Photovoltaik

Ab Juli können Netzbetreiber Eigenverbraucher zur Kasse bitten

| Redakteur: Carina Schipper

Ab 1. Juli sind die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber berechtigt, EEG-Umlage auf Eigenverbrauch einzutreiben.
Ab 1. Juli sind die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber berechtigt, EEG-Umlage auf Eigenverbrauch einzutreiben. ()

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Bis jetzt mussten Solaranlagenbesitzer keine EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom zahlen. Mit der Neuauflage des EEG im vergangenen Jahr, tritt ab 1. Juli eine neue Zahlungsverpflichtung in Kraft. Dann können Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber Abschläge in Rechnung zu stellen. Dies gilt jedoch nur für umlagepflichtige Anlagen mit einer Generatorleistung über 30 kW.

Nutzen die Stromerzeuger einen Teil ihrer Energie selbst, müssen sie auf die selbst verbrauchte Strommenge EEG-Umlage leisten. Dabei schließt der Gesetzgeber nur Betreiber von Anlagen mit mehr als 10 kW Leistung ein, die entweder ab August 2014 in Betrieb genommen oder nach Juli 2014 eigenverbrauchsfähig gemacht wurden. Normalerweise beschäftigen sich die Übertragungsnetzbetreiber mit der Erhebung der EEG-Umlage auf jede verbrauchte kWh. Für die neue Zahlungspflicht auf selbst genutzten Solarstrom forderten die vier Unternehmen jedoch eine neue Lösung und verschoben die Abrechnung der ersten Beträge auf unbestimmte Zeit. Das Bundeswirtschaftsministerium präsentierte daraufhin im Dezember 2014 einen Referentenentwurf, der das Abrechnungsmodell für die EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom festlegen sollte. Im Februar 2015 schlug sich der Vorschlag in der „Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus nach dem EEG” nieder.

Abschlagsvorderungen reichen zehn Monate zurück

Die EEG-Novelle gitb den zuständigen Netzbetreiber erstmals das Recht, für den zwischen August 2014 und Mai 2015 selbstverbrauchten Strom eine Abschlagszahlung zu verlangen. Das trifft bei umlagepflichtigen Systemen zu, die mehr als 30 kW Leistung bringen. Bei diesen Anlagen sieht der Bund das Erheben von Abschlagszahlungen für angemessen an. Dabei sind Eigenverbraucher in der Pflicht, deren Photovoltaikanlage an ihr Übertragungsnetz geschlossen ist. Die Entscheidung bereits zum 1. Juli von dem Recht Gebrauch zu machen, liegt bei den Netzbetreibern. Die Übertragungsnetzbetreiber wollen dies ab Juli bei allen Anlagen angehen, für die sie zuständig sind, heißt es von TransnetBW. Die Verteilnetzbetreiber sind sich nicht einig. Hinter den Abschlagsforderungen steht kein Zwang. Die Bundesnetzagentur rechnet damit, dass ein Großteil der Netzbetreiber die EEG-Umlage eintreiben wird.

Daten zur Jahresabrechnung sind bis Ende Februar 2016 nachzuweisen

Die MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH Nürnberg (vormals N-Ergie Netz GmbH) beispielsweise will für den selbstverbrauchten Strom aus Anlagen größer 30 kW Leistung der Jahre 2014 und 2015 noch keine Abschläge bis zum Jahresende fordern, da der Aufwand zu hoch wäre, so photovoltaikforum.com. Erst ab 2016 will das Unternehmen, monatliche Abschlagszahlungen erheben. MDN stellt den zweitgrößten Verteilnetzbetreiber in Bayern und auch einen der größten bundesweit dar. Allerdings gibt es eine First für das Eintreiben der Gelder. Bis 31. Mai 2016 sind sie verpflichtet für die in den Jahren 2014 und 2015 angefallene EEG-Umlage eine Endabrechnung vorzulegen. Die Verbraucherseite muss bis Ende Februar 2016 dem zuständigen Netzbetreiber offenlegen, wie hoch die selbst genutzte Strommenge im Jahr 2014 (ab August) und 2015 ausfiel und welche Abschlagszahlungen sie gegebenenfalls schon auf diesen Eigenverbrauch entrichtet hat.

Für Eigenverbrauch ab sofort monatliche Abschläge erlaubt

Für den ab Juni erfolgten Eigenverbrauch besitzen die Netzbetreiber ebenfalls das Recht, einen Abschlag auf die zu zahlende EEG-Umlage anzusetzen. Die Abschläge für alle zukünftigen Monate müssen jeweils zum 15. Kalendertag des Folgemonats von Monat zu Monat in Rechnung gestellt werden. „Solare Eigenverbraucher, die EEG-umlagepflichtig sind und deren System den Schwellwert für das Erheben von Abschlägen überschreitet, sollten sich daher darauf einstellen, dass das Eintreiben der Gelder nun bald beginnt“, rät photovoltaikforum.com.

Bild: Intel Free Press, CC BY 2.0, flickr.com

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