Studie 800 Millionen vernetzte Geräte bis 2020 in Deutschland

Redakteur: Katharina Juschkat

Cisco hat den 11. Visual Networking Index vorgestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der mobile Datenverkehr in Deutschland um das Siebenfache wachsen und der gesamte deutsche IP-Traffic auf das Doppelte ansteigen soll.

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Die DDoD-Attacken sollen im Zuge der Digitalisierung auch zunehmen, berichtet die Studie von Cisco.
Die DDoD-Attacken sollen im Zuge der Digitalisierung auch zunehmen, berichtet die Studie von Cisco.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

„In vier Jahren kommen auf jeden Deutschen, vom Baby bis zum Greis, rund zehn vernetzte Geräte. Heute sind es schon halb so viele“, sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Diese Geräte werden nicht alle bei uns zu Hause stehen, sondern werden unsere Städte, Fabriken und vieles andere ‚smart‘ machen. Diese zunehmende Vernetzung ist ein Gradmesser für die Digitalisierung, und wir sehen: In den kommenden vier Jahren wird die Digitalisierung in Deutschland Tempo aufnehmen.“

Geschwindigkeit in Mobilfunknetzen soll sich verdreifachen

Cisco hat den 11. Visual Networking Index (VNI) vorgelegt. Diese Studie basiert auf unabhängigen Vorhersagen von Analysten, realen Messwerten mobiler Datennutzung und eigenen Erhebungen von Cisco zu IP-Datenverkehr und -Services. Laut den Ergebnissen der Studie soll es im Jahr 2020 767,5 Mio. vernetzte Geräte in Deutschland geben – mehr als die Hälfte davon werden Maschinen sein, die nicht direkt mit Menschen kommunizieren. Die erzeugte Datenmenge der Maschinen wird jedoch nur 6 Prozent der Gesamtsumme betragen. Der klassische Computer (36 Prozent) wird in Sachen Datenverbrauch vom Fernsehen eingeholt (32 Prozent). Smartphones und Tablets folgen dahinter mit 26 Prozent.

Der IP-Datenverkehr in Deutschland soll sich in diesem Zeitraum verdoppeln und wird im Jahr 2020 damit 38-mal größer sein als 2005. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in den Mobilfunknetzen wird sich laut der Studie von 5 Mbit/s auf 15 Mbit/s verdreifachen, kabelgebundene Anschlüsse werden ihre Geschwindigkeit immerhin von 27 Mbit/ auf 56 Mbit/s verdoppeln. „Der Datenverkehr wächst jedoch deutlich schneller. Vor allem im Mobilfunk – nämlich um das Siebenfache“, sagt Tuszik. „Das bedeutet: Wir müssen in Deutschland weiter am Breitbandausbau arbeiten.“

DDoS-Attacken soll weltweit auf 17 Mio. ansteigen

Erstmals hat Cisco im Rahmen des VNI auch DDoS-Attacken untersucht. Sogenannte DDoS-Attacken, Distributed Denial of Service, also verteile Überlastungsangriffe, die Server und Netzwerkgeräte durch eine Überlastung mit Datenverkehr lahmlegen, bedrohen Unternehmen und können auch populäre Webseiten, E-Mail-Dienste oder soziale Netze lahmlegen. Bei akuten Angriffen stellen sie bereits bis zu 10 Prozent des gesamten Internetverkehrs eines Landes dar. Von 2015 bis 2020 soll die Anzahl der DDoS-Angriffe weltweit von 6,6 Mio. auf 17 Mio. ansteigen.

In Deutschland soll der mobile Traffic von 2014 bis 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 46 Prozent wachsen und damit doppelt so schnell wie der Datenverkehr über feste IP-Leitungen. Er wird dann für 8 Prozent des gesamten Datenverkehrs verantwortlich sein, im Vergleich zu 3 Prozent im vergangenen Jahr. Die übertragenen Video-Daten steigen laut der Studie auf das Dreifache mit einer jährlichen Rate von 25 Prozent. Sie besitzen dann einen Anteil von 81 Prozent am gesamten Traffic, im Vergleich zu 63 Prozent im Vorjahr. Knapp drei Viertel der Daten wird dabei in HD-Qualität übertragen, 17,5 Prozent in Ultra-HD.

2020 soll es pro Kopf weltweit 3,4 vernetzte Geräte geben

Weltweit wird laut der Studie in den kommenden fünf Jahren die Nutzung von persönlichen Geräten und Maschine-zu-Maschine(M2M)-Verbindungen deutlich stärker wachsen als die Zahl der Internetnutzer und der Weltbevölkerung. So soll es im Jahr 2020 für jeden Menschen im Durchschnitt 3,4 vernetzte Geräte geben, also insgesamt 26,3 Mrd. Der IP-basierte Daten-Traffic soll fast um das Dreifache mit einer jährlichen Wachstumsrate von 22 Prozent steigen.

Für das explosive Datenwachstum werden verschiedene Entwicklungen vermutet. Dazu gehören etwa Entwicklungen im Bereich Internet der Dinge (IoT), Videoanwendungen, intelligente Stromzähler, digitale Gesundheitssensoren sowie M2M-Services der nächsten Generation. Alleine die Maschinen-Vernetzung soll fast um das Dreifache auf 12,2 Mrd. Geräte wachsen. Im Gesundheitsbereich ist hier eine Steigerung um das Fünffache zu erwarten. Bis 2020 werden Lösungen für das vernetzte Zuhause mit 5,8 Mrd. für fast die Hälfte aller M2M-Verbindungen sorgen, sagt die Studie.

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