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Pfannenberg 60 Jahre Unternehmensgeschichte - und was nun?

| Redakteur: Sariana Kunze

Andreas Pfannenberg spricht anlässlich des 60jährigen Firmenjubiläums des Hamburger Familienunternehmens über Innovationskultur und Internationalisierung, die Relevanz des Siegels „Made in Germany“ und die Herausforderungen für einen deutschen Mittelständler in einem globalisierten Markt.

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Andreas Pfannenberg ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfannenberg.
Andreas Pfannenberg ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfannenberg.
(Pfannenberg )

Herr Pfannenberg, die Elektronikindustrie ist stark innovationsgetrieben, pro Jahr fließen 14,7 Mrd. Euro in Innovationen und im Branchenschnitt stammt etwa ein Drittel der Erlöse aus Produktneuheiten. Können Sie als Mittelständler da überhaupt mithalten?

Absolut. Bislang haben wir uns daran gemessen, welchen Umsatzanteil Produkte ausmachen, die jünger als fünf Jahre sind und standen stets bei 50 Prozent oder höher. Bei den Produkten, die jünger als vier Jahre sind, liegt unser Innovationsanteil bei rund 40 Prozent. Wir liegen also auch hier klar über dem Branchendurchschnitt.

Wie entstehen Innovationen bei Pfannenberg?

Wir verfahren nach dem Prinzip „wo produziert wird, wird auch entwickelt“. Heute entstehen rund ein Drittel unserer Entwicklungen im Ausland. Pfannenberg unterhält eine „F&E“ Abteilung pro Produktionsstandort, das heißt, wir forschen und entwickeln auch in den USA und China. Wichtig für unsere Innovationskultur ist außerdem, dass wir uns nicht als Insel wahrnehmen, sondern als Teil der Wertschöpfungskette. Wir beziehen Lieferanten und Kunden regelmäßig in unsere Innovationsplanung mit ein, zum Beispiel in gemeinsamen Workshops. So wissen wir immer genau, was unsere Lieferanten gerade Neues bieten und was unsere Kunden wollen. Gleichzeitig positionieren wir uns als Innovationsführer, indem wir Produkte entwickeln, die vom Markt noch gar nicht nachgefragt werden und sie ausgewählten Kunden für den Testbetrieb anbieten. Das funktioniert natürlich nur, wenn auch das Hauptargument für die meisten Kaufentscheidungen stimmt: die Wirtschaftlichkeit.

Ist der Druck auf Unternehmen in Sachen Innovation gestiegen, haben sich die Produktlebenszyklen in der Branche verkürzt?

Das hängt stark von den Produkten ab. Es gibt nach wie vor sehr langlebige Produkte. Und wir müssen uns immer wieder fragen „Was ist eine Innovation?“ Auch in „Klassiker“ investieren wir selbstverständlich und integrieren immer wieder neue Funktionen. Zum Beispiel ein Kühlgerät – es sieht vielleicht seit zehn Jahren fast gleich aus, enthält aber ganz andere Komponenten.

Welche Bedeutung hat in den stark globalisierten Märkten von heute noch das Label „Made in Germany“?

Es ist in allen Märkten nach wie vor ein absolutes Qualitätssiegel – ebenso wie „German Engineering“. Deutschen Unternehmen eilt der Ruf voraus, dass sie besonders systematisch an Herausforderungen herangehen. Natürlich kommunizieren wir das auch entsprechend. Unsere Basistechnologie kommt schließlich nach wie vor aus Deutschland und auch unsere Produktionsprozesse entstehen hier.

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