Kübler Gruppe 50 Jahre Innovationsgeber für Drehgeber

Redakteur: Reinhard Kluger

Drehgeber sind fester Bestandteil des Produktportfolios von Kübler, einem Unternehmen, dass auf 50 Jahre Geschichte zurückblickt. Für 2010 rechnet man mit einem konsoliderten Umsatz der Gruppe von 32,5 Mio. Euro. Einem Umsatzhöchststand, den man weiter ausbauen will: Bis 2020 will man die Marke 90 bis 100 Mio. Euro erreichen.

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Die Zukunft geht weiter: Drei Generationen Kübler bilden das Fundament des erfolgreichen Familienunternehmens. Bilder: Kübler
Die Zukunft geht weiter: Drei Generationen Kübler bilden das Fundament des erfolgreichen Familienunternehmens. Bilder: Kübler
( Archiv: Vogel Business Media )

Lothar und Gebhard Kübler sind überzeugt: „Wer in die Zukunft blicken will, muss auch zurück schauen“. Ein Wahlspruch, für den die beiden Brüder, sie sind die geschäftsführenden Gesellschafter der Kübler Gruppe, im 50. Jubiläumsjahr genügend Anlass haben. Vor 50 Jahren gründete der junge Ingenieur Fritz Kübler die „Fritz Kübler Feingerätebau“.

Heute gehört das Familienunternehmen international zu den weltweit führenden Herstellern von Weg - und Winkelsensorik, Zähl- und Prozesstechnik sowie Übertragungstechnik. Die Kunden: Weltweit führende Industrieunternehmen aus der Antriebstechnik, mobilen Automation, Windkraft, dem Maschinenbau, von Energiezählern, dem Aufzugbau sowie viele mittlere und kleine Kunden in allen nur denkbaren Branchen.

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Mit Qualität und Präzision abheben

Und so begann alles: In seinem Elternhaus in Villingen-Schwenningen schlug Fritz Kübler, unterstützt von Ehefrau und Seniorchefin Erika Kübler, das erste Kapitel der Unternehmensgeschichte auf. Mit Qualität und Präzision wollte er sich am Markt abheben. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Ein-Mann-Unternehmen mit dieser Strategie zu einem international erfolgreichen Unternehmen, das schon in den frühen 60er ihren Hauptmarkt neben Deutschland in den USA hatte: Hier war zwischenmenschliches Verstehen wichtiger als die gemeinsame Sprache, denn der Firmengründer sprach fast kein Englisch.

Ein Kurzzeitmesser legt die Basis

Der Startschuss der Firmengeschichte fiel mit einem Produkt, das Maßstäbe setzte: Der weltweit erste Kurzzeitmesser mit permanenter Zeitanzeige. Das patentierte Gerät stellte sicher, dass der analoge Zeiger nicht — wie beim Wettbewerb — abfiel, sondern stehen blieb. Dies ermöglichte exakte Messungen im Bereich von Millisekunden und wurde vor allem in Laboren, etwa für die Erfassung von Relaisschaltzeiten, eingesetzt. Kurz darauf startete Fritz Kübler mit seinen ersten elektromechanischen Zählern. Diesen folgten in den 70er Jahren elektronische Zähler.

Es geht rund

Seit 1989 sind Drehgeber ein fester Bestandteil des Kübler Portfolios. Ein Markt, der bereits etabliert war. Kübler überzeugte hier allerdings von Anfang an mit höherer Robustheit, weniger Bauteilen und war Schrittmacher am Markt mit Hohlwellengebern. Eine Erfolgsgeschichte begann. War Kübler anfangs stolz hundert Geräte in der Woche zu fertigen, so zählt das Unternehmen heute weltweit zu den „Top Five“ der Branche. Inzwischen hat man auch lineare Messsysteme und Inklinometer für den Geschäftsbereich Weg- und Winkelsensorik im Programm.

Kübler heute: die Daten und Fakten

Die Kübler Gruppe ist eingeteilt in drei Geschäftsbereiche, und zwar in Weg- und Winkelsensorik mit ca. 60 Prozent Umsatzanteil sowie Zähl- und Prozesstechnik mit ca. 34 Prozent Umsatzanteil. Das noch junge neue dritte Standbein Übertragungstechnik trägt sechs Prozent zum Umsatz bei. Den konsolidierten Umsatz der Gruppe erwartet Kübler für 2010 bei 31,5 Mio. Euro. In der GmbH am Standort Villingen Schwenningen allein sollen es 28 Mio. Euro werden. Damit geht Kübler gestärkt aus der Krise heraus und macht den Rückgang von 2009 mehr als wett. „Wir erreichen in unserem 50. Jubiläumsjahr einen neuen Umsatzhöchststand“, berichten die Unternehmer stolz.

