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CSC-Umfrage 64 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen mit Brexit-Auswirkungen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Über die Auswirkungen des EU-Austritts von Großbritannien wird weiter diskutiert. Laut einer Umfrage des Dienstleistungsunternehmens CSC rechnen 64 % der deutschen Unternehmen mit Konsequenzen für das eigene Geschäft. Weitere Ergebnisse der Umfrage lesen Sie hier.

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Jeder vierte Manager plant, die Unternehmensstrukturen zu überprüfen, um auf eventuelle Auswirkungen durch den EU-Austritt reagieren zu können.
Jeder vierte Manager plant, die Unternehmensstrukturen zu überprüfen, um auf eventuelle Auswirkungen durch den EU-Austritt reagieren zu können.
(Bild: gemeinfrei, pixabay.com / CC0 )

64 % der deutschen Wirtschaftsunternehmen befürchten, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union Auswirkungen auf das eigene Geschäft haben wird. Um auf die Risiken konkret zu reagieren, wollen 43 % die Zusammenarbeit mit Zulieferern und Sub-Unternehmen unter die Lupe nehmen. Das sind Ergebnisse der Umfrage „Was der Brexit für die Wirtschaft in Deutschland bedeutet“ von CSC.

Für die Umfrage befragte das IT-Dienstleistungsunternehmen 100 Manager mit Entscheidungsbefugnis aus den Kernbranchen Industrie, Handel, Finanzen und IT in Deutschland. 58 % der Teilnehmer waren Entscheidungsträger aus Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern, 37 % mit 50 bis 499 Mitarbeitern.

Unternehmen überprüfen Unternehmensstrukturen

„Im Rahmen des Risikomanagements analysieren deutsche Unternehmen die Folgen des Austritts und bewerten diese für das eigene Geschäft“, sagt Jörg Asma, Director Cybersecurity von CSC in Zentral- und Osteuropa. „Zu den Risiken für deutsche Unternehmen zählen beispielsweise offene Fragen der künftigen Freizügigkeit im Personen- und Warenverkehr. Knapp jeder Dritte schaltet die Rechtsabteilung ein, um die Compliance-Anforderungen prüfen zu lassen.“

Um auf die Brexit-Ankündigung schon jetzt konkret zu reagieren, will gut jeder vierte Manager die Unternehmensstrukturen überprüfen. 30 % planen, die IT-Standorte technischer Systeme und deren Verbindungen zu untersuchen. Gut jeder Vierte nimmt die IT-Accounts unter die Lupe, indem beispielsweise die Nationalität von berechtigten Personen auf künftige Compliance überprüft wird.

Steigende IT-Kosten durch Datenschutzlockerung befürchtet

„Einen wunden Punkt sehen die deutschen Unternehmen bei einer veränderten Rechtslage für den Datenschutz“, sagt Asma. „Gut jeder vierte Manager geht davon aus, dass die strengen EU-Standards für den Datenschutz nach dem Ausscheiden von Großbritannien gelockert werden. Gut jeder Dritte rechnet nach dem Ausstieg für den laufenden Betrieb mit steigenden IT-Kosten.“

Neben den Risiken, die mit einem Austritt verbunden sind, prüft immerhin jedes vierte Unternehmen mögliche Chancen: 34 % der Manager wollen konkret auf die Ankündigung reagieren, indem sie beispielsweise neue Businessmodelle ausloten, die sich durch den Austritt Großbritanniens aus der EU mit Partnern vor Ort ergeben können. (kj)

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