Profibus-Diagnose

Abgehört: So lassen sich sporadische Fehler am Profibus finden

| Redakteur: Ines Stotz

Dem Fehler auf der Spur: kleines Diagnosetool findet sporadische Fehler am Profibus.
Dem Fehler auf der Spur: kleines Diagnosetool findet sporadische Fehler am Profibus. (Bild: WMV Apparatebau GmbH)

Alle Messegeräte zeigen Signalpegel, die in Ordnung sind. Trotzdem bleibt die Anlage stehen. Mit zu den schwierigsten Aufgaben in der Instandhaltung gehört das Finden von sporadisch auftretenden – nicht nachvollziehbaren - Fehlern in der Buskommunikation. Ein kleines Diagnosemodul macht sich auf die Suche.

WMV Apparatebau aus Windeck entwickelt und liefert seit mehr als 40 Jahren bewährte Systemtechnik zum Entölen, Waschen, Trocknen und Beschichten von Massenteilen. Komplettanlagen können die gesamte Vor-, Zwischen- und Nachbehandlung abdecken. Basis ist ein Baukasten-System, mit dem sich verschiedene Varianten von automatischen Systemen realisieren lassen. Ein Schwerpunkt ist das Umfeld der Recycling-Technik, in dem die Firma besonders ressourcensparende Anlagentechnik liefert. Bereits seit über 20 Jahren laufen die Anlagen mit Profibus, die sich jederzeit modernisieren und erweitern lassen. Zudem können mit der Busschnittstelle Komponenten anderer Hersteller in die WMV-Anlagen integriert werden.

Plötzlicher Anlagenstillstand

Vor kurzem erhielten die Windecker einen Auftrag von einem Kunden, der Probleme mit seiner Anlage hatte. „Ein sporadischer Steuerungsausfall sorgte für einen ungewollten Produktionsstillstand“, erläutert Andreas Fuchs, Servicetechniker bei WMV. Die Anlage wurde 1995 montiert und in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahre wurden zur Kapazitätserhöhung der Anlage einige Umbauten und Erweiterungen vorgenommen. Die Anlage lief bis dahin bezüglich der Kommunikation störungsfrei. „Wir fragten uns, was die Ursache für den plötzlichen Ausfall sein kann. Liegt es an der Verkabelung oder an einem der angeschlossenen Geräte? Oder wirkt ein Störer von außen auf den Bus?“, berichtet Andreas Fuchs vom Beginn der Fehlersuche. Die Prüfung der Profibusleitungen mit dem Kabeltester BT 200 von Siemens brachte keine Auffälligkeiten. Im nächsten Schritt erfolgte die Messung der Signalqualität mit dem Profibus-Tester BC 600 PB von Softing. Auch hier lagen sowohl die Spannungspegel wie auch die Signalqualität im grünen Bereich.

Abgehört: Warten auf Fehltelegramme

„Zwischenzeitlich hatten wir uns den Profibus-Quicktester P-QT 10 von IVG Göhringer besorgt. Das kleine Diagnosetool sucht nicht nach Fehlern in der Busphysik, sondern nach fehlerhaften Telegrammen“, erklärt Andreas Fuchs die weitere Vorgehensweise. Der Quicktester hat das Format eines gewöhnlichen D-Sub-Profibussteckers. Er triggert auf Fehltelegramme und Telegrammwiederholungen und kann auch bei laufender Anlage einfach auf vorhandene Profibus-Anschlussstecker mit PG Buchse aufgesteckt werden.

Das Diagnosemodul arbeitet vollkommen rückwirkungsfrei, es „hört“ nur den Telegrammverkehr mit, ohne selbst am Bus aktiv zu werden. Dabei geht es nicht um die Messung von physikalischen Größen wie Spannungspegel und Signallaufzeiten, sondern um Fehler auf Protokollebene. Konkret erkennt das Tool eine Verschlechterung der Buskommunikation durch typische Profibus-Fehler wie Fehltelegramme, Telegramm-Wiederholungen und Diagnosemeldungen. Solche Fehler werden per LED und über einen potenzialfreien Alarmkontakt signalisiert.

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