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Forschungsprojekt

Agentensystem schafft „digitalen Schatten“ für die Flasche

| Redakteur: Sariana Kunze

Infoteam beteiligt sich mit Agentensystem an dem Forschungsprojekt „RoboFill 4.0“ der Bayerischen Forschungsstiftung. Der Softwaredienstleister steuert als neuer Partner u. a. eine intelligente, dezentrale Produktionssteuerung mittels des Multiagentensystems „iAgent“ bei.

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Das Multiagentensystem iAgent-Toolkit von Infoteam ist eine intelligente, dezentrale Produktionssteuerung. Das Toolkit kann zentral gesteuerte Manufacturing Execution Systems (MES) ablösen.
Das Multiagentensystem iAgent-Toolkit von Infoteam ist eine intelligente, dezentrale Produktionssteuerung. Das Toolkit kann zentral gesteuerte Manufacturing Execution Systems (MES) ablösen.
(Infoteam)

Als Zusammenschluss zwischen Industrieunternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen verknüpft das Projekt den Markt der Getränkeindustrie mit den Grundlagen von Industrie 4.0. „Die Infoteam Software AG verfügt über zahlreiche Kompetenzen in der Automatisierung im Rahmen von Industrie 4.0“, erklärt Andreas Turk, Business Segment Manager Automation von Infoteam „Das Wissen nun in diesem speziellen Forschungsprojekt einbringen und auf Basis von iAgent weiterentwickeln zu können, freut uns sehr“. Mit dem agentenba-sierten iAgent-Toolkit werden für alle an der Fertigung beteiligten Komponenten sogenannte „Digitale Schatten“ geschaffen – ein wesentliches Merkmal der Industrie 4.0.

Unikate für die Getränkeindustrie

„Robotergestütztes Abfüllkonzept für die individualisierte Getränkebereitstellung“ oder kurz RoboFill 4.0 ist ein von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördertes Projekt. Zu dem interdisziplinären Projektteam zählen neben Infoteam, Beckhoff Automation, Krones, Proleit, Siemens, Röhm, Till und Yaskawa Europe, die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik sowie die Lehrstühle „Lebensmittelverpackungstechnik“ und „Brau- und Getränketechnologie“ von der Technischen Universität München (TUM). Letzterer stellt mit Univ.-Prof. Thomas Becker auch den Projektleiter. RoboFill 4.0 soll es dem Markt der Lebensmittelherstellung und insbesondere der Getränkeindustrie ermöglichen, personalisierte und kundenindividuelle Produkte mit kleiner Auflage oder als Unikat zu produzieren – ein Trend, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zwar realisieren erste Anbieter solche Modelle bereits, die Getränkeindustrie stößt aufgrund ihrer starren Produktions- und Prozessleitstrukturen jedoch rasch an ihre Grenzen. Das Forschungsvorhaben entwickelt für Abfüll- und Getränketechnik ein völlig neuartiges und flexibles Automatisierungssystem und nutzt hierfür Kernelemente der Industrie 4.0. Mittels Netzwerk- und Cloudtechnik kommunizieren alle Systeme miteinander, die intelligente und dezentrale Produktionssteuerung erfolgt mittels Software von Infoteam.

In einem System von Software-Agenten tritt jede in der Fertigung relevante Komponente als intelligentes, kommunizierendes und zielgerichtet handelndes Objekt auf. Intelligente Objekte haben Ziele, die sie selbstständig erreichen müssen. Sie haben interne Zustände, über die sie Auskunft geben können. Und sie haben die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen intelligenten Objekten und mit den Menschen in der Produktion. Die Zielerreichung erfolgt durch Kooperation und kann von außen durch Vorgaben und die Gewichtung von Prozessparametern beeinflusst werden.

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