Die Firmengruppe beschäftigt mittlerweile etwa 300 Mitarbeiter, gut 200 davon am Stammsitz in Villingen-Schwenningen, die Weiteren in inzwischen sechs Töchterunternehmen weltweit. Der Exportanteil liegt bei über 65 Prozent. Zum Vergleich: 1997, also beim Generationswechsel, erwirtschafte Kübler ca. sieben Mio. Euro; das Unternehmen wuchs also in den letzten Jahren besonders deutlich.

Erfolgreicher Generationswechsel

Fritz Küblers Söhne, Gebhard und Lothar, die das Unternehmen seit 1997 in der zweiten Generation leiten, erinnern sich: „Vater und Söhne: Oft hört man von Schwierigkeiten und Konflikten, wenn die neue Generation übernimmt. Nicht so bei uns. Unser Vater vertraute uns, wir hatten den Freiraum und eigentlich immer ein gutes Gefühl. Richtige Konflikte gab es keine. Als er uns die Geschäftsführung übergab, war ihm übrigens völlig klar, dass wir einiges zu verändern hatten, um die Firma auf die Zukunft auszurichten. Prozesse und Strukturen zum Beispiel bedurften einer beherzten Modernisierung“, sagt Gebhard Kübler. Der Unternehmensgründer begleitete das Unternehmen als Vorsitzender des Beirats bis zu seinem Tod im Jahre 2003.

Viele Wegbegleiter des Unternehmens stellen heute fest, dass sich das Unternehmen über die Jahrzehnte mehrfach neu erfunden hat. Dennoch, die wichtigsten Grundwerte seien die alten geblieben.

Was wichtig ist: Die Kübler Werte

Seit dem Tag ihrer Gründung ist die Fritz Kübler GmbH untrennbar verbunden mit der Familie Kübler – das Unternehmen steht auf einem soliden Fundament aus familiären Werten und Familienkultur. „Werte“, ist Lothar Kübler überzeugt, „sind für ein gesundes Unternehmen unerlässlich.“ Und Statistiken belegen: Werteorientierte Unternehmen sind zudem profitabler.

Der Gründer Fritz Kübler selbst hat seinen Söhnen und späteren Nachfolgern zeitlebens nahe gelegt, dass es für ein gesundes und erfolgreiches Familienunternehmen wichtig ist, unabhängig zu bleiben (das Eigenkapital beträgt über 70 Prozent), verantwortungsvoll zu handeln und den Mitarbeitenden stets Respekt entgegenzubringen. Denn zu den Kernwerten bei Kübler gehört die Erkenntnis, dass das Kapital des innovativen Unternehmens in der Fähigkeit der Mitarbeiter liegt. Dazu kommen stetige Veränderungen, Verbesserungen und eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen. „Dadurch bleiben wir innovativ und die Ergebnisse - wie guter Umsatz und Ertrag – folgen“, sind die Brüder überzeugt. Mit innovativen Produkten brachte Fritz Kübler seinen Lebenstraum kontinuierlich ein Stück weiter. „Diese Strategie haben wir uns bis heute auf die Fahnen geschrieben“, betonen die beiden Geschäftsführer.

Service macht den Unterschied

Kübler sieht sich aus der Masse der Firmen herausragen, indem das Unternehmen den Begriff Service neu denkt und ihn streng an die Bedürfnisse seiner Zielgruppen anpasst. Das Motto Zig Ziglars „Stop selling – start helping“ ist den Geschäftsführern wichtig. Zudem fordern sie eine „Hands-on“-Mentalität: „Ein Kübler-Mitarbeiter fragt nicht andere, was zu tun ist, sondern sich selbst − und dann tut er es, “ beschreibt Gebhard Kübler den Unterschied, der sich bereits im Ansatz zeigt. Daraus entstehen Erfolgsfaktoren wie Kundennähe, Wirtschaftlichkeit, Liefertermintreue, Systemintegration und Lieferflexibilität. Das Kübler Design-System definiert Kundenservice in vier systematischen Schritten. Auf die genaue Analyse der Kundenanforderungen folgen das Ermitteln der optimalen Technologie, die Implementierung anhand erprobter Methodik und ein Maximum an After-Sales Angeboten. „Wir haben aus unserer langjährigen Erfahrung ein Paket geschnürt, das unseren Kunden wirklich weiter hilft und die passenden Lösungen liefert“, erläutert Kübler weiter. Und dass sich Kundenzufriedenheit auszahlt und eine Zukunftsinvestition ist, beweisen fünf erfolgreiche Jahrzehnte Unternehmensgeschichte.

