Pflitsch

90 Jahre Kompetenz im Kabelmanagement

17.07.2009 | Redakteur: Ines Stotz

„Wir überschreiten Grenzen“ – dieses Motto steht für 90 Jahre unternehmerischen Schaffens und den Mut von drei Familiengenerationen Pflitsch, die seit 1919 immer wieder Neues gedacht und Ungewöhnliches gewagt haben. Heute ist der Kabelführungsspezialist aus Hückeswagen mit hochwertigen Kabelverschraubungen und unterschiedlichen Kabelkanalsystemen sowie einem umfassenden Dienstleistungsangebot gut aufgestellt, wenn es um die sichere Kabelführung im industriellen Umfeld geht.

Elektrisches Licht, Haushaltsgeräte wie Bügeleisen oder Staubsauger fanden nach dem 1. Weltkrieg eine immer weitere Verbreitung. Ernst Pflitsch hatte die Idee, mit einer eigenen Firma an dem rasanten Fortschritt der elektrotechnischen Industrie die fortschreitende Elektrifizierung deutscher Fabriken und Haushalte partizipieren zu wollen. Sein Schulfreund Marx, der nach Indien auswanderte, um die Elektrifizierung in den Britischen Kolonien weiterzuentwickeln, versprach die Abnahme großer Mengen elektrotechnischer Artikel.

Auf dem Anwesen der Schwiegereltern startete Ernst Pflitsch am 1. Juli 1919 seine „Elektrotechnische Fabrik Ernst Pflitsch & Co.“. Die Fertigung umfasste Leuchtenzubehör, Lüsterklemmen und Stecker sowie Bauelemente für elektrische Geräte, Muttern, Stifte und Schrauben aus Messing. Neben deutscher Kundschaft und der Handelsbeziehung nach Indien gelang es bald, neue Märkte in Holland und Dänemark zu erschließen. Seit 1933 vertrieb Pflitsch - über einen Balkanvertreter in Wien - Waren nach Rumänien und Griechenland, wenige Jahre später auch nach Bulgarien, Ungarn, Jugoslawien, in die Türkei und nach Palästina. Schalttafelbolzen, Metallteile für Kontaktschrauben, Metallteile zu Schaltern und Fassungen gehörten zu den gefragten Erzeugnissen. Damit die Produkte deutlich vom Wettbewerb unterscheidbar waren, entwickelte Ernst Pflitsch eine Kennzeichnung aus den Zeichen für Gleichstrom (gerade Linie) und für Wechselstrom (gewellte Linie) sowie den beiden ineinander verschlungenen Buchstaben P und F — das Firmenlogo, das von dieser Zeit an die Pflitsch-Artikel individuell kennzeichnete.

Die 2. Generation und der neue Standort Hückeswagen

Bereits vor dem 2. Weltkrieg begann mit dem Umzug auf das Gelände in Hückeswagen für Pflitsch eine neue Ära
Bereits vor dem 2. Weltkrieg begann mit dem Umzug auf das Gelände in Hückeswagen für Pflitsch eine neue Ära

Schon vor dem 2. Weltkrieg begann mit dem Umzug auf das Gelände in Hückeswagen eine neue Ära. Nach Kriegsende gelang mit den Söhnen Hans-Georg und Karl-Hermann Pflitsch der Einstieg der nächsten Generation. Aus Mangel an Fachkräften musste auch Tochter Margret mitarbeiten. Am 5. Mai 1946 wurde Harald als ältester Sohn von Hans-Georg geboren: die 3. Generation. 1947 trat Otto, der jüngste Sohn von Ernst Pflitsch, in das Unternehmen ein.

Otto Pflitsch war ein Tüftler. Im engen Kontakt zu Kunden entwickelte er das Gefühl für den Elektromarkt. Unter seiner Regie fanden sich erste Vertretungen, die Pflitsch-Produkte in verschiedenen Regionen vertrieben. Da sich die Fertigung von Bauelementen für die Hausinstallation aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs als Sackgasse entpuppte, war es an der Zeit, neue Wege einzuschlagen und Grenzen zu überschreiten.

Eine Frage trieb den Erfindergeist von Otto Pflitsch dabei an: „Wie dichtet man die Bohrung in einer Gehäusewand, durch die ein Kabel geführt wird, zuverlässig und sicher ab?“ Er erkannte, dass die herkömmliche Methode unrentabel war: Kabel wurden damals durch eine Messingstopfbuchse geführt und mit Kitt abgedichtet, der mit der Zeit brüchig wurde und regelmäßig unter kostenintensiven Wartungsaufwand ersetzt werden musste. Besser war die Lösung mit der Verwendung eines neuen Gummirings und einer Spezialdruckschraube. Der Gummiring wurde in der Messingstopfbuchse beim Anziehen der Überwurfmutter so in den Hohlraum zum Kabel gequetscht, dass sich der Spalt zum durchgeführten Kabel sicher schloss. Diese Kabelverschraubung „Opeco“ wurde schnell zum Erfolg. Bis 1956 entwickelte Pflitsch Metallschlauch-Verschraubungen, die Schlauchverbindung „Capri-tube“ und die „SVD-Schlauch-Verschraubung Dicht“.

Das System UNI Dicht – weltweit bewährt

1965 entwickelte Pflitsch das System UNI Dicht, eine UNI(verselle) Dicht Kabelverschraubung aus Messing
1965 entwickelte Pflitsch das System UNI Dicht, eine UNI(verselle) Dicht Kabelverschraubung aus Messing

Mit dem Pflitsch-Erfindergeist begannen Otto und Harald Pflitsch in den 60er Jahren mit der Suche nach innovativen, rentableren Lösungen. Nach Schwachstellen-Analyse gängiger Produkte, schufen sie 1965 das System UNI Dicht, einer UNI(versellen) Dicht Kabelverschraubung aus Messing. Neuartige PVC-Dichtungen sorgten für die perfekte Abdichtung zum Kabel hin. Hinzu kam der Farbwechsel von schwarzem Gummi auf das markante, weiße PVC. Die neuen Kabelverschraubungen mit unverlierbaren Dichtungen und weichen Kunststoff-Dichteinsätzen und der Systembaukasten stießen im In- und Ausland bei Automobilherstellern und Maschinenbauern auf großes Interesse. Seit 1966/1967 erweiterten neue Schlauchschellen- und Winkel-Verschraubungen das Angebot.

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