenieure für 4.0 ausbilden „4.0 schützt nachhaltig vor Langeweile“

| Autor: Sariana Kunze

Deutschlands Arbeitswelt ist im Umbruch. Mit Industrie 4.0 müssen sich Arbeitnehmer neuen Anforderungen stellen. Die Saar-Uni reagiert auf diese Entwicklung und führt den Studiengang „Systems Engineering“ ein – Mechatronik ist hier zum Auslaufmodell geworden. Matthias Nienhaus, Professor für Antriebstechnik an der Saar-Uni, hat mit elektrotechnik über die Ausbildung von Ingenieure für Industrie 4.0 gesprochen.

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An der Saar-Uni werden die Studenten des neuen Studiengangs Systems Engineering für Industrie 4.0 ausgebildet.
An der Saar-Uni werden die Studenten des neuen Studiengangs Systems Engineering für Industrie 4.0 ausgebildet.
(Roddy Keetch, CC BY 2.0, flickr.com)

Matthias Nienhaus, Professor für Antriebstechnik an der Saar-Uni, hat aktiv die Entwicklung des neuen Studiengangs Systems Engineering begleitet.
Matthias Nienhaus, Professor für Antriebstechnik an der Saar-Uni, hat aktiv die Entwicklung des neuen Studiengangs Systems Engineering begleitet.
(Saar-Uni)

An der Saar-Uni beginnt zum Wintersemester 2015 ein neuer Studiengang, der für Industrie 4.0 ins Leben gerufen wurde. Unter dem Namen Systems Engineering werden Grundlagen für die Entwicklung und Steuerung technischer Systeme vermittelt. Ziel soll es sein, Ingenieure in die Lage zu versetzten, Prozesse von der Produktidee bis zum Recycling zu begleiten. Und sie somit auf die neuen Herausforderungen am Arbeitsmarkt umfassend vorzubereiten. Prof. Dr.-Ing. Matthias Nienhaus, Lehrstuhl für Antriebstechnik der Universität des Saarlandes, hat die Entwicklung des neuen Studiengangs aktiv begleitet und möchte die angehenden Ingenieure auf die Zukunft der Industrie vorbereiten.

Prof. Nienhaus, der Studiengang Mechatronik wurde von der Universität des Saarlandes durch Systems Engineering ersetzt. Warum?

Nach wie vor studieren bei uns viele Studenten Mechatronik, um ihr angefangenes Studium abschließen. Man kann sich jetzt nur nicht mehr dafür einschreiben. Dafür bieten wir an der Universität des Saarlandes den neuen Studiengang Systems Engineering als eine konsequente Weiterentwicklung des bisherigen Mechatronik-Studiums an. Das neue Angebot orientiert sich unter anderem an den Kernideen von Industrie 4.0. Ingenieure müssen in Zukunft noch viel stärker vernetzt denken und die Prozesse des gesamten Systems von der ersten Produktidee bis zum späteren Recycling sowohl technisch wie organisatorisch begleiten. Mit dem neuen Studiengang tragen wir diesem Wandel Rechnung.

Von welcher Seite (Studenten/ Universität/ Unternehmen) kam der Anstoß?

In der Industrie wird es in den kommenden Jahren zu einem technischen Wandel kommen. Computergesteuerte Systeme werden bei Produktionsprozessen, aber auch bei anderen Arbeitsabläufen eine immer größere Rolle spielen. Technologieunternehmen werden daher künftig Ingenieure brauchen, die vernetzt denken, die etwa technische wie auch IT-Kenntnisse mit betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten verbinden. Für uns ist diese beobachtbare stetige Weiterentwicklung ein wichtiger Grund dafür, unsere Absolventen fit für die Anforderungen auf dem künftigen Arbeitsmarkt zu machen. Mit unserem neuausgerichteten Studienangebot haben wir auf die anstehenden Änderungen in der Industrie und auf die Bedürfnisse der Unternehmen reagiert.

Welche Inhalte fallen mit der Umstrukturierung weg und welche kommen hinzu?

Wir haben unser Lehrangebot noch stärker auf die integrierten Systeme ausgerichtet, die in der Industrie eine immer wichtigere Rolle spielen. In den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenfächern bilden wir Generalisten aus. Studenten können sich zudem in Vertiefungsfächern im Bachelor- und vor allem im Master-Studium ihrer Neigungen und Fähigkeiten folgend spezialisieren. Darüber hinaus ist unser Lehrangebot breiter aufgestellt, als dies im auslaufenden Studiengang der Fall war. Studenten erhalten zum Beispiel tieferen Einblick in Informatik, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sowie in die Wirtschaftswissenschaften. Die im Bachelor neben den Integrierten Systemen und Mikrosystemtechnik angebotenen klassischen Vertiefungsrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik führen wir, anders als bei der Mechatronik, im Masterstudium nicht mehr fort. Stattdessen gibt es dafür neu strukturierte Vertiefungsrichtungen, wie Produktionssysteme, Systems Design, Aktor-Sensor-Systeme und die in englischer Sprache studierbaren Information and Communication Systems. Diese neuen Strukturen erlauben es, trotz insgesamt größerer Angebotsvielfalt in sich schlüssig aufgebaute Vertiefungen darzustellen, die den Studenten letztlich auch Orientierung bieten.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Redakteurin online/print bei elektrotechnik AUTOMATISIERUNG, elektrotechnik