Der Generationenvertrag

Nach diesen Maximen ist die stetige Verbesserung ausgerichtet, die Kübler seit Jahren verfolgt. Vor zwei Jahren richtete man dazu ein Verbesserungs-Office mit einem Verbesserungs-Manager ein. Kübler nennt seinen Weg die Kübler-Kaizen-Kultur. Schritt für Schritt lernen die Mitarbeiter ihr Bewusstsein, ihr Denken und ihre Handlungsweisen auf stetige Verbesserung zu fokussieren. Diese Kultur ist das Mittel, um das Unternehmen auch für die kommenden Generationen gesund zu halten. Dabei ist dies kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe: Die Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich selbst daran, Verschwendung zu erkennen und abzuschaffen und die Qualität täglich zu steigern. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Standortes Deutschland.

Kübler in der Zukunft

Die Zukunft vorauszusagen ist unmöglich. Wer hätte gedacht, dass es Ende 2008 eine Wirtschaftskrise in diesem Ausmaße geben würde. Sicher ist aber: Die Welt wird immer dynamischer werden. Die Zukunft liegt also darin, alle Mitglieder unserer Organisation zu befähigen, eine Herausforderung − gleich welcher Art − wahrnehmen zu können. Jeder Tag erfordert passende, neue und smarte Lösungen. Dieses Vorgehen scheint vordergründig teuer zu sein, spart aber letztlich viel Zeit und Geld. „Vor allem schafft es echte Wettbewerbsvorteile und fördert Innovation“, sind sich die Geschäftsführer sicher. „Hier begeben wir uns auf einen spannenden Weg, auf den wir uns sehr freuen.“

In zehn Jahren

In den kommenden zehn Jahren plant Kübler international weitere Kompetenzzentren auf- und auszubauen, um die regionalen Märkte verschiedener Länder optimal zu betreuen. Doch „Deutschland wird auch zukünftig strategisch sehr wichtig sein. Wir brauchen eine starke Präsenz auf unserem Heimatmarkt, um ein gutes Fundament für eine gesunde internationale Expansion zu haben.“, betonen die Unternehmer. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Instituten und Partnern will Kübler ausbauen, neue Technologien entwickeln und auch weitere Geschäftsmodelle und Standbeine prüfen.

Wenn all das gelingt, rechnet Kübler damit, dass sich bis 2020 der weltweite Umsatz in Richtung 90-100 Mio. Euro, bei einer Verdopplung der Mitarbeiterzahl, verdreifacht.

In 25 Jahren

„Was in 25 Jahren sein wird, nun, das wissen wir noch nicht, aber wir denken, dass wir bis dahin ähnliche Quantensprünge hinter uns haben werden, wie in den letzten 25 Jahren, “ prognostiziert Gebhard Kübler. „Dann, so hoffen wir, ist schon die nächste Generation, sprich unsere Kinder, dabei Verantwortung zu übernehmen“, ergänzt sein Bruder Lothar.

Soziales Engagement ist wichtig

Die Unternehmer wollen Ihren Erfolg auch nutzen, soziale Projekte zu unterstützen. Seit einigen Jahren bereits unterstützt das Unternehmen drei Projekte, davon zwei im Ausland und eines vor Ort. Im Rahmen der Feierlichkeiten spendeten die Kübler Lieferanten zusammen mit der Geschäftsleitung und Mitarbeitern einen Betrag von über 12.000 Euro.

„Wir sind unseren Kunden und Mitarbeitern sehr dankbar dafür.“, betonen Gebhard und Lothar Kübler. Beide Geschäftsführer freuen sich über das bisher Erreichte und blicken zuversichtlich in die Zukunft: „Mit dieser Mannschaft werden wir die zukünftigen Herausforderungen bewältigen“.

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